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Digitale Gesellschaft

Aufruf gegen Überwachung: 560 Schriftsteller und Nobelpreisträger unterschreiben „Writers Against Mass Surveillance“

Insgesamt 560 Schriftsteller aus 82 Ländern, darunter fünf Nobelpreisträger veröffentlichen am Dienstag einen Aufruf zu mehr Datenschutz und Grundrechten im digitalen Raum. Sie fordern die Schaffung einer digitalen Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen.

560 Schriftsteller, davon 79 aus Deutschland, fordern Ende der Massenüberwachung

Gestern starteten bereits acht führende, amerikanische IT-Firmen, darunter auch Apple und Microsoft, einen Aufruf an die US-Regierung in mehreren großen Tageszeitungen. Heute folgte bereits der nächste Aufruf von Überwachungs-Gegnern. Dieses Mal handelt es sich bei den Initiatoren um 560 internationale Schriftsteller aus 82 Ländern. Darunter befinden sich auch fünf Nobelpreisträger und 79 deutsche Schriftsteller.

Forderung nach einer „Internationalen Konvention der digitalen Rechte“

Der Aufruf unter dem Motto „Writers Agains Mass Surveillance“ wird am Dienstag in mehr als 30 Tageszeitungen erscheinen und ist im Wortlaut relativ kompakt und konkret. Einsehbar ist er beispielsweise in der digitalen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die für 1,60 Euro online gekauft werden kann oder kostenlos auf der zugehörigen Internetseite. Am Ende des Dokuments fordern die Unterzeichner von den Vereinten Nationen die Schaffung einer „Internationalen Konvention der digitalen Rechte“. Der Forderungskatalog des Aufrufs sieht wie folgt aus:

  • WIR FORDERN [DAHER], dass jeder Bürger das Recht haben muss, mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem; dass er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Daten gesammelt werden; und dass er sie löschen lassen kann, falls sie illegal gesammelt und gespeichert wurden.
  • WIR RUFEN ALLE STAATEN UND KONZERNE AUF, diese Rechte zu respektieren.
  • WIR RUFEN ALLE BÜRGER AUF, diese Rechte zu verteidigen.
  • WIR RUFEN DIE VEREINTEN NATIONEN AUF, die zentrale Bedeutung der Bürgerrechte im digitalen Zeitalter anzuerkennen und eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte zu verabschieden.
  • WIR RUFEN ALLE REGIERUNGEN AUF, diese Konvention anzuerkennen und einzuhalten.
Writers Against Mass Surveillance: Ein Ausschnitt des vollständigen Aufrufs von 560 internationalen Schriftstellern gegen Massenüberwachung. (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 10. Dezember 2013; Seite 27)
Writers Against Mass Surveillance: Ein Ausschnitt des vollständigen Aufrufs von 560 internationalen Schriftstellern gegen Massenüberwachung. (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 10. Dezember 2013; Seite 27)

Writers Against Mass Surveillance: Günter Grass, Roger Willemsen und T.C. Boyle

Zu den bekanntesten deutschen Unterzeichnern gehören etwa Günter Grass, Sten Nadolny, Roger Willemsen oder Peter Sloterdijk. International gesellen sich zum Beispiel T.C. Boyle, Björk und Liao Yiwu zu den Unterzeichnern des Aufrufs, die aus 82 Ländern stammen. Trotz des Appells an die Vereinten Nationen verfügt der Aufruf ganz bewusst über keinen konkreten Adressat, wie die Mit-Initiatoren Juli Zeh und Ilija Trojanow im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verraten.

Ein Aufruf wirkt in die breite Öffentlichkeit. Die ist auch der realistische Adressat. Der UN-Generalsekretär kann das Problem nicht allein lösen, auch nicht der Sicherheitsrat. Wir brauchen einen Mentalitätswechsel. Juli Zeh im Interview mit der F.A.Z.

Angeschlossen an den gedruckten Aufruf bieten die Initiatoren ab Dienstag früh auch eine Online-Petition auf der Plattform Change.org an. Die Zustimmung zu diesem digitalen Aufruf soll darüber entscheiden wie es in Zukunft mit der Initiative der Autoren weiter geht. Bisher ist die gesamte Aktion privat organisiert und wird von keiner Organisation getragen.

via www.faz.net

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