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Zalando lässt kleine, stationäre Einzelhändler Bestellungen abwickeln

Zalando erweitert seinen Marktplatz mit weiteren Textilhändlern. (Screenshot: Zalando)

Zalando überlässt neuerdings einen Teil seiner Bestellungen stationären Einzelhändlern: zuerst nur Schuhe, jetzt auch Kleidung.

Eine Möglichkeit, große Bestellmengen abzuwickeln, ist eine dezentrale Versandlogistik. Rewe wickelt beispielsweise viele seiner Onlinebestellungen in den lokalen Supermärkten ab und lässt den lokalen Händler an den Kunden ausliefern. Zalando experimentiert seit Oktober 2016 mit einem System der Karlsruhe Gaxsys GmbH, die sich auf die Anbindung von Fachhändlern an Ökosysteme von Marken und großen Herstellern spezialisiert hat. Erstreckte sich das Pilotprojekt zuerst nur auf Schuhe, ermöglicht die Mode-Plattform Händlern jetzt auch den Verkauf von Textilien.

Zalando stellt Pilotprojekt breiter auf

Neuhandeln meldet, dass Zalando seine Kooperation mit lokalen Schuhgeschäften jetzt auf Mode-Boutiquen erweitert. So können Einzelhändler nicht nur Schuhe, sondern alle Textilien über Zalando verkaufen. Damit werden quasi tausende Textilhändler zu einem potentiellen Außenlager von Zalando. Aktuell sollen laut Neuhandeln nur etwa 100 Fachhändler an dem System teilnehmen, die bis zu 300 Bestellungen pro Woche versenden.

Textil-Einzelhändler können jetzt Bestellungen für Zalando abwickeln. (Foto: Zalando)

Das System von Gaxsys funktioniert wie ein Marktplatz im Marktplatz Zalando: In einem Händlerbackend werden allen beteiligten Einzelhändlern, die für die jeweiligen Marken freigeschaltet sind und über passenden Warenbestand verfügen, alle offenen Zalando-Bestellungen angezeigt. Ein beliebiger Händler kann den Auftrag dann annehmen, packt die Bestellung in einen Zalando-gebrandeten Karton und versendet direkt an den Kunden. Der Retourenschein, der vom Händler mit in den Karton gelegt wird, ist auf den Händler ausgestellt. So würde der Kunde bei einer Retoure wieder an den Händler zurücksenden – nicht an Zalando. Zalando behält eine nicht näher genannte Provision für den Auftrag ein.

Sollte der Auftrag innerhalb einer festgelegten Zeitspanne nicht von einem Händler angenommen werden, übernimmt Zalando zentral die Auslieferung.

Theoretisch ermöglicht das System unterschiedliche Modi, die eine Zuordnung der Bestellungen zu Händler-Gruppen nach definierten Kriterien ermöglicht. Zalando scheint aktuell nur den Warenbestand vorauszusetzen, vor einem Jahr wurde noch angekündigt, dass zukünftig ein kurzer Lieferweg ein Kriterium werden soll. So würden Händlern, die näher beim Kunden platziert sind, die Aufträge zuerst angeboten.

Gaxsys, das System für die Abwicklung, ist seit Jahren schon an andere Onlineshops von Marken und Händlern angebunden – und vermittelt Händler an passende Onlineshops. Das dürfte einen schnellen Rollout der Zalando-Erweiterung erleichtern.

Marktplatz für Händler soll 2018 im Ausland eingeführt werden

Zalando will die Expansion offensichtlich schnell vorantreiben, im Händlerbereich für den deutschen Marktplatz steht der lapidare Hinweis „Die Eröffnung weiterer Märkte außerhalb Deutschlands ist für 2018 in Planung.“

Ob die Bestellungen aus dem Ausland dann auch über deutsche Händler abgewickelt werden sollen, ist unklar.

Händler können sich für eine Teilnahme bewerben

Händler, die sich für eine Zusammenarbeit interessieren, können sich über ein Onlineformular bei Zalando bewerben. Gaxsys verspricht eine schnelle Anbindung, die nur wenige Klicks benötige. Gebühren für die Anbindung fallen nicht an, monatliche Gebühren ebenfalls nicht. Nur bei einem aktiven Verkauf wird eine Provision berechnet, eine Verpflichtung, Bestellungen anzunehmen, existiert nicht. Zu Beginn erfolgt eine kurze Schulung zu den Funktionalitäten des Systems, danach erfolgt die Freischaltung.

Für welche Marken Händler Bestellungen entgegennehmen können, ist in einer Liste zusammengefasst worden. Aktuell sind 26 Textilmarken von A wie Adidas bis V wie Viking, sowie 70 Schuhmarken verfügbar.

Problem: Dezentrale Bestellabwicklung fördert die Paketflut

Plattformstrategien, die so aufgebaut sind wie die von Zalando, haben einen Haken: Wenn Warenkörbe über viele Händler verteilt werden, landen im schlimmsten Fall viele Pakete beim Endkunden. Das hat sich schon bei About You in der Anfangsphase als Problem erwiesen: Die Kunden sind unzufrieden über den erhöhten Aufwand bei der Paketannahme, den überflüssigen Abfall und senden Retourenpakete auch mal an die Zentrale, statt an den Händler. Eine vernünftige Lösung für dieses Problem zu finden, wird schwierig werden.

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