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Biotech-Startup will Wollmammut wiederbeleben, um das Klima zu retten

Das Wollmammut könnte den Schlüssel für das Verlangsamen des Tauprozesses der sibirischen Permafrostböden bedeuten. (Bild: Dotted Yeti/ Shutterstock)
Lesezeit: 2 Min.
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Das Unternehmen Colossal will das Wollmammut wieder auferstehen lassen. Seine Wiederansiedlung könne helfen, eine tickende Klima-Bombe in Sibirien zu entschärfen.

Vor 10.000 Jahren hat der Mensch den Giganten quasi ausgerottet. Die jüngsten Populationen überlebten bis vor 4.000 Jahren nur auf Inseln. Nun will das Biowissenschaftsunternehmen Colossal einen neuen Versuch starten, die ausgestorbene Art wiederzubeleben. Sie will man in einem „Pleistozän-Park“ in Russland ansiedeln. Das erinnert an die Dinosaurier-Wiederauferstehung von Jurassic Park. Dazu passt auch der schillernde Star der Genforscher und Gründer, George Church. Er und seine Leute finden, die Welt müsse „geheilt“ werden und sie hätten den richtigen Weg dafür gefunden. Zuletzt hat das Startup 15 Millionen Dollar aus einer ersten Finanzierungsrunde erhalten. Es will mit seiner genetischen Technologie helfen, den Klimawandel zu verlangsamen.

Ziel: Urzeitwesen aus dem Designlabor

Colossal erklärt, die eigenen Bemühungen um das Aussterben von Arten hätten das Potenzial, ein „funktionierendes Modell für die Wiederherstellung geschädigter oder verloren gegangener Ökosysteme“ zu verankern. Da zu wenig genetisches Material vorliegt, um den Urzeitriesen zu klonen, behelfen sich Church und seine Mitarbeiter:innen mit Elefantenzellen. Die Genetiker nutzen die Genschere Crispr-Cas9, um gezielt DNA zu zerschneiden und in die Zielzellen einzufügen. Genau genommen kreiert Colossal also eine neue Art, einen Elefanten-Mammut-Hybriden. Das „neue Wollmammut“ will Church in einem riesigen Schutzgebiet in Ostsibirien ansiedeln, wo ein weiterer besonders engagierter Wissenschaftler einen kühnen Plan zur Rettung des Weltklimas verfolgt: Sergej Simow.

Colosseum Bioscience Mammut

Zehn Thesen, warum die Wiederansiedlung des Mammuts wichtig ist, führt Colossal auf der Website auf. (Screenshot: Colossal/t3n)

Pleistozän-Park in Sibirien soll Klimawandel-Bombe entschärfen

Sergej Simow und sein Sohn Nikita siedeln dort Arten aus dem Pleistozän an, um das Auftauen der Permafrostböden aufzuhalten. Ihr kleiner Jurassic Park besitzt bereits Rentiere, Bisons und Jakutenpferde – Mammuts fehlen noch. Die Simows haben herausgefunden, dass die Wiederbesiedelung der Tundra die Temperatur des Permafrosts senkt. Die großen Pflanzenfresser fördern das Wachstum des hellen Steppengrases, das wiederum das Sonnenlicht zurückwirft. So verringert es die Wärme, die der Boden aufnimmt, und hält die Temperatur niedrig. Die Permafrostböden Sibiriens stellen eine tickende Klima-Zeitbombe dar: Dort ist mehr Kohlenstoff eingeschlossen, als das dreimalige Abbrennen aller Wälder der Erde produzieren könnte. Colossal drückt es in Zahlen aus: 1.600 Milliarden metrische Tonnen Kohlenstoff schlummern dort.

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