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Was zur Hölle ist eigentlich bei Von Floerke passiert?

Von Floerke-Gründer David Schirrmacher. (Foto: © Von Floerke)

Wochenlang zoffte sich das mit der Pleite ringende Mode-Startup Von Floerke mit Investor Frank Thelen. Ein Treffen vor Gericht schien unvermeidbar. Jetzt gibt es eine überraschende Wende.

Das bekannte Mode-Startup Von Floerke scheint die drohende Pleite abgewendet zu haben. Wie Gründer David Schirrmacher gegenüber t3n bestätigt, wurde mit 126 Gläubigern ein Schuldenschnitt vereinbart, auch mit Anlegern der Kreditplattform Kapilendo stehe das Unternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen: „Spätestens in drei bis vier Wochen haben wir auch hier eine Einigung“, sagte Schirrmacher.

Auch Frank Thelen ist mittlerweile aus dem DHDL-Startup ausgestiegen. Für einen symbolischen Euro hat der TV-Investor seine Anteile an den Von-Floerke-Gesellschafter Nic Mewes überschrieben. Zwar muss Thelen noch eine Unterschrift einreichen, damit der Deal rechtskräftig ist – doch das dürfte nur noch Formsache sein. Über die Einigung hatte der Tagesspiegel zuerst berichtet.

Wochenlange Schlammschlacht

Damit endet wohl auch ein beispielloser Zoff in der deutschen Gründerszene. Wochenlang hetzte Von-Floerke-Gründer David Schirrmacher seine Fangemeinde auf Facebook gegen Investor Frank Thelen auf. Um seine Schulden zu begleichen, verkaufte der Modehändler „Frank Thelen muss raus“-Boxen und stachelte Kunden mit irren Rabattcodes zu Bestellungen an. Per Livestream versprach Schirrmacher sogar die Herausgabe von Thelens Handynummer, sollten Kunden mindestens 500 Boxen bestellen. Hinzu kamen diverse Montagen von Filmplakaten mit Titeln wie „Fack Ju Frank 3“. Der Investor schickte daraufhin seine Anwälte auf los.

Dabei hatte alles so glamourös angefangen. 2014 gründete Schirrmacher mit Von Floerke ein Label für hochwertige Herrenmode. Ein Jahr später stellte er die Idee in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ vor. Mit Erfolg: Gleich drei Geldgeber konnte der damals 21-Jährige überzeugen, darunter auch Frank Thelen. Der Starinvestor stieg zusammen mit Judith Williams und Vural Öger in den Modehändler ein.

Von da an brummte das Geschäft mit Fliegen, Anzügen und Hemden. Schirrmacher ließ sich als Millionär feiern und im Porsche ablichten. Im März 2017 erreichte Von Floerke einen Monatsumsatz von 250.000 Euro aus Großhandelsbestellungen der Fashionweek. Im selben Jahr sammelte das Startup auf der Kreditplattform Kapilendo 1,2 Millionen Euro ein. Es folgten größere Büros, neue Mitarbeiter und auch erste Ladengeschäfte. Eine ganze Franchisekette schwebte Schirrmacher vor.

Alkohol bringt Von Floerke in Not

Doch in den Monaten darauf geriet Von Floerke in finanzielle Schieflage. Um das angestrebte Wachstum zu realisieren, unterschrieb Schirrmacher einen notariell beglaubigten Beteiligungsvertrag mit einem neuen Investor. Schon damals wollte Frank Thelen nach jüngsten Erkenntnissen aus dem Startup aussteigen – auch auf Wunsch von Schirrmacher. Insgesamt sollten 4,5 Millionen Euro investiert werden. Drei Millionen davon sollten in ein Unternehmen fließen, das von Schirrmachers Gesellschaft und Brands4Friends-Gründer Christian Heitmeyer gehalten wird.

Aber der Deal platzte, das Geld wurde nie überwiesen. Dabei schrieb Von Floerke in dieser Zeit schon Verlust, wie ein Blick in den Jahresabschluss 2017 zeigt: 1,15 Millionen Umsatz standen mittlerweile einem Verlust von über 900.000 Euro gegenüber.

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3 Kommentare
CL
CL

Als jemand, der viel zu lange Zeit das außerordentliche Missvergnügen hatte, für Herrn Thelen zu arbeiten, wundert mich das alles überhaupt nicht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Herr Thelen von den Alkohol-Plänen wusste, und natürlich fiel er Schirrmacher in den Rücken. Es war nicht das erste Mal, dass Herr Thelen sich so verhält, und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Seine gesamte zweifelhafte Berühmtheit fundiert auf dem Prinzip, Menschen auszunutzen und dann fallen zu lassen.

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MonikaB
MonikaB

Wer glaubt, dass Frank Thelen aufrichtig an seinen Beteiligungen interessiert ist und mehr als nur den schnellen Exit im Blick hat, der glaubt auch, dass Dieter Bohlen bei DSDS auf der Suche nach guter Musik ist.

David Schirrmacher ist also mindestens naiv und – was die Form seiner Schlammschlacht betrifft – mindestens grenzwertig.

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