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Zalando: Wie KI zukünftig Modeempfehlungen geben will

Steht dieses Logo bald für das „Betriebssystem“ der Modewelt? (Foto: dpa)

Zalando will mit Hilfe von Machine-Learning Kunden bei der Auswahl passender Artikel unterstützen. Das könnte zu größeren Bestellungen und niedrigeren Retourenquoten führen.

Kann ein Computer Mode verstehen? Kann er wissen, welche Farben und Kleidungsstücke zusammenpassen? Ein neues Zalando-Produkt will genau das leisten und bietet Kunden künftig Inspiration in Form von individuellen Outfits. „Wir sehen, dass es vielen Kunden weniger an der Auswahl fehlt als eher an der Inspiration und an Ideen, was ihnen von den zahlreichen Produkten stehen könnte“, erklärt James Healy, Vice President Inspire & Engage bei Zalando.

Der „Algorithmic Fashion Companion“ (AFC), ein Algorithmus mit Styling-Expertise, erstellt Outfits, die zu der Einkaufshistorie der Kunden passen. Dabei berücksichtigt und fokussiert sich das Tool auf Waren, die bestellt und behalten wurden. Der AFC kreiert Outfits um sogenannte „Ankerartikel“, das können Kleidungsstücke sein, die Kunden kürzlich gekauft oder die sie auf ihre Wunschliste gesetzt haben. Zu ihrem Ankerartikel werden den Kunden zwei bis drei passende Elemente angezeigt.

Zalando testet schon lange Modeempfehlungen auf KI-Basis

Seinen Modegeschmack hat der AFC durch Machine-Learning entwickelt – ein Prozess, der sicherlich im Laufe der Zeit noch weiter verbessert werden wird. Zalando-Entwickler-Teams haben dem Algorithmus auf Basis von mehr als 200.000 Outfits beigebracht, einzelne Kleidungsstücke zu identifizieren und zu neuen Outfits zu kombinieren. Als Basis dienten vor allem Outfits, die Stylisten von Zalon, Zalandos kuratiertem Shopping-Service, zusammengestellt haben. Bei der Auswahl von Produkten hat Zalando zunächst die Waren der letzten sechs Monate berücksichtigt, wobei Kinder-Outfits ebenso außen vor blieben wie Artikel aus dem Beauty-Sortiment. Berücksichtigt werden in einigen Fällen aber Accessoires, sofern sie zu einem Outfit passen.

(Bild: Zalando)

„Kunden äußern häufig, dass sie sich Tipps wünschen, wie sie bestimmte Kleidungsstücke kombinieren können und dass sie es schätzen, Inspiration und Styling-Tipps zu bekommen“, erklärt AFC-Produktmanagerin Marta Skassa. „Unsere Analysen von verwandten Produkten wie zum Beispiel „Get the look“ haben gezeigt: Kunden, die diese Services nutzen, tätigen mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Kauf und bestellen größere Warenkörbe. Mit dem AFC kann Zalando ihnen kostenlos eine unbegrenzte Zahl an Outfits vorschlagen, basierend auf Artikeln, die sie entweder schon in ihrem Kleiderschrank oder zu ihrer Wunschliste hinzugefügt haben.“

AFC: Wenige Überraschungen, aber wenig echte Fehlgriffe

Der Algorithmus hat seinen Modegeschmack bereits unter Beweis gestellt, Zalando hat ihn natürlich ausführlich getestet. „In Umfragen haben wir Kunden nach ihrer Meinung zu unterschiedlichen Outfits gefragt, von denen einige von Stylisten zusammengestellt wurden und andere durch den Algorithmus“, so Marta Skassa. Sowohl die Outfits der Stylisten als auch die des AFC wurden von jeweils etwa 50 Prozent der Befragten als „gut“ befunden. Interessanterweise erhielten die Outfits der Stylisten aber häufiger die Einstufung „schlecht“ (16,9 Prozent), im Gegensatz zu 13,9 Prozent für den Algorithmus. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Computer sehr gut darin ist, Gelerntes zu reproduzieren. Aus der zur Verfügung gestellten Datenbasis kann der Algorithmus etwas erstellen, das den Geschmack der Leute überwiegend trifft. Stylisten kreieren etwas Neues, setzen Trends, Algorithmen folgen ihnen.“

Somit eignet sich ein solcher Algorithmus vor allem, wenn man als Händler auf Nummer sicher gehen will – wirklich revolutionäre oder überraschende Outfits werden nach dieser Lesart zwar eher nicht unter den Vorschlägen sein, wohl aber solche, mit denen man als Kunde nichts falsch machen kann. Der AFC ist ab dieser Woche für Zalando-Kunden in 17 Zalando-Märkten verfügbar.

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