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Weshalb der Bio-Supermarkt Basic den kompletten Onlinehandel aufgibt

Basic konzentriert sich wieder auf sein Offline-Geschäft. (Bild: Basic / Amzaon)

Es war ein Abschied auf Raten: Die Bio-Supermarktkette Basic, die seinerzeit sogar zu den ersten Amazon-Prime-Now-Händlern gehörte, stampft aufgrund fehlender Perspektiven  ihr gesamtes Onlinegeschäft ein.

Es ist schon fast etwas Besonderes, wenn in Deutschland ein Lebensmittelhändler sagen kann, dass er seit knapp zehn Jahren ein Onlinegeschäft hat. Beim Biosupermarkt Basic war das der Fall. Die Kette, an der zwischenzeitlich sogar die Schwartz-Gruppe (Lidl, Kaufland) Anteile hatte, bot bereits 2009 Bio-Lebensmittel im Versand an. Der Hintergrund war damals allerdings nicht, binnen Stunden die fehlenden Lebensmittel ins Haus bringen zu können, sondern vielmehr jene Landstriche außerhalb des Einzugsgebiets der Läden zu versorgen. In den letzten Jahren wuchs die Ernüchterung – und das, obwohl das Unternehmen immerhin zum Lieferanten in einigen Städten für Amazon Prime Now wurde.

Basic: Keine Chance auf Gewinnzone online

Heimlich still und leise zog der Bio-Supermarkt jetzt den Stecker bei seiner Online-Präsenz. Seit Ende September weist die Website darauf hin, dass man den Betrieb online eingestellt habe. „Wir sehen keine Chance, mittelfristig mit dem Onlinehandel auf einen grünen Zweig, sprich in die Gewinnzone zu kommen“, zitiert die Lebensmittelzeitung Basic Chef Stephan Paulke. Der dürfte vor allem in den letzten Monaten angesichts der wachsenden Konkurrenz eingesehen haben, dass der Versand von Lebensmitteln alles andere als ein Selbstläufer ist.

Auch wenn Basic für Amazon Prime Now Lieferant in Berlin und München war, blieb die Nachfrage wohl weit hinter den Erwartungen zurück oder die Lieferungen waren nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll. Hier zog man sich im Sommer endgültig zurück, nachdem man schon den Vertrieb über Amazon Fresh Anfang 2018 eingestellt hatte.  Insbesondere diese kostenintensive Form der Schnellbelieferung ist in der Kostenstruktur schwierig abzubilden. Basic will sich in Zukunft wieder mehr auf sein Filialgeschäft und auf die Lebensmitteldepots konzentrieren. Im Sinne der Kundschaft ist dies allemal. Diese hatte der Supermarktkette seinerzeit Vorwürfe gemacht, weil sie sich trotz des begrenzten Angebots an Bio-Lebensmitteln auf Expansionskurs begeben hatte.

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6 Reaktionen
Mohammad Al-Saleh

Wie die Zukunft aussieht kann keiner Voraus sagen. Vlt braucht es ein neues Konzept in der Branche.

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Benutzer

Neue Konzepte können sich aber nur am vorhandenen messen. In Deutschland haben wir eine recht gut ausgebautes Netz an Filialen.

Wenn dieses in der Zukunft ausgedünnt wird oder Produkte in Filialen wesentlich teurer werden als online, steht immer noch die Überlegung der Qualität und Frische gegenüber.

Rechnen wir seit bestehen des Internets zurück, waren Waren die online verkauft wurden entweder im lokalen Markt nicht verfügbar oder günstiger. Heute ist ein einkauf bei Amazon mit Glück bedacht, da viele Produktfälschung im Umlauf sind oder ungeprüfte Produkte den Weg in deutsche Haushalte finden. Beispiele gibt es hier mit DM oder Rossmann die sich gegen ausländische Verkäufer mit ungeprüften Pflegeprodukten herumschlagen müssen. Natürlich sind diese billiger aber auch evtl. irgendwo gefährlicher?

Und bei so einem Kontext will man das auch noch auf Lebensmittel ausweiten schwierig oder?

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Mohammad Al-Saleh

Der Online-Handel wächst und wächst. Ich glaube kaum, dass ausländische Online-Händler Kunden in Deutschland mit frischen Lebensmitteln beliefern werden. Zumal Konsumenten hierzulande, was Lebensmitteln angeht, sehr anspruchsvoll sind.

Mein Kommentar sollte nicht als Meinung bewertet werden.

Hier

Leider kann ich das bestätigen. Der Online Handel für Lebensmittel wird noch in Deutschland einige Zeit gebrauchen um anzukommen. Dazu ist das Netz der Filialen zu groß.

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Benutzer

Der Ganze Online-Gemüse-Verkauf ist doch eh Kontraproduktiv und geht am Kunden vorbei.

Wer sparen will, sucht Möglichkeiten dass es billig bleibt - Lieferungen kosten dagegen Geld - wer nicht sparen muss, lässt sich hofieren oder wird daher nicht das gleiche kaufen wie alle anderen - er geht zu in der Szene bekannten Feinkostläden.

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Benutzer

Nachtrag: ich sehe hier viel eher eine Möglichkeit für Selbstständige wie Ernährungscoachs etc. die auf den Markt gehen und für eine Reihe ausgesuchter Kunden frisch beim Bauern einkaufen und gleich die dazu auf den Kunden angepassten Rezepte liefern.

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