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Youtube: Wenn Content-Moderation psychisch krank macht

Laut Berichten legte der Subunternehmer Accenture  seinen Mitarbeitern ein Schreiben vor, das die Verbindung zwischen Youtube-Moderation und psychischer Krankheit herstellt. (Foto: Shutterstock)

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Gewalt und Extremismus von Youtube zu entfernen, ist kein einfacher Job. Ein neuer Bericht zeigt jetzt, wie die Arbeit sogar zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen kann.

Um Videos und Posts mit gewalttätigen oder extremistischen Inhalten von sozialen Netzwerken zu löschen, klicken sich täglich Tausende sogenannte Cleaner durch gemeldete Posts. Schilderungen der verheerenden Zustände bei Subunternehmern, die die Arbeit für  Facebook und Co., erledigen, gibt es schon länger. Das Unternehmen Accenture lässt laut einem Bericht von The Verge rund um die Uhr Menschen den Content von Youtube säubern. Als erster Subunternehmer hat Accenture seinen Mitarbeitern nun ein Schreiben vorgelegt, mit dem sie anerkennen sollen, dass ihr Job zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen kann.

„… sogar zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen kann (PTBS)“

„Ich verstehe, dass der Inhalt, den ich anschaue, verstörend sein kann“, zitiert The Verge aus dem Dokument. „Es ist möglich, dass das Anschauen von solchen Inhalten meine mentale Gesundheit beeinflusst und sogar zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen kann (PTBS).“

Mit dem Schreiben an ihre eigenen Mitarbeiter zieht das Unternehmen Accenture selbst die bisher klarste Verbindung zwischen dem Job als Content-Moderator und der psychischen Erkrankung PTBS. Bisher gab es Berichte über die Arbeitsumstände der Moderatoren vor allem von Facebooks Subunternehmen Cognizant: Einer der Moderatoren soll an seinem Arbeitsplatz einen Herzinfarkt erlitten haben.

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Bisher ist allerdings unklar, ob das Schreiben, das die Accenture-Mitarbeiter über die Gefahren ihres Jobs informiert, arbeitsrechtlich zulässig ist: „Ich werde meinem Vorgesetzten mitteilen, wenn ich glaube, dass die Arbeit meine mentale Gesundheit negativ beeinflusst“, heißt es darin weiter. „Anwälte für Arbeitsrecht haben mir gesagt, das Dokument könnte als Anweisung verstanden werden, den Arbeitgeber über eine Behinderung aufzuklären, was illegal wäre“, schrieb der amerikanische Journalist und Social-Media-Experte Casey Newton in einem Newsletter. „Accenture wird seiner gesetzlichen Verpflichtung, seinen Angestellten einen sicheren Arbeitsplatz zu Verfügung zu stellen, nicht einfach entkommen können.“

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