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Vodafone, Deutsche Telekom und mehr: Konzerne geben Handydaten an EU weiter

Corona-Krise: Deutsche Telekom liefert Handydaten. (Foto: dpa)

Acht europäische Telekomkonzerne, darunter auch Vodafone und die Deutsche Telekom, haben sich mit der EU-Kommission geeinigt, im Kampf gegen das Coronavirus Handydaten weiterzugeben.

Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus liefert etwa die Deutsche Telekom schon jetzt anonymisierte Standortdaten von Millionen deutschen Handynutzern an das Robert-Koch-Institut. In Österreich stellt Branchenprimus A1 der Regierung die Bewegungsprofile aller Handynutzer zur Verfügung. Jetzt haben acht große europäische Telekomkonzerne, darunter die Deutsche Telekom, Vodafone und A1 (Telekom Austria) vereinbart, entsprechende Daten auch an die EU zu übergeben, wie Reuters berichtet.

Anonymisierte Handydaten für EU-Kommission

Demnach hat sich EU-Kommissar Thierry Breton, der auch schon US-Konzerne wie Netflix oder Amazon zur Reduzierung von Bitraten überredet hatte, am Montag mit Vodafone, Deutsche Telekom, Orange, Telefonica, Telecom Italia , Telenor, Telia und A1 getroffen. Jetzt hat der Lobbyverband GSMA die Einigung bekanntgegeben. Demnach will die EU-Kommission anonymisierte Daten und aggregierte Standortprofile nutzen, um die Verbreitung des Coronavirus besser analysieren zu können.

Um Datenschützer und Kritiker, die eine umfassende Überwachung seitens der Regierungen befürchten, zu beruhigen, betonte die EU, dass nur anonymisierte Daten verwendet würden. Außerdem sollen die Daten nach dem Ende der Corona-Krise wieder gelöscht werden. Die EU wolle weder mobile Daten zentralisieren noch Menschen überwachen, bekräftigte ein namentlich nicht genannter EU-Offizieller gegenüber Reuters.

Datenschützer einverstanden, aber …

Datenschutzrechtlich scheint es jedenfalls keine Einwände gegen das Vorhaben zu geben, wie die Europäische Datenschutzbehörde mitteilte, solange es sich um anonymisierte Daten handele. Allerdings müsse es bestimmte Schutzmaßnahmen geben. Dazu gehöre die Transparenz der Datennutzung gegenüber der Öffentlichkeit. Zudem müsse der Zugriff auf die Daten auf Experten beschränkt werden. Die Datenschützer warnten davor, dass die Datensammlung über die Zeit der Krise hinaus aufrechterhalten werden könnte.

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