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Werbefails 2018: Das waren die größten Werbepannen in diesem Jahr

Das waren die schlimmsten Marketing-Fehltritte 2018 (Bild: Shutterstock / Rainer_81)

Ob kalkulierter Shitstorm oder einfach nur eine unprofessionelle Marketingabteilung: Schlimme Werbekampagnen gibt es jedes Jahr. Wir haben die größten Fehlgriffe aus diesem Jahr zusammengestellt.

Als Marketer und Konsument könnte man meinen, man hätte schon alles gesehen. Und dann kommt irgendein Unternehmen um die Ecke und haut uns eine Werbung um die Ohren, die alles bisher Dagewesene an Geschmack- oder Respektlosigkeit in den Schatten stellt. Das war auch 2018 nicht anders. Das sind die größten Werbefails dieses Jahres.

Die schlimmsten Werbefails 2018
Mit diesem Werbefoto handelte sich H&M einen Shitstorm ein. (Screenshot: Twitter / Charles M. Blow)

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H&M – Coolest Monkey in the Jungle

Anfang 2018 sorgte ein Werbefoto von H&M für mächtig Wirbel. Es zeigte einen schwarzen Jungen, der einen Hoodie mit der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ trugt. In sozialen Netzwerken wurde zum Teil heftig gestritten: Während überwiegend weiße User darin keinerlei Problematik erkannten, ärgerten sich (nicht nur) People of Colour (PoC) über das rassistische Bild. Die hitzigen Diskussionen zeigten einmal mehr: Was beleidigend / rassistisch / sexistisch ist, liegt in einzig in der Beurteilung der Betroffenen.

H&M entschuldigte sich später und entferne das Bild von der Website. Nun muss man dem Modekonzern nicht unbedingt Rassismus unterstellen, doch ist H&M nicht das erste Unternehmen, das durch eine solche – nennen wir es mal wohlwollend – unreflektierte Werbung auffällt. Man denke nur an den Werbespot von Dove, der im Herbst 2017 für einen ähnlichen Shitstorm sorgte. So langsam könnte man erwarten, dass Marketingteams sensibler agieren und ihre eigene Arbeit stärker reflektieren. Mehr Diversität innerhalb des Teams könnte dabei helfen.

Dr. Oetker – Back deinen Mann glücklich

Pünktlich zur Fußball-WM warb Dr. Oetker mit dem Bild einer Frau, die einen Kuchen in Fußball-Form präsentierte, und dem Slogan: „Back deinen Mann glücklich.“ Und nein: nicht zur Fußball-WM 1954, sondern tatsächlich in diesem Jahr.

Dr. Oetker: Back deinen Mann glücklich
Die 50er haben angerufen und wollen ihr Frauenbild zurück. (Screenshot: Twitter / Natascha Wey)

Das hier zementierte Bild der glücklichen Hausfrau, die alles für den lieben Gatten tut, ist hier nur der offensichtliche Stein des Anstoßes, denn darin verstecken sich so viele Rollenklischees, die eigentlich schon längst abgeschafft sein sollten: Frauen und Backen gehören zusammen wie Facebook und Datenskandale. Und natürlich backen Frauen nicht, weil sie Spaß daran haben oder einfach gerne Kuchen essen, sondern auf jeden Fall und ausschließlich, um ihren Mann glücklich zu machen. Das ist übrigens nicht das einzige Klischee, das hier reproduziert wird: Das des Fußball liebenden und darüber alles vergessenden Mannes kommt hier auch nicht zu kurz. Frauen backen, Männer schauen Fußball. Kennste? Kennste?

Mediamarkt – Männertage

Lieber schlechte PR als gar keine, schien sich Mediamarkt bei seiner Kampagne „Männertage“ gedacht zu haben, denn das ganze Konzept bettelt so offensichtlich um einen Shitstorm.

Mediamarkt: Männertage
Sex(ismus) sells? (Bild: Mediamarkt)

Tatsächlich sitzt die #sexistischeKackscheiße in dieser Kampagne noch tiefer, als die Marketing-Menschen von Mediamarkt es wahrscheinlich intendiert haben. Denn eine knapp bekleidete Sophia Thomalla, die sagt: „An diesen Tagen streichelt er einfach alles, was Knöpfe hat“, ist nur die Spitze. Auch hier findet sich wieder das Klischee des technikfixierten Mannes, der durch den Konsum eben jener Produkte glücklich gemacht werden kann. Auf der zugehörigen Kampagnenseite bewirbt Mediamarkt seinen eigens kreierten Meme-Generator zudem mit dem Spruch „Meme oder Memme?“. Wir wissen schließlich alle, dass Männer, die Gefühle zeigen, auch mal launisch oder gereizt sind, anstatt Stärke und emotionale Aufgeräumtheit zu demonstrieren, Memmen sind. Der Kampagne liegt immerhin auch eine von Mediamarkt beauftrage Studie zugrunde, nach der 64 Prozent der Männer „gelegentliche oder regelmäßige Stimmungsschwankungen“ haben. Und da sowas ja Frauenkram ist, muss das bei Männern ein Krankheitssymptom sein, dass unbedingt mit dem Kauf von Technik therapiert werden muss. Was uns zum nächsten Punkt führt: die Lächerlichmachung der Periode und die Verharmlosung von PMS und ähnlichen Beschwerden. Was stellen sich die Frauen wegen so ein bisschen Bluterei auch jeden Monat so an? Sollen sie doch shoppen gehen.

BMW – Gebaut, um den Atem zu rauben

Wer hat da eigentlich im Marketingseminar geschlafen, fragt man sich bei einer Printanzeige, die BMW im November 2018 schaltete. Der unglückliche oder eben einfach nur saudämliche Slogan: Gebaut, um den Atem zu rauben. Warum das im Jahr des Abgas-Skandals eine der dümmsten Werbetextungen aller Zeiten ist, muss man wohl nicht weiter erklären.

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5 Reaktionen
Martin Däniken

Schwarzer Humor ist out..Alice hat sich beschwert!
Es heisst jetzt "weisser männlicher repressiver vermeintlicher Humor"!
also "wmrv H!"

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Daniel Keiling

Hallo, ich wollte mal fragen, ob Ende 2018 der Terminus "schwarzer Humor" eigentlich noch moralisch vertretbar ist?

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Hans

"Was beleidigend / rassistisch / sexistisch ist, liegt in einzig in der Beurteilung der Betroffenen."

Das gilt natürlich nicht für alte, weiße Kartoffeln.

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Harald

Künstlich aufgeregt ist auch aufgeregt ... Der Artikel ist für mich meilenweit unter dem üblichen Niveau von t3n.

Antworten
mkm

Wo ist denn in dem Artikel die Aufregung? Der Artikel gibt schlicht wieder, welche Werbung innerhalb des letzten Jahres zu (in diesen Fällen durchweg berechtigter) Kritik geführt haben. Es geht also weniger darum, was der Autor kritikwürdig findet, als um die dokumentierte öffentliche Reaktion auf die Werbemaßnahmen.

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