Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Verkehrswende muss warten: Deutschlandtakt der Bahn auf 2070 verschoben

Der Deutschlandtakt, ein Fahrplanmodell nach Schweizer Vorbild, sollte das Bahnfahren hierzulande schon ab 2030 attraktiver machen. Jetzt kommt er frühestens 2070.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

Verkehrswende wartet auf die Bahn - das kann dauern. (Bild: Denis Belitsky/Shutterstock)

Mindestens doppelt so viele Menschen wie bisher sollen künftig die Bahn als Verkehrsmittel nutzen. Das soll die Straßen entlasten und dabei helfen, dass Deutschland die Klimaziele erreicht.

Anzeige
Anzeige

Zukunftsbündnis Schiene hatte unrealistischen Zeithorizont

Zu diesem Zweck war 2028 das „Zukunftsbündnis Schiene“ ins Leben gerufen worden. Ins Boot hatte die alte Bundesregierung die Deutsche Bahn, aber auch private Bahn-Unternehmen und die Industrie geholt.

In einer gemeinsamen Anstrengung sollte es gelingen, die Bahn als Verkehrsmittel zu stärken. Als – schon damals viel zu optimistisches – Zieldatum war das Jahr 2030 ausgerufen worden

Anzeige
Anzeige

Der sogenannte Deutschlandtakt sollte Bahnfahren pünktlicher und schneller machen. Verbindungen sollten direkter und verlässlicher werden.

Mittlerweile ist zwar vom eigentlichen Ziel noch immer die Rede. Das Datum indes hat sich deutlich nach hinten verschoben. Wie der Bundesbeauftragte für den Schienenverkehr, Michael Theurer von der FDP, nun einräumt, werde der Deutschlandtakt „in den nächsten 50 Jahren als Jahrhundertprojekt“ umgesetzt. Es sei „immer völlig klar gewesen, dass das Jahrzehnte dauert“, behauptete er gegenüber dem ZDF.

Anzeige
Anzeige

Infrastrukturprojekte benötigen deutlich mehr Zeit

Dabei wird kaum jemand in Abrede stellen, dass der zunächst genannte Zeithorizont viel zu ambitioniert gewesen ist. Es geht immerhin nicht bloß darum, die Fahrplanung besser zu koordinieren.

Vielmehr gilt es strukturelle Schwächen auszumerzen. Die bestehen in weiten Teilen in maroden oder schlicht nicht vorhandenen Schienennetzen. Tatsächlich benötigen derartige Infrastrukturprojekte schon wegen ihrer Planungs- und Genehmigungsverfahren viele Jahre.

Anzeige
Anzeige

So verwundert eigentlich nicht, dass die Regierung den Zeithorizont realistisch anpasst. Es verwundert vielmehr, mit welcher Selbstverständlichkeit das erfolgt. Immerhin gilt die Verkehrswende als eines der zentralen Projekte der Ampel-Koalition.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte Themen rund um die Bahn vor sechs Monaten zur „Chefsache“ erklärt. Dabei scheint es sich eher um Rhetorik, denn eine aktionsgerichtete Aussage gehandelt zu haben.

Ex-Schienenbeauftragter: Seit Regierungswechsel wenig passiert

So sei laut dem ehemaligen Bundesbeauftragen für die Schiene, Enak Ferlemann (CDU), bisher wenig passiert. Mit Blick auf Baukostensteigerungen und Inflation „reichen die Etats um Längen nicht mehr aus“, beklagt er.

Anzeige
Anzeige

Auch die Deutsche Bahn bestätigt, dass Investitionen von rund 60 Milliarden Euro erforderlich würden, um das Schienennetz in Deutschland auf einen Stand zu bringen, der den Ambitionen gerecht werden könnte.

Dem Fortschritt in Sachen Deutschlandtakt dürfte zudem der Zwist zwischen Grünen und FDP nicht guttun. Denn während die Grünen „Vorfahrt für die Bahn“ fordern, will die FDP verhindern, dass zu deutliche Einschnitte beim Auto der deutschen Wirtschaft schaden.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige