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Betrug bei Amazon: So können seriöse Marketplace-Händler zu Fakeshops werden

Bei Amazon kommt es immer wieder zu Fake-Angeboten – für die die Shopbetreiber:innen noch nicht einmal etwas können. Im schlimmsten Fall droht den Kund:innen dabei ein hoher finanzieller Schaden.

3 Min. Lesezeit
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Abkassiert: So machen Betrüger mit etablierten Marketplace-Händlerprofilen Kasse. Foto: Eric Broder Van Dyke / Shutterstock)

Wenn Amazon-Marketplace-Angebote günstiger sind als bei den Mitbewerber:innen, freut man sich oftmals. Doch nicht immer handelt es sich dabei um valide Angebote und ehrlich gehandelte Waren. Immer mal wieder wird hier nämlich betrogen – und die Betroffenen sind die Kund:innen, die Shopbetreiber:innen und Amazon selbst.

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Die Vorgehensweise ist immer ähnlich: Amazon-Marketplace-Anbieter:innen stellen vermeintliche hochpreisige Schnäppchen ein: teure Unterhaltungselektronik, Fernseher, Küchengeräte, Notebooks, Tablets oder das neueste Smartphone. Daraufhin schließen Kund:innen den Kaufvertrag. Diese erhalten dann unter dem Vorwand, es gäbe Probleme mit der Zahlung, eine E-Mail mit dem (angeblich korrekten) Zahlungslink, an den sie überweisen sollen.

Oftmals handelt es sich dabei auch um ausländische Konten – und allzu oft um Konten bei Fintechs oder Direktbanken, bei denen der Know-your-Customer-Prozess oftmals weniger streng gehandhabt wird als anderswo. Weiteres Indiz: Oftmals sind die dazugehörigen Mails in schlechtem Deutsch verfasst, was allerdings in Zeiten von guter Übersetzung und KI-Tools seltener wird.

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Geld, was auf diese Weise an Amazon vorbei überwiesen wird, ist für den:die Kund:in zunächst einmal verloren. Man sollte daher – eigentlich banal, aber immer wieder umgangen – nur über Amazonabwicklung automatisiert bezahlen, nicht über externe Dienste. In einzelnen Fällen hat Amazon in der Vergangenheit die Schäden von Kund:innen ausgeglichen, aber das ist alles andere als sicher und selbstverständlich und dürfte ab einer bestimmten Schadenssumme auch die Ausnahme sein.

Amazon-Fake-Angebote oft leicht zu erkennen

In aller Regel erkennt man solche Fake-Shop-Profile allerdings ganz gut. Denn sie enthalten zwar eine (meist korrekte und ergoogelbare) Händler:innenanschrift, doch oftmals ist diese für eine ganz andere Branche. Wenn also ein:e vermeintliche:r Buchverkäufer:in auf einmal Spielekonsolen, Kühlschränke und Edel-Notebooks anbietet oder der Modeversand mit E-Bikes und Fernsehern handelt, ist Vorsicht angesagt. Hellhörig werden sollte man spätestens, wenn entsprechende externe Zahlungsaufforderungen hinzukommen – dann gilt es, gegebenenfalls bei der hinterlegten Händler:innenhotline und bei Amazon nachzufragen.

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Eine andere Variante ist es, dass Händler:innen „zur Validierung“ noch einmal die kompletten Daten mitsamt Bestellnummer und Zahlungsangaben schicken sollen. Bei dieser (auch auf Portalen wie Ebay und Kleinanzeigen.de angetroffenen) Masche geht es darum, Datensätze für Phishing-Mails anzureichern und diese für weitere unlautere Zwecke zu verwenden

Warum der Fake-Shop-Finder nicht hilft

Übrigens hilft es in diesem Zusammenhang auch nicht, den von uns kürzlich genannte Fake-Shop-Checker der Verbraucherzentralen zu kontaktieren. Denn in der Regel sind das ja tatsächlich ganz solide und seriöse Amazon-Marketplace-Händler:innen, deren Zugangsdaten gehackt oder per Phishing ausspioniert wurden. Händler:innen ist daher (ähnlich wie allen Amazon-Nutzer:innen) anzuraten, einerseits zusätzliche Sicherheitsmerkmale in Form der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu aktivieren und zum anderen regelmäßig die Credentials, also vor allem das Passwort, zu wechseln. Sind diese einmal ausgespäht, landen sie sonst schnell im Darknet in entsprechenden Datenbanken. In der Tat wäre es sinnvoll, wenn Amazon alle Handelnden zu 2FA verpflichten würde, mindestens aber sämtlicher Verkäufer:innen.

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Im Gegenteil dürften nach und nach sogar unbescholtene Shops in besagter Fake-Shop-Liste auftauchen. Schon deswegen ist es im Interesse des eigenen Rufs für Händler:innen extrem wichtig, solchen Ärger zu vermeiden. Für potenzielle Kund:innen gilt dagegen, dass sie bei zu günstigen Angeboten, die über Amazon und Ebay auch den Weg in Preisvergleiche und Preissuchmaschinen finden, vorsichtig sind. Übrigens arbeiten viele dieser Betrüger:innen mit runden Preisen – etwa 900 Euro statt den üblichen Schwellenpreisen. Schon das ist ungewöhnlich für professionelle Händler:innen bei Amazon und kann ein zusätzliches Indiz dafür sein, dass etwas verdächtig ist.

Aufpassen rund um Black Friday und Prime Day

Manchmal liegt die Reaktionszeit des Amazon-Service übrigens auch bei offensichtlichen Shops dieser Art inzwischen bei mehreren Tagen (auch und insbesondere dann, wenn ein Wochenende dazwischen liegt). Ausreichend Zeit, dass ein größerer Schaden entstehen kann. Deswegen sollten sowohl Händler:innen als auch Kund:innen extrem vorsichtig sein.

Besonders groß wird das Risiko wohl wieder rund um die umsatzstarken Einkaufstage wie den Prime Day sowie den Black Friday und Cyber Monday sein. Hier kommen gleich mehrere Faktoren zusammen: Amazon und die Händler:innen haben alle Hände voll zu tun, die Kund:innen sind auch bei vermeintlich günstigen Schnäppchen weniger misstrauisch und kaufen oftmals auch bei etwas unklarer Informationslage. Die von uns hier gegebenen Tipps sollten aber gerade an diesen Tagen besonders streng beherzigt werden.

Die witzigsten 1-Stern-Rezensionen auf Amazon

Die witzigsten 1-Stern-Rezensionen auf Amazon Quelle: ADragan/Shutterstock
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