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Wieso Alibaba-Chef Jack Ma zurücktritt und was er jetzt macht

(Foto: Alibaba)

Alibabas CEO und Gründer Jack Ma ist zurückgetreten und widmet sich zukünftig der Philanthropie. Ganz verlässt der Gründer sein Unternehmen allerdings nicht.

Es dürfte ein denkwürdiger Tag für den jetzt ehemaligen Chef von Alibaba sein: An seinem 55. Geburtstag und im 20. Jahr des Unternehmens ist Jack Ma von seinem Posten als CEO zurückgetreten. Für einen letzten PR-Auftritt hat ihn die Kommunikationsabteilung noch einmal nach Hupan Garden geführt, in sein altes Apartment in Hanghzou: Die Keimzelle von Alibaba, die auch der Startpunkt für viele andere strategische Unternehmen der Gruppe war. Die Wohnung wird von Alibaba wie ein Museum gehütet und immer wieder für neue Projektstarts genutzt. Wenn die Abschiedsparty im 80.000 Sitzplätze großen Hangzhou Olympic Sportstadion vorüber ist, wird Ma sich langsam aus dem Unternehmen zurückziehen, und sich nach eigenen Angaben vorwiegend der Philanthropie widmen. Aber wie sang schon Trude Herr 1987: „Niemals geht man so ganz.“

Jack Ma will in Bill Gates‘ Fußstapfen treten

Der ehemalige Englisch-Lehrer fühlt sich der Bildung immer noch verbunden und hat angekündigt, sich mit seiner Stiftung, der Jack Ma Foundation, deshalb auch eben diesem Thema zu widmen. Die Stiftung unterstützt Schulen und Lehrer im ländlichen China. Darüber hinaus arbeitet sie auch am Umweltschutz und an Gesundheitsthemen.

Wie CNN berichtet, hat Ma bei der Gründung der Stiftung im Jahr 2014 die Bill und Melinda Gates Stiftung als Inspiration erwähnt. „Jack hat seit einiger Zeit Interesse an Philanthropie, Umwelt, Frauenrechten, Bildung und Entwicklungshilfe“, zitiert das Medium den Autor Duncan Clark, der Alibaba in seinem Buch „Alibaba: The House That Jack Ma Built“ porträtiert hat.

Zuletzt hat die Jack Ma Foundation 14,6 Millionen US-Dollar für eine Bildungsinitiative in Tibet gespendet. Die Stiftung unterstützt die Einrichtung von Ausbildungszentren für Lehrer in Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet der Volksrepublik China. Zum Projekt gehört auch die auf zehn Jahre ausgelegte finanzielle Unterstützung von 800 Schülern, 1.400 Lehrern und 1.000 Schulleitern. Mit einem weiteren Projekt hat die Stiftung die sogenannte Netpreneur Initiative in Afrika gestartet: Sie schreibt zehn Jahre lang jährlich einen Preis von einer Million Dollar für zehn afrikanische Unternehmer aus.

Jack Ma spielt weiterhin ein Rolle bei Alibaba

Ganz vorbei ist es wohl nicht: Der mit einem geschätzten Vermögen von 38 Milliarden Dollar ausgestattete Jack Ma wird weiterhin eine Rolle bei Alibaba spielen. Seinen Platz als Vorstandsvorsitzender wird Ma zwar 2020 ebenfalls räumen, aber er wird Stimmrecht behalten. Alibaba nutzt seit 2010 ein etwas ungewöhnliches Firmen-Konstrukt: Eine Gruppe aus 36 Managern steuert das Unternehmen, die sogenannte Alibaba Partnership hat das Recht, die Mehrheit des Verwaltungsrats zu stellen – ungeachtet der Verhältnisse der Anteilseigner. Alibaba hat Sky News bestätigt, dass Jack Ma einen Platz in diesem 36er-Gremium einnehmen wird.

Damit behält Jack Ma ein Stimmrecht und eine Leitungsfunktion bei Alibaba. Die Japantimes zitiert Brock Silvers, einen geschäftsführenden Gesellschafter von Kaiyuan Capital, eine Investmentberatung aus Shanghai, der äußert, das Ma dem neuen CEO Zhang weiterhin über die Schulter schauen wird: „Im Moment ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass Zhang wichtige Entscheidungen ohne Mas Unterstützung treffen wird.“ Ebenso wird sich Ma nicht ganz aus der Geschäftswelt zurückziehen, er will zukünftig auch befreundeten Entrepreneuren als Mentor zur Verfügung stehen.

Gerüchte über politische Gründe für den Rücktritt

Seit Jack Mas Ankündigung kursieren Gerüchte über die Beweggründe seines Rücktritts. Trotz seiner Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei wird vermutet, dass die immer strenger werdende Kontrolle der Internetgiganten durch die Partei zum Rücktritt des Alibaba CEOS geführt haben könnte, so CNN.

Ma bestritt im September letzten Jahres, dass es einen Zusammenhang gebe, und betonte, dass Peking ihn nicht herausdrängen würde. Trotzdem sollen Beobachter davon ausgehen, dass Mas Rückzug auch strategische Gründe haben und der Manager zum Schutz der Firma zurückgetreten sein könnte.

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