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Ablenkungen im Büro: Udemy listet die nervigsten Störfaktoren auf

Ablenkungen im Büro: Soziale Medien sind echte Produktivitätskiller. (Foto: Shutterstock-Fizkes)

Geschwätzige Kollegen, blinkende Smartphones – es gibt viel, das für Ablenkungen im Büro sorgt. Udemy hat gefragt, was am meisten nervt. Und wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer reagieren können.

Es hat genau zehn Minuten gedauert, um diesen ersten Satz zu schreiben. Absurd, meinen jetzt viele Leser: Wie können denn bitteschön diese zwölf Wörter so viel Zeit in Anspruch nehmen? Der Grund kann etwa sein, dass man gerade an einer Vierer-Schreibtisch-Insel sitzt und die drei Personen in Hörweite über dies und das und jenes reden – das Wochenende, das neue Snowboard, die Leaving-Neverland-Doku und auch Niels Rufs neuer Instagram-Post. Der erste Satz muss sitzen, lautet eine journalistische Regel. Aber unter diesen Umständen lässt er sich nur schwer konstruieren. Ablenkung verringert die Arbeitsleistung von Angestellten.

Das ist zwar bekannt, die Online-Akademie Udemy ist dem Thema jetzt jedoch in einer Befragung etwas genauer auf den Grund gegangen. Die Lernplattform für Berufstätige hat im Rahmen des „2018 Workplace Distraction Report“ die Aussagen von mehr als 1.000 Angestellten analysiert. Neben geschwätzigen Kollegen seien es auch ständig blinkende Smartphones, die der Befragung zufolge als größte Produktivitätskiller gelten. Ein Wert wird häufiger zitiert, da er vor allem Unternehmer aufhorchen lässt: 36 Prozent der sogenannten Millennials gaben zu, im Job täglich mindestens zwei Stunden privat am Smartphone zu verbringen.

Ablenkungen im Büro: Soziale Medien sind echte Produktivitätskiller

Ablenkungen im Büro: Facebook nervt. (Grafik: Udemy)

Überhaupt stellen Millennials die am leichtesten ablenkbare Gruppe dar. Überragende 74 Prozent gaben an, sich ständig abgelenkt zu fühlen. 46 Prozent dieser Befragten fühlen sich deshalb auch unmotiviert, 41 Prozent seien durch die Ablenkungen gestresst. Vor allem Facebook und Instagram würden ständig nerven. In der Kategorie der Online-Ablenkungen nehmen die sozialen Netzwerke den ersten und zweiten Platz ein – und das sogar unabhängig von der Altersgruppe. 65 Prozent aller Befragten gaben zu, dass Facebook sie im Job bremsen würde. Dagegen wirkt Instagram mit durchschnittlich neun Prozent noch harmlos.

„30 Prozent hören Musik, um den Gesprächen der Kollegen zu entkommen.“

Spannend ist auch ein Teil der Befragung, der sich mit Störfaktoren in Meetings beschäftigt. Berufstätige kritisieren vor allem, dass Konferenzen aufgrund von Smalltalk und Klatsch sowie Diskussionen über andere Projekte unnötig in die Länge gezogen werden. Ersteres beklagten 54 Prozent der Befragten. Letzteres in etwa 45 Prozent. Eine Sache, die auf viele Außenstehende zunächst besonders offensichtlich erscheinen mag, landet jedoch erst auf dem dritten Platz. In etwa 37 Prozent der Teilnehmer beanstanden, dass Zuspätkommer ablenkend auf sie wirken würden. Auch sie seien echte Produktivitätskiller.

Wie die Udemy-Umfrage zutage gebracht hat, suchen viele Betroffene selbst nach Strategien, um auf Ablenkungen zu reagieren. So würden 43 Prozent der Teilnehmer das Smartphone während der Arbeitszeit ausschalten beziehungsweise mindestens lautlos stellen. 30 Prozent hören Musik, um den Gesprächen der Kollegen zu entkommen. Etwa 26 Prozent wechseln bei akuter Ablenkung zu leichteren Aufgaben, die nicht so viel Konzentration benötigen. Echte Lösungen seien das jedoch nicht. 70 Prozent der Befragten glauben, sie würden von professionellen Trainings zur Vermeidung von Ablenkung profitieren.

Anstatt also nur unmittelbar zu reagieren, sollten Methoden kultiviert werden, die die Wurzel des Problems angehen. Das Zauberwort lautet Verhaltensregeln: Private Gespräche könnten in die Teeküche verlagert werden. Wer ständig in Meetings zu spät kommt, könnte fünf Euro in die Kaffeekasse einzahlen. Private Smartphone-Nutzung nur während der Kaffee-, Raucher- oder Mittagspausen. Aber auch das seien nur Teillösungen. Auch Arbeitgeber sollten im eigenen Interesse reagieren – beispielsweise mit Ruhezonen, flexiblen Arbeitszeiten oder der Möglichkeit, im Rahmen bestimmter Aufgaben von Zuhause aus zu arbeiten.

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2 Kommentare
Micha
Micha

Der 1. Satz hat 10 min gebraucht und trotzdem ist er nicht mal fehlerfrei gelungen, wie das darin verwendete „Smarpthones“ zeigt ;-)

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Sebos
Sebos

„30% hören Musik, um den Gesprächen der Kollegen zu entkommen“. Oh ja. Ich erkenne mich wieder. Wer das Großraumbüro erfunden hat, möge in der Hölle schmoren!

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