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90 Millionen Dollar für das Tesla der Lüfte

Das Gründerteam von Lilium mit dem elektrischen Lufttaxi. (Foto: Lilium)

Das Münchner Startup Lilium arbeitet schon länger an einem vollelektrischen Lufttaxi. Nun stecken namhafte Investoren 90 Millionen US-Dollar in die Idee. Reicht das zum Durchbruch?

Normalerweise lösen Finanzierungsrunden von deutschen Startups bei der Fachpresse keine Begeisterung aus. Die Summen sind hierzulande Vergleich zu den hohen Millionenbeträgen, wie sie etwa in den USA bewegt werden, oft gering. Auch die Namen der Investoren geben nur selten Anlass zur Berichterstattung.

Mit ziemlicher Sicherheit aber wird in den kommenden Tagen sogar im Ausland über ein Startup aus München gesprochen werden: Lilium. Das Jungunternehmen, das an einem Elektro-Jet nach den Prinzipien von Apple und Tesla arbeitet, gab am Dienstag eine Anschlussfinanzierung in Höhe von 90 Millionen US-Dollar bekannt.

Tencent steigt bei Lilium ein

Die Liste der daran beteiligten Investoren liest sich wie ein Who-is-Who der Technologiebranche. So wird die neue Finanzierungsrunde vom chinesischen Internetkonzern Tencent angeführt, zu dem die Messenger-App Wechat gehört.

Ebenfalls mit an Bord: Der von Skype-Gründer Niklas Zennström betriebene Fonds Atomico sowie Obvious Ventures, hinter dem der Twitter-Gründer Ev Williams steht. Insgesamt flossen damit bisher über 100 Millionen US-Dollar in die Idee von Lilium. Zuvor hatte bereits Szenekopf Frank Thelen in das Lufttaxi-Startup investiert.

Jungfernflug sorgte für Aufsehen

Lilium wurde 2015 von Daniel Wiegand, Sebastian Born, Matthias Meiner und Patrick Nathen gegründet. Der Jet wird durch 36 elektrische Turbinen angetrieben, die über zwölf bewegliche Klappen an den Flügeln angebracht sind. Beim Start des Jets werden die Klappen nach unten gerichtet und erzeugen so senkrechten Auftrieb. Mit einer Aufladung soll der Jet bei einer Reichweite von über 300 Kilometern eine Höchstgeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern erreichen.

Der Lilium-Jet wird vollelektrisch betrieben – später soll eine Taxiflotte daraus entstehen. (Foto: Lilium)

Auf lange Sicht will Lilium so ein neues Transportangebot für den öffentlichen Raum schaffen. „Wir werden die Art und Weise revolutionieren, wie wir uns in und rund um die Metropolen unserer Welt bewegen“, lässt sich Mitgründer und Geschäftsführer Daniel Wiegand in einer Mitteilung zitieren.

Reisen sollen sich mit dem Jet mindestens fünf Mal so schnell absolvieren lassen wie mit dem Auto. Geplant ist eine Art Taxidienst in der Luft. Der Lilium-Jet soll sich per App auf dem Smartphone buchen lassen und – auf die Distanz gerechnet – ähnlich viel kosten wie eine Taxifahrt im Auto. Bis dahin werden aber noch einige Jahre vergehen: Den kommerziellen Marktstart hat Lilium für 2025 angedacht.

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2 Kommentare
Christian Röös
Christian Röös

Selbst wenn die Technik bezahlbar wird: Eine Zivilpiloten-Lizenz ist unverhältnismäßig viel teurer und aufwändiger als ein Taxischein – wie soll diese Dienstleistung für den Passagier zu den gleichen Kosten angeboten werden?

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Günter
Günter

Tja, und ich glaube auch nicht, dass die Dinger in großer Masse kreuz und quer durch die Innenstädte fliegen werden. Hoffe ich zumindest.

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