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Fundstück

Warum dir Facebooks Datensammlung Gedanken machen sollte

Facebook: Zweifel sind angebracht. (Foto: Alexey Boldin / Shutterstock.com)

Dass Facebook Daten sammelt, ist nichts Neues. Ein Data-Scientist zeigt anhand dieser aber, was das soziale Netzwerk alles speichert – und was sich damit anstellen lässt.

Wenn ein Data-Scientist auf andere Data-Scientists schaut

„Facebook sammelt nicht nur Daten über dich, wenn du es benutzt. Es sammelt sogar jeden Tastaturanschlag, den du tätigst. Facebook ist fast schon eine erkennungsdienstliche Behandlung, ganz ohne Rechtsgrundlage.“

Zusammengefasst diese Einschätzung trifft Vicki Boykis, Data-Scientist aus dem US-amerikanischen Philadelphia, in einem sehr ausführlichen Blogbeitrag, den sie im Februar 2017, also auf aktueller Erkenntnisbasis, verfasste. Boykis arbeitet für eine Firma, deren Dienstleistung darin besteht, Data-Mining zu betreiben, um ihren Kunden empirische Daten für diverse Geschäftsentscheidungen zu liefern. Wir dürfen also davon ausgehen, dass Boykis weiß, wovon sie redet, wenn sie das Datamining des blauen Netzwerks aus Palo Alto untersucht.

Dabei geht es ihr nicht darum, den Menschen die Nutzung von Facebook komplett auszureden. Vielmehr will sie lediglich transparent machen, worauf wir uns einlassen, wenn wir das soziale Netzwerk nutzen und was selbst dann passiert, wenn wir Facebook nicht nutzen. Ihre Erkenntnisse sind durchaus bedenklich.

Facebook as usual: Gespeichert wird, was wir preisgeben

Klar sein dürfte wohl eines: Wenn wir unser Schnitzel, unsere neue Frisur, unsere neue Beziehung, unser neues Auto, unseren letzten Urlaub oder unsere politische Gesinnung auf Facebook posten, dann speichert das Netzwerk diese Informationen auch. Das wird niemanden überraschen.

Essensbilder: Beliebte Motive auf Facebook und anderswo. (Foto: Golubovy / Shutterstock)

Überraschen könnte indes, dass Facebook diese Informationen vermutlich nie wieder löscht, zumindest nicht vollständig und nicht ohne sehr nachdrückliches, aktives Tätigwerden unsererseits. Diesen Schluss lässt die Analyse der Datentabellen zu, in denen sich Feldbezeichner wie etwa „deleted_comments“ finden.

Überraschen könnte auch, dass Facebook marketingrelevante Daten aus unseren Posts nicht nur selber nutzt, sondern offenbar an Drittanbieter zu deren Werbezwecken verkauft, wie es umgekehrt auch Daten über uns, die bei Drittanbietern vorliegen, kauft und aggregiert. Das sind aber nur die harmloseren Überraschungen, mit denen Boykis uns konfrontiert.

Weniger usual: Facebook speichert auch, was du nicht preisgibst

Womit wir eher nicht rechnen würden, ist wohl, dass Facebook bereits dann anfängt, unsere Posts zu speichern, wenn wir den ersten Buchstaben tippen. Der blaue Riese wartet offenbar nicht einmal ab, ob wir einen Beitrag letztlich wirklich absenden oder ihn kurz vorher noch löschen. Alles, was wir eintippen, bleibt nach Boykis Analyse der Facebook-Datentabellen in Facebook gespeichert.

Offenbar aggregiert Facebook auch personenbezogene Informationen, die wir selber gar nicht eingegeben haben. Dazu nutzt das Netzwerk die Hilfe unserer „Freunde“, die möglicherweise etwas gepostet haben, das mit uns in Relation zu bringen ist. Auch bei Drittanbietern vorliegende Daten soll Facebook zur Vervollständigung solcher so genannter Schattenprofile nutzen.

Aktive Facebook-Freunde können auch das eigene Datenprofil füllen. (Foto: Antonio Guillem / Shutterstock)

Selbst wenn wir also relativ zurückhaltend sind mit dem, was wir selber posten, schützt uns das nicht vor Transparenz. Ein übermäßig mitteilungsbedürftiger „Freund“ könnte unser Schattenprofil schneller füllen als wir selbst.

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Eine Reaktion
F Mue

ad "Was können wir tun":
Auch wenn nicht jeder auf Facebook verzichten will (ich selbst halte mich bewusst fern), so wäre es doch z. B. schon hilfreich, wenn unsere öffentlich-rechtlichen Anstalten, für die wir Bürger Zwangsabgaben leisten, nicht noch Facebook ständig fördern, indem sie am Ende einer TV-Sendung erwähnen, dass sie auf Facebook erreicht werden können, oder sogar ein Link eingeblendet wird. Diese (mutmaßlich kostenlose) Werbung bringt Facebook zusätzliche Glaubwürdigkeit. Einerseits gibt es hin und wieder kritische Sendungen zu Facebook zu sehen, andererseits steht dem das viel häufigere, völlig konträre, unterstützende Verhalten pro Facebook gegenüber - aus meiner Sicht ein Skandal.

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