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Passt der Neue ins Team? Mit diesen 6 Fragen findest du es heraus

Damit die Zusammenarbeit klappt, braucht es mehr als nur fachliche Eignung. Die richtigen Fragen zeigen, ob der Kandidat ins Unternehmen passt. (Foto: VGstockstudio/Shutterstock)

„Und?“ – „Also, ich fand den gut. Aber man kann ja nicht reingucken.“ Doch. Ein bisschen schon. Mit diesen sechs Fragen kannst du herausfinden, ob der Neue ins Team passt oder nicht.

Das Recruiting hat’s nicht leicht. Auf ihm ruht schließlich die Verantwortung dafür, dass sie den passenden neuen Mitarbeiter ausfindig machen. Dabei lässt sich die fachliche Eignung des Kandidaten noch recht flott feststellen. Doch wie bitte soll der Personaler herausfinden, ob der oder die Neue auch menschlich zum Unternehmen passt? Möglicherweise entpuppt sich der supersympathische Kandidat später als Einzelkämpfer, was so gar nicht in die Gruppenprojektstruktur des Unternehmens passt? Sechs Fragen geben eine gute Orientierung:

Frage 1: Wie hat dich die Unternehmenskultur deines letzten Arbeitgebers beeinflusst?

Mit dieser Frage kannst du herausfinden, ob der Bewerber ähnliche Wertvorstellungen hat wie du. Erzählt er davon, dass er im letzten Unternehmen die flachen Hierarchien mochte, kann das für dich perfekt passen – oder aber ein Ausschlusskriterium sein. Die Art und Weise, wie die Rückschau verläuft, lässt außerdem Rückschlüsse auf wichtige persönliche Eigenschaften des Bewerbers zu wie beispielsweise Loyalität oder Respekt.

Frage 2: Welche Eigenschaften hatte der beste Chef, den du jemals hattest?

Die Vorstellungen von einem guten Vorgesetzten gehen weit auseinander: Für den einen ist ein toller Chef jemand, der jeden Tag mit dem Team frühstückt und stets eine offene Bürotür hat. Andere finden Führungskräfte super, die ihre Mitarbeiter selbstständig arbeiten lassen, ihnen Vertrauen schenken und Freiraum geben. Der eine möchte einen Chef, der dich aus jeder unangenehmen Situation rausboxt. Der andere will Probleme eigenständig lösen. Je nachdem, ob du dich mit dem Führungsstil identifizieren kannst, den der Bewerber favorisiert, merkst du, ob er ins Unternehmen passt.

Frage 3: Wie bist du in der Vergangenheit mit Konflikten mit Kollegen umgegangen?

Die Antwort auf diese Frage macht deutlich, wie der Bewerber mit unbequemen Situationen umgeht. Lass dir am besten von einer konkreten Konfliktsituation berichten. Der Bewerber wird sich vermutlich einen Konflikt aussuchen, den er aus seiner Sicht gut gelöst hat: Hat er einen geschwätzigen Kollegen, der ihn von der Arbeit abgehalten hat, freundlich gebeten, ihn nicht zu stören? Eine Kollegin konfrontiert, die hinter seinem Rücken über ihn gelästert hat? An der Antwort erkennst du, was der Bewerber für den richtigen Umgang hält. Jemand, der konsequent auf volle Konfrontation geht, passt für einige vielleicht perfekt – andere bevorzugen tolerantere Typen, die nur Themen diskutieren, die ihnen wichtig erscheinen.

Frage 4: Wie funktioniert für dich richtig gute Teamarbeit?

Teamarbeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Dabei reicht es nicht, wenn sich eine Handvoll Leute um einen Konferenztisch versammeln. Oder wenn Aufgaben im Organigramm auf mehreren Schultern ruhen. Die Frage ist, wie sieht dein Kandidat die Sache? Betrachtet er Teamarbeit als Hängematte? Oder will er ernsthaft Verantwortung für das gemeinsame Ergebnis übernehmen?

Frage 5: In welcher Form und wie häufig wünschst du dir Feedback?

In Unternehmen wird unterschiedlich viel und oft Feedback gegeben. Auch wenn dieser Aspekt im Bewerbungsgespräch in der Regel hintenüberfällt, hat Rückmeldung für den Mitarbeiter eine hohe Priorität. Umso wichtiger ist es, die gegenseitigen Erwartungen abzugleichen. Braucht der Bewerber alle paar Wochen eine kurze Bewertung seiner Leistung? Oder favorisiert er ein ausführliches jährliches Gespräch?

Frage 6: Wie sollte eine Organisation mit Fehlern umgehen?

Die Frage, wie eine Organisation mit Fehlern umgeht, sagt eine Menge über die Kultur des Unternehmens aus. Ist es entscheidend, den Schuldigen zu entlarven und Regeln einzuziehen, um Wiederholungstaten zu verhindern? Oder werden Entscheidungen womöglich nur ganz oben getroffen, sodass der Mitarbeiter naturgemäß entlastet ist? Aus der Antwort des Bewerbers lässt sich ablesen, welches Maß an Eigenverantwortung und Fehlertoleranz der Bewerber mitbringt und einfordert – und inwieweit das zu deinem Unternehmen passt.

Mehr zum Thema: Recruiting: Wie du dafür sorgst, dass aus einem Bewerber ein loyaler Mitarbeiter wird

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Ein Kommentar
Nicole
Nicole

Solche Fragen hätte ich mir bei einigen Gesprächen gewünscht in denen die typischen Dinge wie: „Was sind Ihre Schwächen/Stärken?“ oder „Erzählen Sie doch mal Ihren Lebenslauf.“ gefragt worden. Da rollt man doch als Bewerber, der eine umfangreiche Bewerbung mit genau diesen ausgearbeiteten Punkten vorbereitet hat, gleich mit den Augen…
Wäre toll, wenn sich mehr Personaler genau so vorbereiten. Das belebt das Gespräch und beide Seiten können abschätzen, ob man zusammen passt.

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