Ratgeber

Abmahnungen bedrohen die Existenz von Onlinehändlern

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Unterzeichnet der Abgemahnte die Unterlassungserklärung nicht, kann der Gang vor Gericht drohen. Das abmahnende Unternehmen hat allerdings die Wahl und kann strategisch das Gericht wählen, von dem es sich eine günstige Entscheidung erhofft. Abgesehen davon wird ein versierter Anwalt aber auch einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein bestimmter Fall überhaupt vor Gericht geht. Denn in vielen Fällen geht es, so berichten Fachanwälte, ausschließlich um das Erlösmodell der Abmahnung und eine gerichtliche Auseinandersetzung wird aus vielerlei Gründen gescheut.

Abmahnungen: Fast jeder dritte Händler im vergangenen Jahr betroffen

Auch der Händlerbund hat in einer Umfrage unter seinen Mitgliedern ermittelt, dass das Abmahnwesen im E-Commerce inzwischen mehr als nur ein Nischenphänomen ist: Während 2015 „nur“ jeder fünfte Händler eine oder mehrere Abmahnungen erhielt, waren es 2017 schon 28 Prozent. Einige der Dinge, die da bemängelt werden, können Händler indes gut vorab klären: die AGB, das Impressum, die generelle Aufmachung der Website. Wer keinen Ärger riskieren will, lässt einen Anwalt drauf schauen.

Recherchiert man die „Konkurrenten“, auf deren Geheiß Abmahnvereine oder Anwaltskanzleien die Abmahnungen versenden, wird manchmal deutlich, dass es oft gar nicht um den eigentlich abgemahnten Punkt gehen kann, da sie entweder ein ganz anderes Warensortiment führen oder der Shop eher als Alibi dient. Und so ernährt das im Prinzip sinnvolle Rechtsmittel der Abmahnung eine ganze Branche recht gut.

In wenigen Wochen wird es eher noch schlimmer werden, denn ab Mai dürften die Anwälte einiges zu tun bekommen: im Zusammenhang mit der DSGVO. So gerne Anwälte nämlich uneinig sind und sich hinter einem „kommt darauf an“ verschanzen, so einig sind sie sich in diesem Punkt: Die DSGVO enthält auch und gerade für Webshops eine Vielzahl von Stolperfallen. Deswegen sollten Onlinehändler zunächst prüfen, auf welche Weise sie ihren Webshop technisch optimieren können – fast alle Webshop-Systeme für den deutschen Markt bieten entsprechende Anpassungen und Handreichungen – und danach sollten Händler auch noch einmal einen Fachanwalt die wichtigsten Fragen überprüfen lassen.

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