Ratgeber

Wikipedia-PR: So klappt’s mit dem Artikel

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Klappt es in der deutschsprachigen Wikipedia nicht, ist möglicherweise trotzdem ein Eintrag in einer anderen Sprache möglich. Die Hürden liegen insbesondere in der englischsprachigen Ausgabe viel niedriger als in der deutschsprachigen Wikipedia. Dort gibt es z. B. die 100/1000-Regel nicht, sodass auch kleinere Unternehmen und Startups eine Chance haben. Auch in der französisch- und spanischsprachigen Ausgabe haben Unternehmen unter Umständen bessere Karten.

Gute Quellen für Wikipedia

Egal, wo ein Unternehmen tätig wird: Quellen müssen für Wikipedia nicht zwingend in der Sprache der jeweiligen Ausgabe vorliegen. Ein deutschsprachiges Buch darf also auch in der englischsprachigen Wikipedia verwendet werden, um dort Informationen zu belegen. Im Zweifel sind Quellen in der Muttersprache natürlich besser, letztendlich zählt aber immer deren Qualität. Sekundärquellen sind das A und O der Wikipedia-Arbeit.

(Foto: Roman Pyshchyk/Shutterstock)

(Foto: Roman Pyshchyk/Shutterstock)

Natürlich ist die Bildzeitung in den Augen vieler Wikipedia-Autoren weniger verlässlich, als Spiegel Online. Selbstverständlich sind Bücher von Books on Demand kein verlässlicher Nachweis, wohl aber ein Werk aus dem Springer Wissenschaftsverlag. Während die Community bei solchen Fehlern manchmal noch ein Auge zudrückt, reagiert sie auf Pressemitteilungen des Unternehmens allergisch. Diese sind – wie alle Informationen aus dem eigenen Unternehmen – weitgehend tabu. Allenfalls darf man den Geschäftsbericht verwenden, um z. B. reine Fakten wie Umsatz- oder Mitarbeiterzahlen zu belegen.

Immer schön freundlich

Wer mit offenen Karten spielt, die Relevanzkriterien beachtet und zuverlässige Quellen verwendet, kann sich in der Wikipedia-Community einen guten Ruf erarbeiten. Nachhaltig erfolgreich ist aber nur, wer Diskussionen mit anderen Autoren meistert. Selbst wenn diese noch so genervt von bestimmten Änderungen sind, sollten Unternehmen und andere Organisationen immer freundlich zu Wikipedianern sein. Schließlich betreibt das Gegenüber Wikipedia als Hobby, während es für PR-Manager zum Beruf gehört.

Der oft raue Umgangston der Community gegenüber Unternehmen ist nicht nur Ausdruck von Skepsis, sondern auch von Überlastung. Immer mehr Artikel müssen von immer weniger Autoren gepflegt werden. Wenn dann noch Unternehmen problematische Änderungen vornehmen und die Brechstange nutzen, ist es nicht verwunderlich, dass sie in der Community scheitern. Wer freundlich ist und auch bei Fehlern höflich nachfragt, erhält meistens auch eine verlässliche Erklärung. Netter Nebeneffekt: Unternehmen können Autoren, zu denen einmal ein guter Draht hergestellt wurde, auch später wieder ansprechen.

Fazit

Im Vergleich zu Facebook, Twitter und Co. erfordert Wikipedia mehr Aufmerksamkeit. Schnelle Erfolge sind selten, stattdessen müssen sich Unternehmen Schritt für Schritt an die Community herantasten. Wer mit kleinen Änderungen beginnt, erlebt die Enzyklopädie so wie die freiwilligen Autoren. Mit einem eigenen Nutzerprofil können Unternehmen glaubhaft machen, dass sie sinnvoll zur Enzyklopädie beitragen wollen und nicht nur auf Werbung aus sind.

Über die Autoren

Markus Franz und Peter Wuttke sind Geschäftsführer von Sucomo Consulting (Jena) beziehungsweise von einfach machen (Hamburg), zwei auf Wikipedia spezialisierte PR-Agenturen.

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