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Analyse

Wish, die Milliarden-Schrottschleuder: Hintergründe für Kunden und Händler

Die Shopping-App Wish macht mittlerweile über eine Milliarde Dollar Umsatz. (Screenshot: Wish)

Wish, der Onlinemarktplatz für sehr günstige Produkte, gewinnt immer mehr an Relevanz. Vergangenes Jahr soll Wish über eine Milliarde US-Dollar Umsatz erreicht haben. Hintergründe für Kunden und Händler der Wish-Shopping-App in Deutschland.

Eine Milliarde Dollar Umsatz machte der Online-Marktplatz Wish mit seinen Händlern 2017. Der US-Marktplatz verkauft extrem günstige Produkte, darunter auch alberne, sinnlose und qualitativ zweifelhafte Artikel. Auf Youtube ist momentan aufgrund laufender Werbespots kaum ein Entrinnen vor der App möglich. Von vielen traditionellen Marktteilnehmern unterschätzt hat sich der Marktplatz doch recht erfolgreich zwei Alleinstellungsmerkmale geschaffen: der Verkauf an Haushalte mit sehr niedrigem Einkommen und der Verkauf an Nutzer, die keine konkrete Kaufabsicht haben, sondern nur stöbern.

Wish meldet eine Milliarde Dollar Umsatz, Handelsumsatz noch beträchtlich höher

Das US-Portal Cnet berichtet, dass Peter Szulczewski, der CEO und Co-Founder von Wish, in einem Interview mit dem Medium enthüllte, dass das Startup im vergangenen Jahr einen Umsatz von über einer Milliarde Dollar erwirtschaftet habe.

Dabei geht es größtenteils um die Verkaufsprovisionen der Händler bei Wish, denn Wish verkauft selbst nichts auf dem Marktplatz. Rund eine Million Händler bieten laut eigener Angaben bei Wish etwa 200 Millionen Artikel an.

Szulczewski prognostizierte, dass Wish wie bisher seinen Umsatz im nächsten Jahr wieder verdoppeln werde, dann also auf über zwei Milliarden Dollar.

Damit ist Wish zwar immer noch weit abgeschlagen hinter Amazon, wo im vergangenen Jahr mit Händlerdienstleistungen und Provisionen über 31 Milliarden Dollar erwirtschaftet wurden, legt aber trotzdem ein beachtliches Ergebnis hin.

Was und wie verkauft Wish

Wish verkauft zwar auch über eine Website, aber hauptsächlich über die gleichnamige App. Zusätzlich hat Wish noch Apps für ausgewählte Sortimente im Angebot. (Screenshot: Apple/Wish)

Kunden können bei Wish auch gezielt nach Produkten suchen, der Hauptabsatz gelingt jedoch durch einen eher unstrukturiert wirkenden Produktfeed. Beim ersten Start der App fragt der Marktplatz Vorlieben anhand von Produktbildern ab, danach wird eine Zusammenstellung von Produkten geladen. Der Nutzer scrollt sich durch den Feed und wird so zu einem Spontankauf inspiriert, falls er ein interessantes Produkt entdeckt. Wish hat in der Regel keine Markenprodukte im Angebot.

Zusätzlich triggert Wish Kunden mit kurz getakteten Zählern und bietet Interessenten, die länger bei einem Artikel verweilen, dynamisch Rabatte an. Bleibt der Warenkorb mit dem Produkt länger liegen, kann es passieren, dass ein weiterer Rabatt angeboten wird.

Neben der Website wird vor allem in den Apps verkauft. Die Hauptanwendung Wish ist flankiert von einer Variante namens Geek mit Elektronikfokus und einer weiteren namens Deko für den Bereich „Home & Living“. Ergänzt wird das App-Dreigestirn von Wish Local, einer Flohmarkt-App für den näheren Umkreis, vergleichbar mit Stuffle. Letztere App spielt in Deutschland eine eher untergeordnete Rolle, die Angebotsvielfalt- und Aktualität hält sich in Grenzen.

Die Geek-App von Wish im Überblick. Schritt 1: Anmeldung, auch via Facebook und Google. Muss in jeder Wish-App wiederholt werden. (Screenshot: Wish.com)

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Eine Bestellung über Wish kostet meist wenig, dafür kommen noch Versandkosten hinzu, die je nach Größe des Artikels zwischen zwei und 15 Euro liegen. Die Versanddauer ist vergleichsweise lang und kann mehrere Wochen betragen.

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4 Reaktionen
Oliver Jaschok

Ich bestelle sehr häufig bei Geek. Das da nur Schrott ist, kann ich nicht bestätigen. Das man da keine Superqualität bekommt weiß jeder, der dort bestellt. Sie ist aber so gut, das sie meistens ausreicht. Und ob etwas sinnlos ist, liegt im Auge des Betrachters. Unabhängig von der Qualität der Ware, ist der Support bei Wish super! Es wurde bisher immer pro Kunde entschieden. Anders als ich es z.B. bei amazon oder ebay gewohnt bin. Aufgetreten sind Fälle bei mir bisher: Ware bestellt - kommt nicht innerhalb des Zeitraums an - Rechnung wurde storniert. Kommt die Ware danach doch noch, braucht sie auch nicht bezahlt werden. Oder Ware wurde vom Zoll per Stichprobe "abgefangen" und beanstandet (meistens Handy, Tablet, Smartwatch ohne CE Kennzeichnung), wird die Rechnung storniert. Oder Ware bestellt - Ware nicht wie beschrieben (bei mir ein Tablet das 10" sein sollte, aber nur ca. 7" war - Beweisfoto an den Support - Rechnung storniert - Gerät konnte ich behalten oder zurückschicken.
Insofern fühle ich mich als Kunde dort sehr sicher! Wahrscheinlich auch ein großer Teil des Erfolgs! Das "heute bestellen und morgen bekommen-Amazondenken" sollte man allerdings wirklich abstellen und finde ich auch irgendwie gut. Denn dieses "Amazondenken" hat vieles, wie ich finde, auch kaputt gemacht in der Erwartungshaltung zwischen Händler-Kunde.

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Jan L.

Ich und meine Freundin nutzen nicht wish6,sondern Joom und sind sehr zufrieden. Mit 85% der Artikel bin ich zufrieden. Von Kleidung rate ich allerdings ab !

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Oliver-K

Hallo liebes Redaktionsteam,

ich persönlich habe auch mal Wish genutzt und war sehr enttäuscht. Ich verstehe nicht, warum Menschen dort einkaufen. Einmal wählte ich Kleidung aus und das andere Mal ein Technikgagdet und beides war extremer Schrott - wenn ich es mal gelinde ausdrücken darf.

Beste Grüße
Oliver von Firmenpartnerschaft

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Werner

Das stimmt sicher teilweise. Ich hatte auch schon Schrott dabei, kann man meist behalten, weil die Retoure teurer ist als das Teil in den Müll zu schmeißen. Ab und zu findet man schon ein brauchbares Produkt zu einem nicht nachvollziehbar niedrigen Preis. Keine Ahnung, ob das über Volumen geht oder unter Händler-EK verkauft wird. Kleidung ist schon ein Problem. Alles zwei Nummern größer bestellen, dann passt es meist.

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