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„Wolf of Sofia“-Bande: Anklage wegen Online-Betrugs in Millionenhöhe

Scheinfirmen und Online-Anlagebetrug: Die sogenannten Pandora Papers haben ein Schlaglicht geworfen auf dunkle Finanzmachenschaften im Internet. Einer, der davon mutmaßlich profitiert hat, ist nun in Bayern angeklagt – als Komplize des „Wolf of Sofia“.

2 Min. Lesezeit
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Vor allem wenn die TAN per SMS kommt, ist das ein Einfallstor für Betrüger. (Foto: WAYHOME studio/ Shutterstock)

Ein 44 Jahre alter mutmaßlicher Komplize des „Wolf of Sofia“ genannten Cyberkriminellen wird sich voraussichtlich wegen Online-Anlagebetrugs in Millionenhöhe in München vor Gericht verantworten müssen. Der Mann ist wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs in mehr als 300 Fällen angeklagt, wie die Zentralstelle Cybercrime Bayern am Montag in Bamberg mitteilte. Es geht um einen Schaden von mindestens rund 8,7 Millionen Euro – und mindestens 335 Opfer.

Die Ermittler gehen von einem großen Dunkelfeld aus und davon, dass es wohl noch deutlich mehr Geschädigte gibt. Der geplante Prozess dürfte vor dem Landgericht München I laufen.

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Der Angeklagte soll ein führender Kopf einer Betrügerbande gewesen sein, an dessen Spitze der Mann stand, den Medien „Wolf of Sofia“ tauften. Dabei handelt es sich um einen in Österreich wegen Cyberkriminalität verurteilten Mann. Der Spitzname „Wolf of Sofia“ nimmt Bezug auf den Film „Wolf of Wall Street“ und darauf, dass die Bande Call-Center in Sofia in Bulgarien betrieben haben soll. Die kriminelle Masche der Gruppe war jüngst auch im Zusammenhang mit den Enthüllungen rund um die sogenannten Pandora Papers in die Schlagzeilen geraten – also um ein Datenleck mit Angaben über internationale Schattenfinanzplätze.

Vorgehen der Täter genau geplant

Die Täter spiegeln potenziellen Kunden vor, digitale Plattformen für den Handel beispielsweise mit unterschiedlichen Währungen zur Verfügung zu stellen. Der Anleger eröffnet dann auf der Website des Anbieters für 250 bis 300 Euro ein Handelskonto. Er wird dann nach und nach von angeblichen Experten überzeugt, immer mehr Geld zu investieren – in Scheinfirmen oder bei Finanzagenten.

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Das Geld wird dann über ein komplexes, europaweit installiertes Geldwäschenetzwerk verteilt. Die Tätergruppierungen betreiben im Ausland Call-Center, in denen jeweils mehrere Hundert Menschen mit den notwendigen Fremdsprachenkenntnissen arbeiten.

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Der nun angeklagte Mann soll als „Vice President Sales“ – als Vize-Chef Verkauf – innerhalb des Managements der kriminellen Strukturen eine wesentliche Rolle gespielt haben. Nach Angaben der Ermittler war er in die Organisation und Leitung der Call-Center eingebunden. Er war den Angaben nach am Flughafen in Athen festgenommen und im November 2020 von Griechenland nach Deutschland ausgeliefert worden. Seither sitzt er hier in Untersuchungshaft.

Zwei Mittäter waren nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg bereits im Juni vom Landgericht Würzburg zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren und neun Monaten beziehungsweise vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

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Weitere mutmaßliche Täter warten nach Angaben der deutschen Ermittler in der serbischen Hauptstadt Belgrad auf ihren Prozess. Die zuständige Wirtschaftskammer des Landgerichts München I wird nun entscheiden müssen, ob die Anklage gegen den 44-Jährigen zur Hauptverhandlung zugelassen wird. dpa

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