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Trump vs. Biden: Für wen das Silicon Valley spendet

Die Beschäftigten der sechs größten Firmen im Silicon Valley spenden im US-Präsidentschaftswahlkampf deutlich mehr als 2016. Dabei gehen 95 Prozent aller Spenden an Trumps Herausforderer Joe Biden.

3 Min. Lesezeit
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Wenn es nach den Beschäftigten im Silicon Valley ginge, wäre der Ausgang der Präsidentschaftswahl klar. (Bild: John Dory / Shutterstock)

Das Silicon Valley hat traditionell den Ruf, konservativem Gedankengut wenig Raum zu geben. Darüber haben sich US-Präsident Trump und führende Republikaner in den letzten Jahren immer wieder beklagt.

95 Prozent der Spenden gehen an Biden

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Wie deutlich die Ablehnung der Positionen der Republikaner unter Trump wirklich ist, zeigt eine aktuelle Analyse des US-Magazins Wired. Die kommt summarisch zu dem Ergebnis, dass rund 95 Prozent aller Spenden von Beschäftigten der sechs größten Tech-Firmen des Valley an den demokratischen Herausforderer gehen. Im Detail gibt es allerdings deutliche Unterschiede.

Wired hat die der US-Wahlkommission gemeldeten Spendendaten ausgewertet und sich dabei besonders die Firmen Alphabet, Amazon, Apple, Facebook, Microsoft und Oracle näher angesehen. Die US-Wahlkommission hat diese Daten, weil Einzelpersonen bei Spenden ab 200 US-Dollar ihren Arbeitgeber angeben müssen.

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Danach haben die Angestellten der genannten Firmen rund 4,8 Millionen Dollar an die Biden-Kampagne gespendet. Trump unterstützten sie mit lediglich rund 240.000 Dollar. Besonders die Beschäftigten des Google-Konzerns, der seit einiger Zeit unter Alphabet firmiert, zeigen sich besonders Biden-affin. Sie spendeten im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. August 2020 ganze 1,8 Millionen Dollar, mithin mehr als ein Drittel des Gesamtaufkommens im Silicon Valley.

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Betrachten wir nicht nur die Spenden der Mitarbeiter, sondern das gesamte Umfeld der sogenannten PAC der Unternehmen, sind Alphabet, Microsoft, Amazon, Facebook und Apple fünf der sieben größten Unterstützer der Biden-Kampagne überhaupt.

So verteilen sich die Spenden der Tech-Beschäftigten auf die Bewerber. (Quelle: Wired)

Der Begriff PAC steht für Political Action Committee und bezeichnet eine einer Organisation angehängte Kommission, die sich um die Sicherung ihrer politischen Interessen, unter anderem durch die finanzielle Unterstützung bestimmter Kandidaten, bemüht. Das Organisationen direkt spenden, ist in den USA nicht erlaubt. Die US-Wahlkommission zählt zu den Spenden aus dem Umfeld eines spezifischen PAC diejenigen der Mitglieder, Eigner, Angestellten und die der Familienangehörigen ersten Grades dieser Personen.

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Die größte Unterstützung für das Trump-Lager kommt aus dem Hause Microsoft. Immerhin rund 75.000 Dollar spendeten die Beschäftigten an den republikanischen Amtsinhaber. Auch hier erhielt Biden allerdings mit rund 910.000 Dollar mehr als das Zehnfache.

Ein immer noch deutlicher Unterschied zeigt sich auch bei Oracle. Der ist allerdings weniger krass. Rund 50.000 Dollar gingen an Trump, rund viermal so viel ging an Biden.

Silicon Valley traditionell eher demokratisch

Die Unterstützung demokratischer Kandidaten durch das Silicon Valley hat eine lange Tradition und ist nicht etwa erst im Wahlkampf 2020 entstanden. Allerdings hat sich in diesem Jahr das Spendenaufkommen insgesamt deutlich erhöht.

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So hat Joe Biden aus den sechs Tech-Riesen rund das Doppelte an Spenden akquiriert wie seine Vorgängerin Hilary Clinton. Und auch der viel gescholtene Donald Trump nimmt in diesem Jahr mehr als viermal so viele Spenden ein als noch 2016.

Der Wahlkampf 2020 zieht deutlich höhere Spendenvolumina. (Quelle: Wired)

Tech-Riesen denken liberal und global

Für die Tech-Riesen geht es um viel. Der US-Kongress hat verschiedene Wettbewerbsuntersuchungen gestartet, besonders (aber nicht nur) Google steht im Fokus der Ermittler. Hier könnte es zu regulatorischen Eingriffen kommen, die bis zur Zerschlagung einzelner Konzerne gehen könnten. Zudem hatte US-Präsident Trump angekündigt, ein Gesetz zu kassieren, dass Plattformbetreiber von der Verantwortung für die Inhalte, die Nutzer auf diesen Plattformen posten, befreit. Das wäre ein schwerer Schlag für soziale Netzwerke.

Ebenso haben viele Beschäftigte im Silicon Valley einen Migrationshintergrund und sehen sich deshalb durch die repressive Politik Trumps nicht repräsentiert. Auch die harte Linie, die die derzeitige US-Regierung gegen China fährt, gefällt den in globalen Dimensionen agierenden Tech-Riesen nicht.

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