Digitale Wirtschaft

YouTube startet Musik-Streaming-Dienst – und entfernt dafür Indie-Labels

Alle Anbieter, mit denen sich YouTube für seinen neuen Bezahldienst nicht einigen konnte, verschwinden in den nächsten Tagen von der Video-Plattform.

Nur mehr Videos von YouTube-Partnern

Googles Video-Tochter YouTube bestätigte am Dienstag die monatelangen Gerüchte, einen Musik-Streaming-Dienst aufzubauen. In den vergangenen Wochen war immer mehr über das Projekt zu erfahren, weil Musiklabels sich über die unfairen Verhandlungen mit dem Konzern beschwerten.

Mit den großen Musik-Labels hat YouTube bereits alle Verträge unter Dach und Fach. Die Anbieter, mit denen sich das im Silicon Valley beheimatete Unternehmen nicht einigen konnte, werden in den nächsten Tagen von der Video-Plattform entfernt. Das betrifft vor allem unabhängige Künstler und Indie-Labels.

Video und Musik ohne Werbeunterbrechung

Dieses Vorgehen bestätigte der YouTube-Head of Content and Business Operations Robert Kyncl. Mit den aktuellen Vertragspartnern decke das Portal 90 Prozent des Musikmarkts ab, beschwichtigt er. Vertreter der Indie-Labels behaupten jedoch, ihr Marktanteil sei weitaus höher. In den Verhandlungen mit der Google-Tochter sahen sie sich mit unfairen Vertragsbedingungen und niedrigen Lizenzzahlungen konfrontiert. Andere Streaming-Dienste wie Spotify, Rdio oder Pandora würden hingegen faire Deals anbieten.

YouTube will mit seinem neuen Produkt ein Stück vom Streaming-Markt, der derzeit von Spotify und Pandora belegt ist, abgreifen. Über den Bezahl-Dienst können Nutzer ohne Werbeunterbrechung Videos und Musikstücke konsumieren. Wie viel das Abo kosten wird, ist noch unbekannt. Der Dienst wird derzeit intern getestet, einen offiziellen Launch-Termin gibt es noch nicht. Das Paid Content-Angebot will YouTube jedenfalls noch dieses Jahr starten. Von weiteren Verhandlungen mit den Labels will sich das Unternehmen nicht aufhalten lassen. Die nötige Technologie für das neue Projekt kauft sich Google übrigens zu: YouTube soll Interesse an der Übernahme des Streaming-Startups Twitch haben.

via www.theguardian.com

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6 Kommentare
Andi

Also ob sie da jetzt noch viel machen können ist für mich fraglich. Spotify deckt so ziemlich alles an Musik ab. Zumindest wäre mir noch kaum etwas untergekommen das es dort nicht gibt. Und das ganze auch noch zu einem mehr als guten Preis. Um User von hier weg zu bekommen müsste Youtube dann ein gutes Stück günstiger sein, was ich mir aber kaum vorstellen kann. Und wenn sie nur das selbe zum selben Preis bieten, sehe ich keinen Grund zu wechseln.

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Sven Ehlert

Google hat schon einen Musik Streaming Dienst – Google Play Music! Jetzt also noch einen? Oder werden die zusammengeführt?

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qwertzman
qwertzman

Indielabels dürfen ihre Musik aber noch bei YouTube hochladen, halt mit Werbeunterbrechung, oder? oO … muss ich jetzt auf Eton Messy verzichten?

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qwertzman
qwertzman

Der eine läuft wohl schlecht.

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