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9 Schritte weg vom festen Job hin zum Vollzeit-Freelancer

(Grafik: 99designs)

Lesezeit: 9 Min.
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Freelancer verdienen sechsstellige Beträge, reisen um die Welt – oder kämpfen jeden Monat aufs Neue darum, die Miete zahlen zu können. Die Wahrheit liegt natürlich irgendwo dazwischen.

Freelancing kann eine sehr attraktive Alternative zu einem geregeltem Job sein. Es gibt dir mehr Freiraum bei der Wahl, welche Arbeit du machen willst, und mehr Flexibilität, wenn es darum geht, wo und wann du arbeitest. Du kannst im Schlafanzug von zu Hause aus arbeiten, du kannst entscheiden, wie viel du arbeiten willst und wie viel du dafür verlangst. Zudem gibt es keinen Chef, der dir sagt, was du zu tun oder zu lassen hast. Es ist auch ein „einfacher Weg“, um aus einem geregeltem Job herauszukommen, da du dein vorhandenes Können, Wissen und Netzwerk nutzen kannst.

Auf der anderen Seite ist es nicht alles nur Regenbogen und Schmetterlinge: Für dich selbst zu arbeiten, bringt seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Es gibt keine gleichmäßigen Stunden oder klaren Unterscheidungen zwischen Büro und zu Hause; es gibt kein regelmäßiges Gehalt und man muss sich selbst um Krankenversicherung und Altersvorsorge kümmern. Es kann schwierig sein, sich an die fehlende Struktur und Isolation zu gewöhnen, während man allein arbeitet. Die Entscheidung, deinen Vollzeitjob und deine Komfortzone, die das mit sich bringt, zu verlassen, ist eine große, mit Folgen über deinen Kontoauszug hinaus.

Hier sind 9 Schritte, wie du deinen Job verlässt und Vollzeit-Freelancer wirst und dabei sowohl die Ängste und Geldsorgen in den Griff bekommst als auch die praktische Seite, dein eigenes Unternehmen zu führen.

1. Definiere deine Vorstellung von Erfolg

Der Übergang vom Leben als Angestellter zu einem Leben als Inhaber eines eigenen erfolgreichen Unternehmens wird schwierig. Mache dir klar, was du dir von einem Leben als Freelancer erhoffst, bevor du die nötige Arbeit reinsteckst. Stelle dir Fragen wie:

Fast fertig!

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  • Weshalb willst du selbständig arbeiten?
  • Welche Art Arbeit willst du machen?
  • Wie viele Stunden willst du arbeiten?
  • Willst du von zu Hause arbeiten können oder ist es okay, in die Büros der Kunden zu fahren?
  • Wie sind deine Vorstellungen bezüglich deines Einkommens? (Es wird nicht deinem derzeitigen Einkommen entsprechen, da du an zusätzliche Kosten wie Betriebsausgaben und Sachen wie Steuern und Versicherungen denken musst)

Lege deine persönlichen Kriterien für eine erfolgreiche Freelancing-Karriere fest und entscheide, welche von ihnen „nicht verhandelbar“ und welche „ganz nett“ wären. Dies wird dir helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es darum geht, Kunden und Projekte auszuwählen, und dafür sorgen, etwas aufzubauen, was dir die gewünschten Dinge bringen wird.

2. Stelle deine Finanzen voran

Wenn man einen Vollzeitjob hat, mit einem ständigen Einkommen, das auf dein Konto eingeht, kann man schnell die persönlichen Finanzen ignorieren. Du hast ein garantiertes, monatliches Einkommen; deine Steuern gehen direkt vom Gehalt ab, also musst du dir nicht mal darum Gedanken machen; und du genießt alle zusätzlichen Vorteile wie Krankenversicherung und Rentenvorsorge.

Wenn du beginnst, für dich selbst zu arbeiten, musst du aufwachen und dich sowohl um deine beruflichen als auch persönlichen Finanzen kümmern. Bevor du anfängst, musst du sicherstellen, dass es für deine persönliche Situation funktioniert. Egal ob du einen Studienkredit hast, eine Hypothek oder junge Kinder, um die du dich kümmern musst.

Schau dir deine Konten an – zusammen mit deinem Partner oder wer auch immer Teil der Entscheidung ist – und wirf einen Blick auf die Realität:

  • Was kannst du dir leisten, zu tun, und was nicht?
  • Benötigst du Zeit, um einen Puffer an Ersparnissen als Sicherheit aufzubauen? Wie viel? (Du solltest mindestens sechs Monate überbrücken können.)
  • Was kannst du tun, um deine Ausgaben zu reduzieren?
  • Was kannst du tun, um zusätzliches Einkommen zu erzielen?
  • Wie viele Kunden oder Projekte brauchst du, um dich sicher genug zu fühlen, als Vollzeit-Freelancer zu arbeiten?

Mache dir deine Finanzen mehr als deutlich, bevor du dich mitreißen lässt und dich plötzlich in einer heiklen Lage befindest.

3. Bestimme deine Dienstleistungen

Sobald du ein klares Bild davon hast, was du dir vom Freelancen versprichst, und du einen klaren Überblick über deine Finanzen hast, kannst du damit beginnen, tiefer ins Detail zu gehen, wie dein Geschäftsmodell aussehen soll. (Ja, Freelancing ist ein Geschäft, auch wenn es nur aus dir besteht!)

Sorge dafür, dass du diese Fragen beantworten kannst:

  • Wie sieht dein Zielmarkt aus?
  • Welches Problem löst du?
  • Wer sind die idealen Kunden, die dieses Problem oder Bedürfnis haben und bereit sind, für eine Lösung zu bezahlen?
  • Wie verpackst du deine Lösung in verschiedene Dienstleistungen?
  • Wer sind deine Konkurrenten und wie wirst du dich von ihnen unterscheiden?

Du hast in deinem aktuellen Job vielleicht bereits an vielen verschiedenen Projekten gearbeitet, aber als Freelancer hilft es, fokussiert und der Ansprechpartner für etwas Bestimmtes zu sein. Wo liegen deine Fähigkeiten und deine Leidenschaft wirklich?

Recherchiere ein wenig, um besser herauszufinden, was das ist. Sprich mit Leuten oder Unternehmen, die deiner Meinung nach ideale Kunden wären, und schaue, welche Lösungen es bereits gibt.

4. Lege deine Preise fest

Wie man als Freelancer seine Preise festlegt, ist ein viel diskutiertes Thema und rechtfertigt einen ganz eigenen Artikel. Höchstwahrscheinlich setzt du deine Preise anfangs viel zu niedrig an, also erhöhe sie im Zweifelsfall!

Das soll nicht heißen, dass du keine Kompromisse eingehen musst, besonders am Anfang, wenn es hilfreich sein kann, niedrige Einstiegspreise festzulegen oder auch mal Arbeiten umsonst zu erledigen, wenn du nicht viel Erfahrung hast. Allerdings besteht ein großer Teil des Reizes, selbständig zu sein, darin, all diese Freiheit und Flexibilität zu haben, und du wirst sie nie haben, wenn deine Preise zu niedrig sind. Achte auch nicht zu sehr darauf, wie viel deine Wettbewerber verlangen, da niemand weiß, wie sie auf diese Zahlen kommen oder ob sie damit überhaupt Erfolg haben.

Die Kunden werden oftmals im Voraus nach deinen Preisen fragen. Es ist allerdings viel besser, erst ein Gespräch zu führen, um ihre Bedürfnisse zu verstehen und dich als Lösung für ihr Problem zu positionieren, bevor du ihnen einen dem Projekt angemessenen Preis nennst. Du solltest dich auch so schnell wie möglich von Stundensätzen verabschieden und projektbezogene Preise festlegen, damit du nicht nur deine Zeit gegen Geld tauschst.

Zu wissen, was Erfolg für dich bedeutet, wird dir helfen, das zu kreieren, was du von deiner Freelancer-Karriere erwartest. Design von Nashrulmalik für EasyTap.

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5. Sei diszipliniert

So verlockend die Freiheit und Flexibilität der Selbständigkeit auch sind, es gibt auch eine andere Seite: zu viel Freiheit und Flexibilität! Ja, man kann zu viel des Guten haben. Ein erfolgreicher Freelancer zu sein, erfordert Disziplin und Struktur, nicht nur, während du mit der Arbeit für deine Kunden beschäftigt bist (die wird immer fertig), sondern auch bei allem, was mit der Führung eines Unternehmens zusammenhängt: neue Kunden gewinnen, deine Buchhaltung und all der nicht ganz so verführerische, administrative Kram.

Da du deine Tätigkeit als Freelancer neben einem vorhandenen Job ausübst, benötigst du Disziplin, um all dies zusätzlich zu deinen derzeitigen Aufgaben zu meistern. Eine mehr oder weniger regelmäßige Routine, bei der du jeden Tag an den vorrangigen Dingen arbeitest, wird dir helfen, Fortschritte zu machen und dich bei allem, was erledigt werden muss, nicht zu überwältigt zu fühlen. Diese Vorgehensweise wird dir auch helfen, sobald du deinen Job verlassen hast und als Vollzeit-Freelancer arbeitest, da du diese Struktur und Disziplin dann wirklich brauchen wirst, wenn du überhaupt irgendetwas schaffen willst.

Disziplin bedeutet übrigens nicht nur, die Arbeit zu erledigen, sondern auch, dich um deine Gesundheit und dein Wohlbefinden zu kümmern und angemessene Pausen zu machen!

6. Baue deine Onlinepräsenz auf

Da du dir nun über deine Dienstleistungen im Klaren bist, deine Preise hast und über ein bisschen Routine und Struktur verfügst, besteht deine Aufgabe darin, deine idealen Kunden mit deiner Botschaft zu erreichen. Das bedeutet, dass du eine Form von Onlinepräsenz brauchst, damit du deine Glaubwürdigkeit aufbauen, deine Arbeit zeigen und dein Netzwerk ausbauen kannst.

Du solltest so schnell wie möglich eine Website aufsetzen, selbst wenn es nur eine einfache Landingpage ist, die ein paar Informationen darüber enthält, wer du bist und wie du den Leuten helfen kannst. Dein Linkedin-Profil ist ebenfalls ein toller Ort, um auf dich aufmerksam zu machen (obwohl es knifflig sein kann, wenn du noch in einem Vollzeitjob bist und deine Kollegen nicht wissen sollen, dass du versuchst, zu entkommen!) Andere Möglichkeiten wären das Erstellen eines Instagram-Profils, einer Facebook-Gruppe oder eines Medium-Blogs, abhängig von deinem Können und deinen Dienstleistungen. Kommentiere und interagiere mit dem Content anderer Leute und erstelle und teile deinen eigenen Content.

Du solltest auch darüber nachdenken, ein Profil auf Freelancing-Seiten wie 99designs, Upwork und Freelancer (oder einer anderen Seite, die zu deiner Nische passt) zu erstellen. Plattformen wie diese werden dir helfen, dein Portfolio zur Schau zu stellen und neue Kunden anzulocken.

7. Zapfe dein vorhandenes Netzwerk an

Netzwerken ist für manche Menschen ein schmutziges Wort oder zumindest fühlen sie sich damit nicht wohl. Dabei geht es in Wahrheit nur darum, Gespräche zu führen – und zu sehen, wo du vielleicht anderen helfen kannst.

Dein vorhandenes Netzwerk eignet sich für den Anfang am besten, da diese Leute dich bereits kennen, mögen und dir vertrauen. Das soll nicht heißen, dass du direkt mit einem aufdringlichen „Engagier mich!“ auf jeden zurennen sollst – aber es ist wichtig, in der Lage zu sein, deinen Stolz herunterzuschlucken und diese Gespräche zu führen. Die gute Nachricht ist, dass es einfacher wird, je öfter du es machst.

Sei glasklar bei dem, was du fragst, damit sie problemlos Ja sagen können (und du so aus dieser Beziehung bekommst, was du willst!):

  • Willst du Ratschläge von ihnen?
  • Sollen sie für dich eine Bewertung über eure letzte Zusammenarbeit teilen?
  • Sollen sie dich jemandem in ihrem Netzwerk vorstellen?

Ein oder mehrere dieser Gespräche mit deinem vorhandenen Netzwerk werden wahrscheinlich zu deinem ersten Projekt als Freelancer führen.

8. Lerne, wann du Nein sagen musst

Es ist unglaublich schwer, Nein zu sagen, wenn du gerade am Anfang stehst und vielleicht versucht bist, zu jeder Arbeit, die dir angeboten wird, Ja zu sagen. Wenn du ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen willst, besonders eines, das dir Spaß macht, wirst du etwas mehr Strategie (und Mut) brauchen.

Gehe zurück zu deiner Definition von Glück und deinen Kriterien im ersten Abschnitt und nutze diese, um zu entscheiden, wann du Ja oder Nein zu einem Projekt sagen solltest. Es stimmt, dass es eine Experimentierphase gibt, wenn du am Anfang stehst und du noch nicht weißt, bei welchen Projekten und Kunden du am meisten Spaß haben wirst oder welche die bereicherndsten oder lukrativsten sein werden. Dennoch solltest du deine Projekte bewusst wählen:

  • Machst du es für die Erfahrung?
  • Willst du die Kontakte in diesem bestimmten Unternehmen?
  • Suchst du nach Empfehlungen, die du auf deine Website stellen kannst?
  • Ist es ein langfristiges Projekt, das ein wenig Stabilität und ein regelmäßiges Einkommen verspricht?
  • Ist es viel Geld, das dir ein größeres Sicherheitsnetz geben wird?

All dies sind gute Gründe, solange du dir im Klaren darüber bist, was du aus dieser Beziehung mitnimmst.

9. Denke wie ein Boss

Die meisten Freelancer betrachten sich nicht als Unternehmer. Diese Bezeichnung erinnert an die Richard Bransons und Gary Vaynerchuks dieser Welt und Startups wie Uber und Airbnb. Dich selbst als Unternehmensinhaber zu betrachten, wird dir allerdings helfen, die nötige Strenge und Ambition zu haben, wenn es darum geht, ein erfolgreicher Freelancer zu sein.

Du solltest deine beruflichen und persönlichen Finanzen auf jeden Fall getrennt voneinander halten. Dies kannst du zum Beispiel einfach erreichen, indem du ein Geschäftskonto eröffnest. Sofern du kein Buchhaltungsgenie bist, ist es am besten, einen Buchhalter um Rat zu fragen, der dafür sorgen wird, dass du die richtigen Dinge parat hast und weiß, welche Dinge du beispielsweise als geschäftliche Ausgaben absetzen kannst. Du solltest auch einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben haben, damit du genau weißt, wie es deinem Unternehmen geht. So kannst du dich um Rechnungen kümmern, die noch nicht bezahlt wurden, und weißt, wann du an dem Punkt bist, an dem du ausschließlich als Freelancer arbeiten kannst.

Etwas allgemeiner gesagt: Jetzt, da du der Boss bist, solltest du dich auch wie einer verhalten: Investiere in Fortbildungen, sorge dafür, dass dein Arbeitsplan vernünftig ist und du auch mal angemessenen Urlaub nimmst und dir von Zeit zu Zeit eine Gehaltserhöhung gibst!

Bist du bereit, den Sprung zu wagen?

Es ist absolut möglich, ein erfolgreicher Vollzeit-Freelancer zu sein und diese Schritte zu befolgen wird dir helfen, schneller dorthin zu gelangen. Dein Unternehmen und deine Ersparnisse aufzubauen, während du noch einen Vollzeitjob hast, ist auch ein sicherer Weg für einen reibungslosen Übergang, statt einfach direkt den Sprung zu wagen und das Beste zu hoffen. Immer mehr Menschen entscheiden sich, Vollzeit-Freelancer zu werden und nicht zurückzuschauen. Ist es Zeit für dich, dich ihnen anzuschließen?

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