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Werbefails 2018: Das waren die größten Werbepannen in diesem Jahr

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Lidl – Geschenkideen zum Muttertag

Haben Lidl und Dr. Oetker vielleicht die selbe Marketingagentur? Wenn man sich den Prospekt anschaut, mit dem Lidl dieses Jahr seine Geschenkideen zum Muttertag beworben hat, könnte man glatt auf diesen Gedanken kommen.

Womit kann man Dankbarkeit schließlich besser ausdrücken als mit einem Geschenk, mit dem sich Mutti endlich mal so richtig nützlich machen kann? Saugroboter, Bügeleisen und Nähmaschinen sind schließlich genau die Dinge, die Mütter brauchen. Nicht etwa Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder gleichmäßige Aufteilung von Care- und Haushaltsarbeit.

Bundeswehr – Werbekampagne zur Gamescom

Bewaffnete Soldaten, die optische Aufmachung von bekannten Computerspielen und dazu Slogans wie „Multiplayer at its best!“ oder „Mehr Open World geht nicht!“ – in den Augen der Bundeswehr schien das die ideale Karriere-Werbung zur Gamescom zu sein. zu Recht erhielt die Kampagne viel Kritik. Die Ernsthaftigkeit von Krieg würde verharmlost, die Plakate seien respektlos gegenüber getöteten Soldaten und deren Familien, eine geschmacklose Kampagne. „Was ist, wenn Mama zum Abendessen ruft oder ich ins Bett muss. Kann ich speichern? Wo gibt’s die besten Loots? Mali oder Afghanistan? Und wo ist der respawn?“, fragt ein User auf Twitter.

Ein Sprecher der Bundeswehr kommentierte die Kampagne und den damit verbunden Shitstorm so: Man wolle junge Menschen zum Nachdenken anregen, wofür sie ihre Zeit und ihre Zukunft einsetzen wollten.

Aha.

Heineken – Lighter is better

Wir hatten lange keinen Rassismus mehr in der Liste. Aber keine Sorge, Heineken hat Abhilfe geschaffen. Die Biermarke sorgte mit einem Werbespot im Frühjahr 2018 für reichlich Kritik. Der Spot zeigt eine Party, auf der der Barkeeper eine Frau entdeckt, die mit ihrem Weißwein unzufrieden ist. Er fasst sich ein Herz und schiebt elegant eine Flasche Heineken Light über den Tresen. Das Ganze unter dem Slogan „Lighter is better“. Das Problematische daran: „Lighter“ lässt sich nicht nur mit „leichter“, sondern auch mit „heller“ übersetzen und die Flasche passiert auf ihrem Weg mehrere People of Colour.

Heineken-Werbung: Lighter is better

Mit dem Slogan „Lighter is better“ sorgte Heineken für mächtig Kritik. (Screenshot: Youtube)

Auf Twitter äußerte sich der Rapper Chance empört und fand dort viele Unterstützer.

Heineken entschuldigte sich später und zog diesen Spot und zwei weitere der Kampagne zurück.

Astra – Wolle Dose kaufen?

Bier und Rassismus scheinen irgendwie recht nah beieinander zu liegen, denn auch Astra schlug in diese Kerbe. Das Plakat, das auf der Hamburger Reeperbahn aufgehängt wurde, sorgte in sozialen Netzwerken für Kritik. Es reproduziere rassistische Klischees und erinnere an die sogenannten Minstrel-Shows des späten 19. Jahrhunderts. Darin traten Weiße mit schwarz angemalten Gesichtern auf und stellen diskriminierende Klischees von PoC dar: naiv, leicht dümmlich, mit aufgerissenen Augen und Mündern.

Astra-Werbung: Wolle Dose kaufen

Dieses Plakat von Astra erhitzte die Gemüter, da es rassistische Klischees reproduziert. (Screenshot: Facebook / FC St. Pauli)

Astra wies die Kritik zunächst zurück und kommentierte unter anderem: „Es tut uns leid, dass du unsere Werbung rassistisch findest. Das war nicht unsere Absicht. Wir glauben nämlich gar nicht an so was wie Rasse. Wir glauben an Menschen. Große, kleine, dicke, dünne, weiße, braune, alle Menschen. Und wir glauben, dass sie alle ein Recht darauf haben, mal aufs Korn genommen zu werden – und über sich selbst zu lachen.“ Ein recht beliebter Move: Rassist ist der, der Rassismus wittert. Später lenkte Astra ein und beendete die Werbekampagne.

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5 Kommentare
Harald
Harald

Künstlich aufgeregt ist auch aufgeregt … Der Artikel ist für mich meilenweit unter dem üblichen Niveau von t3n.

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mkm
mkm

Wo ist denn in dem Artikel die Aufregung? Der Artikel gibt schlicht wieder, welche Werbung innerhalb des letzten Jahres zu (in diesen Fällen durchweg berechtigter) Kritik geführt haben. Es geht also weniger darum, was der Autor kritikwürdig findet, als um die dokumentierte öffentliche Reaktion auf die Werbemaßnahmen.

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Hans
Hans

„Was beleidigend / rassistisch / sexistisch ist, liegt in einzig in der Beurteilung der Betroffenen.“

Das gilt natürlich nicht für alte, weiße Kartoffeln.

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Daniel Keiling
Daniel Keiling

Hallo, ich wollte mal fragen, ob Ende 2018 der Terminus „schwarzer Humor“ eigentlich noch moralisch vertretbar ist?

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Martin Däniken
Martin Däniken

Schwarzer Humor ist out..Alice hat sich beschwert!
Es heisst jetzt „weisser männlicher repressiver vermeintlicher Humor“!
also „wmrv H!“

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