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Ratgeber

UX: Wie Augmented Reality die Benutzererfahrung verbessern kann

Erweiterte Realität hat Potenzial. (Bildquelle: Zapp2Photo/Shutterstock)

Pokemon Go war nur der Anfang. Die Möglichkeiten der Augmented Reality sind riesig. Wie kann die Benutzererfahrung davon profitieren?

Was bedeutet Augmented Reality?

„Augmented Reality“ bedeutet erweiterte Realität. Darunter werden alle technischen Entwicklungen verstanden, die die Sinneswahrnehmung eines Menschen um Möglichkeiten erweitern, die er ansonsten so nicht hätte. Zumeist erfolgt das durch das Einblenden zusätzlicher Informationen aus digitalen Quellen auf Elemente des realen Lebens.

Beispiele bestehender Augmented-Reality-Anwendungen für jedermann

Das prominenteste Beispiel dürfte das Knallerspiel des Sommers 2016 sein, nämlich Pokemon Go. Hier bewegen sich die Spieler ganz real durch die Straßen ihrer Stadt. Die Stadt ist virtuell zusätzlich mit Kampfarenen und anderen Hotspots ausgerüstet, an denen Aufgaben zu erledigen, Items zu sammeln oder Kämpfe auszutragen sind. Zudem treffen Spieler stets auf Pokemon, die es dann einzufangen gilt. Die kleinen Monster werden dabei als Overlay in das Kamerabild des Smartphones eingeblendet, so dass der Eindruck entsteht, man fänge jetzt tatsächlich ein Pikachu an der Straßenlaterne ums Eck. Vor Pokemon Go begeisterte das AR-Spiel Ingress bereits Tausende Spieler, bei weitem aber nicht so viele wie die Taschenmonster-App, die zu Glanzzeiten Tagesumsätze von zehn Millionen US-Dollar erreichte.

Pokemon fangen am Strand, möglich mit AR. (Foto: Matthew Corley/Shutterstock)

„Augmented Reality“ erschöpft sich allerdings bei weitem nicht im Fangen virtueller Spielzeuge, sondern kann weitaus mehr. Fußballfans kennen AR-Szenen aus jeder Spielanalyse. Sogar im laufenden Spiel werden Informationen wie die Entfernung des schussbereiten Spielers zum gegnerischen Tor als virtuelle Maßlinien eingeblendet. In Analysen wird per AR visualisiert, wie sich das Team auf dem Spielfeld verschoben hat. Vielfach können auf diese Weise sogar relative Laien direkt den Fehler erkennen, der zum vermeidbaren Siegtreffer geführt hat. Diese Art der Visualisierung hat sich in allen Bereichen der Sportberichterstattung in den letzten Jahren durchgesetzt.

Vornehmlich für das weibliche Geschlecht stehen gleich eine ganze Reihe an Apps zur Verfügung, die AR-Elemente einsetzen. Hier lassen sich Frisuren ausprobieren, neue Kleidungsstile anprobieren oder Makeup-Ideen austüfteln. Teilweise wird ausschließlich mit statischen Bildern gearbeitet, immer mehr Apps setzen jedoch inzwischen auf erweiterte Realität und blenden die Elemente auf das Livebild der Selfie-Kamera ein.

In diese Kategorie gehören auch die pseudo-lustigen Badges und Sticker, die wir auf Snapchat einsetzen können. Hundeohren, Hörner, krasse Makeups und mehr legen wir freiwillig über unser Selfie. Verstehen muss man das nicht, der Erfolg spricht aber dafür, dass hier ein Nerv der breiten Masse getroffen wird.

Navigation als über die Realität gelegtes Overlay. (Foto: Zapp2Photo/Shutterstock)

Schon seit einer Weile versuchen auch die Hersteller von Navigationsapps Lösungen anzubieten, die die Navigationsinformationen möglichst in die Frontscheibe projizieren, so dass der Fahrer nicht mehr zwischen Straße und Navi hin- und herschauen muss. Im Massenmarkt haben sich derlei Systeme bislang nicht durchgesetzt. Für die Zukunft dürfen wir aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass wir auf genau diese Weise navigieren werden. Neben den reinen Richtungsinformationen werden wir visualisierte Infos über die aktuelle Verkehrslage erhalten.

Vor wenigen Jahren war der AR-Pionier Wikitude mit einer App an den Start gegangen, die es erlaubte, durch die Kamerasicht Informationen zu Gebäuden, Einrichtungen und Institutionen beliebiger Städte einzublenden. So konnten wir uns den Fremdenführer sparen. Der Haken daran war, dass Wikitude ein unheimlicher Energiefresser war und von daher keine langen Sightseeing-Touren erlaubte.

Heutzutage ist Wikitude ein Produkt, mit dem sich AR-Projekte einfach selbst machen lassen. Wikitude lizenziert die Technologie. Ein Beispiel dafür ist die Möbelkatalog-App Roomle.

Möbelplanung mit AR. (Bildquelle: Roomle)

Wie das obige Bild verrät, können wir mit Roomle aus dem Katalog gewählte Möbel virtuell in unsere eigenen vier Wände einblenden lassen. Darüber hinaus erlaubt das Tool auch die 2D- und 3D-Innenplanung, ist also weit mehr als eine reine AR-App, obschon letzterer Aspekt sicherlich für den größten „Ooooh-Effekt” sorgen dürfte.

AR-Lösungen für den professionellen Bedarf

Im medizinischen Bereich kann AR etwa die Arbeit von Chirurgen vereinfachen. Entsprechende Modellprojekte gibt es bereits. Auch die Pilotenausbildung, die seit jeher mit virtualisierten Technologien arbeitet, profitiert von den Möglichkeiten erweiterter Realität. Der gesamte Bildungssektor könnte durch die Technologie revolutioniert werden. In der Wartung komplexer Maschinen, etwa Flugzeugen oder Schiffen, würde die Möglichkeit, Informationen zu potenziell defekten Teilen direkt während der Inspektion erhalten zu können, einen großen Schritt zu mehr Effizienz und letztlich sogar Sicherheit bedeuten.

Dass sich Augmented Reality durchsetzen wird, daran besteht in Expertenkreisen überhaupt kein Zweifel. Meinungsunterschiede gibt es lediglich hinsichtlich des Zeithorizonts. Wird AR in großen Stil schon in fünf oder zehn oder doch erst in zwanzig Jahren relevant?

Nach dem Scheitern von Google Glass fehlt es derzeit noch an Technik, mit der man teilweise heute schon bestehende Potenziale der AR heben könnte. Microsofts Hololens ist die derzeit einzige nennenswerte Option, die allerdings auch wirklich beeindruckende Erlebnisse zu liefern imstande ist:

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