Anzeige
Anzeige
News

2.300 Fälle in über 3 Jahren: Betrüger macht Millionen mit Fake-Onlineshops

Mehr als eine Million Euro soll ein 40-Jähriger aus Unterfranken über mehrere Jahre mithilfe von Fake-Shop-Verkäufen erbeutet haben. Der Tatzeitraum liegt laut der Zentralstelle Cybercrime Bayern zwischen Anfang 2020 und Mai 2023.

2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Fake-Shops sind seit Jahren eine beliebte Betrugsmasche. (Bild: Shutterstock/Tero Vesalainen)

Die Shops trugen so austauschbare Namen wie Elektro Ecke, Topado.shop, Housegarden.life, Staubsauger-testsieger.net, Mydealz24.net oder Biker-zubehoer.com. Insgesamt soll der 40-Jährige, der im Landkreis Rhön-Grabfeld wohnte, 52 Fake-Shops betrieben haben, über die mindestens 2.300 Einkäufe getätigt wurden. Dabei war die Strategie immer dieselbe: Die ausgestellten Waren – Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Kfz-Zubehör, Schulranzen, Spielwaren und vieles mehr – wurden nie geliefert, das Geld ohne Gegenleistung einbehalten. Dabei ging es um ganz unterschiedliche Werte, die Bestellungen beliefen sich teilweise nur auf wenige Euro, aber auch auf vierstellige Beträge.

Anzeige
Anzeige

Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat gegen den im Mai 2023 verhafteten Mann jetzt Klage erhoben, er befindet sich in Untersuchungshaft. Für die bis März 2023 nachvollziehbaren 2.309 konkreten Bestellungen beziffert die Staatsanwaltschaft den Wert auf 325.000 Euro, wobei auf den Konten des Mannes aber weitere Zahlungen in Höhe von mehr als einer Million Euro gefunden wurden, die sich noch nicht konkret zuordnen lassen.

Mutmaßlicher Täter war auf Bewährung wegen Betrugsdelikten

Laut der Ermittlungsbehörden gehe man davon aus, dass die Gelder ebenfalls über die Fake-Shops generiert wurden. Der Mann soll die Taten von seinen jeweiligen Wohnsitzen zunächst in Berlin, dann im Landkreis Schwandorf und zuletzt im Landkreis Rhön-Grabfeld aus begangen haben.

Anzeige
Anzeige

Zur Last gelegt wird dem Angeklagten gewerbsmäßiger Betrug in 52 Fällen, wofür das Gesetz für jeden Fall eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht. Darüber hinaus hat die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 1,37 Millionen Euro beantragt. Detail am Rande: Der Angeklagte stand zur Tatzeit unter anderem wegen Betrugs unter offener Bewährung.

Über die Zulassung der Anklageschrift und die Eröffnung des Hauptverfahrens muss die zuständige Strafkammer des Landgerichts Bamberg nun entscheiden – wobei die Aufarbeitung der Spuren durch die Ermittlungskommission der Kriminalpolizeiinspektion Schweinfurt und der Spezial-Staatsanwälte der Zentralstelle Cybercrime Bayern schon eine Reihe von Anhaltspunkten liefert.

Anzeige
Anzeige

Vor Fake-Shops schützen: Recherche kann helfen

Bei Fake-Shops handelt es sich um betrügerische Online-Einkaufsplattformen, die darauf abzielen, arglose und leichtfertige Käufer:innen zu täuschen. Häufig werden die Websites seriöser Einzelhändler oder von Ketten nachgeahmt oder völlig neue Shops mit attraktiven Angeboten für begehrenswerte oder unglaublich günstige Waren eingerichtet. Diese existieren oft nur für kurze Zeit. Wenn sie genug Schaden angerichtet oder Geld verdient haben, werden sie geschlossen und die Betreiber eröffnen einen neuen Shop unter einem anderen Namen oder einer neuen Webadresse. Das macht es für die Behörden schwierig, sie zu verfolgen, und für die Opfer fast unmöglich, ihr Geld zurückzubekommen.

Um sich vor Fake-Shops zu schützen, ist es für Kund:innen wichtig, vor dem Kauf die Glaubwürdigkeit des:der Anbieter:in zu überprüfen, indem man nach Bewertungen sucht, die Website und die Domain genau unter die Lupe nimmt und bei Angeboten, die zu gut sind, um wahr zu sein, misstrauisch wird. Indikatoren für die Seriosität eines Onlineshops können auch (valide) Sicherheitszertifikate wie Trusted Shops sein – sowie vertrauenswürdige Zahlungsmethoden mit Käuferschutz. Wird dagegen ausschließlich Vorkasse per Überweisung angeboten, sollte einen das schon stutzig machen.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige