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Kolumne

Turbo für Gründer: Diese Startup-Programme von großen Unternehmen gibt es

(Bild: Otto Group)

Fast jeder deutsche Konzern und Mittelständler hat mittlerweile eine Corporate-Innovation-Initiative. Kathleen Fritzsche nimmt in ihrer Kolumne Kathleens digitale Welt die verschiedenen Formen unter die Lupe.

Eines haben mittlerweile die meisten deutschen Großkonzerne und Mittelständler gemeinsam: der Wunsch nach innovativen Veränderungen im Rahmen des rasanten digitalen Wandels, um den Anschluss an den Markt nicht zu verlieren und für die Zukunft gewappnet zu sein. Allerdings ist dies leichter gesagt und geplant als in der Praxis umgesetzt. Viele etablierte Unternehmen haben mittlerweile Innovationsprogramme, die sie für den digitalen Wandel fit machen und die Unternehmenskultur erneuern sollen. Um den Überblick nicht zu verlieren habe ich mir die häufigsten Ausprägungen der Corporate-Innovation-Bestrebungen in Deutschland mal genauer angeschaut.

Startup-Touren ins Silicon Valley und nach Berlin

Alles fing etwa 2011 an, als die deutschen Traditionsunternehmen begannen, ihre Manager ins Silicon Valley zu schicken, damit sich diese die Tech-Community vor Ort genauer anschauen und ein paar der Erfolgsgeheimnisse und den Glanz nach Deutschland zurückbrachten. So wurden Gruppen von meist älteren Herren durch die Büros von Tech-Giganten wie Google, Facebook und Apple geschleust, um anschließend mit Startup-Vertretern über deren Produkte und Unternehmen zu sprechen.

Mittlerweile ist daraus ein richtiges Geschäftsmodell für die Organisation von Startup-Reisen entstanden. Auch nach Berlin kommen seit einigen Jahren immer wieder Vertreter von etablierten deutschen Unternehmen, um Startups in ihrer natürlichen Umgebung mit Tischtennisplatten und Mate-Flaschen zu besuchen.

Hackathons

Mehrtägige Hackathons, bei denen Teams an neuen Produkten oder Geschäftsmodellen für das nächste disruptive Startup arbeiten, sind für etablierte Unternehmen ein einfaches Mittel, um mit neuen Ideen in Kontakt zu kommen. Da die Veranstalter solcher Events meist händeringend nach Sponsoren suchen, ist die Unterstützung in Form von Geldsponsoring oder durch Mentoring gern gesehen.

Die Unternehmen organisieren mittlerweile auch immer häufiger themenspezifische und unternehmenseigene Hackathons, wo auch externe Teilnehmer gezielt zum Mitmachen angesprochen werden. Beispiele sind unter anderem der Smart-Factory-Hackathon von Audi oder das Innovation-Camp von Züblin. Im Rahmen dieser Events stellen die Unternehmen dann zum Beispiel ihre technologischen Schnittstellen oder bestimmte Produkte zur Verfügung, mit denen die Teilnehmer während der Veranstaltung arbeiten können, um ihre eigenen Ideen umzusetzen. Dies bringt für die veranstaltenden Unternehmen Einblicke zu möglichen Weiterentwicklungen der eigenen Produkte, aber auch Feedback zu bisherigen Schwachstellen. Gleichzeitig stärken solche Veranstaltungen die Unternehmensmarke und die Unternehmensvertreter können die Events als Plattformen nutzen, um nach neuen talentierten Mitarbeitern zu suchen.

Startup-Scouting

Das Startup-Scouting, also die Marktbeobachtung und -analyse von interessanten Teams und Produkten in einem bestimmten Industriebereich, gibt traditionellen Unternehmen einen guten Überblick zu neuen und für sie relevanten disruptiven Technologien und Produkten, die an den Markt kommen.

Beim Scouting ist jedoch wichtig, dass die Unternehmen das neu gewonnene Wissen auf sinnvolle Weise für sich intern einsetzen. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit ausgewählten Startups in Form von Pilotprojekten, bei denen die Technologie im etablierten Unternehmen in neuen Bereichen eingesetzt wird. Dies passiert beispielsweise bei Daimler und weiteren Corporate Partnern im Rahmen des Startup-Autobahn-Programms. Zielloses Startup-Scouting hingegen bringt zwar einen Überblick zu einem bestimmten Industriebereich, aber weder einen klaren Mehrwert für die Unternehmen noch die Startups.

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