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Gender-Pay-Gap: Ein Transgender-Experiment entlarvt diskriminierende Lohnungerechtigkeit

Das Gender-Pay-Gap-Experiment entlarvt Diskriminierung von Frauen bei Lohnfragen. (Screenshot: t3n.de)

Olivia und Oliver haben sich auf eine Assistenzstelle beworben. Was der Arbeitgeber nicht weiß: Beide Bewerber sind ein und dieselbe Person. Das Ergebnis entlarvt, wie real der Gender-Pay-Gap wirklich ist.

Die Ungerechtigkeit ist mit einer Zahl versehen: sechs Prozent. Das ist die Differenz zwischen den Gehältern von Mann und Frau. Die Zahl, die das Statistische Bundesamt im Jahr 2014 errechnet hat, ist bereinigt – um Aspekte wie Teilzeitbeschäftigung, Branche, Berufswahl und Ausbildung. Nicht bereinigt beträgt sie 21 Prozent. Klar ist, egal welche Zahl herangeführt wird: Dass eine Benachteiligung im Raum steht, lässt sich kaum bestreiten. Und doch tun das viele Kritiker des sogenannten Gender-Pay-Gaps immer wieder. Der Lohnunterschied sei demnach schlicht darauf zurückzuführen, dass Frauen schlechter verhandeln würden, so die Gegner der Studien. Doch kann man das so pauschal sagen?

Transgender-Experiment zeigt, wie Arbeitgeber den Gender-Pay-Gap bewusst in Kauf nehmen

Dieser Frage sind die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes und Jung von Matt/Saga im Rahmen eines Experiments nachgegangen. Sie schickten drei Transgender, einmal als Mann und einmal als Frau, in das gleiche Bewerbungsgespräch. Das jetzt veröffentlichte Ergebnis zeigt, dass die weit klaffende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern nicht zwangsläufig auf fehlender Durchsetzungskraft beruhen muss, sondern bisweilen eindeutig auf reine Diskriminierung zurückzuführen ist. Die Probanden teilen nämlich dieselbe Persönlichkeit mit denselben Fähigkeiten, eben nur mit einem anderen Geschlecht. Die Gespräche wurden mit versteckter Kamera aufgezeichnet.

Obwohl die Menschen nur ihr Aussehen unterschied, wurden ihnen unterschiedliche Gehälter angeboten. So würde beispielsweise Oliver Z. als Mann über 12.000 Euro mehr verdienen als die weibliche Olivia. Die Filmemacher engagierten bewusst Transgender, um den Status quo bestmöglich vor Augen zu führen. „Die Zahlen aus Statistiken glauben sowieso nur Wenige“, erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes. Kritiker würden bemängeln, dass man sich auf grundverschiedene Personen mit unterschiedlichen Voraussetzungen beziehen würde. „Deshalb haben wir Transgender losgeschickt, um die Lohnlücke sichtbar zu machen, wo sie beginnt: im Vorstellungsgespräch.“

Mit dem Video fordert Terre des Femmes die Politik zum Handeln auf. „Das Gender-Pay-Gap-Experiment entlarvt die politischen Bemühungen der Gleichstellung der letzten Jahre. Frauen sind noch weit davon entfernt, gleich behandelt zu werden“, so Christa Stolle. „Die Politik muss endlich handeln und die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung fördern und gesetzlich verankern.“ Die Kampagne #Paybacktime startet am 22. Februar. Zu den Maßnahmen zählen das Web-Video, das auf deutsch und englisch online ging, sowie eine Landingpage. Der Clip wird über die sozialen Medien und PR verbreitet, dabei wird Terre des Femmes auch von Influencern und Frauenrechtsorganisationen unterstützt.

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Wenn man die vermeintliche mentale instabilität berücksichtigt ist der unterschiedliche Lohn gerechtfertigt.

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