Analyse

Alibaba könnte in Deutschland bald Privatkunden beliefern

(Foto: dpa)

Alibaba dürfte mit seinem Onlinehandel Aliexpress bald auch vermehrt Privatkunden in Deutschland ansprechen. Auch könnte sich das bewahrheiten, was wir bereits Anfang des Jahres prophezeit hatten.

Die Unternehmensberatung Oliver Wyman sagt voraus, dass der chinesische Digitalkonzern Alibaba bald Amazon auf den europäischen Märkten angreifen könnte. Wie Handelsexperte Martin Schulte in der Welt am Sonntag ausführte, gehe es um nicht weniger als die Dominanz auf den europäischen E-Commerce-Märkten. Aliexpress dürfte 2020, spätestens 2021, in die europäischen Endkundenmärkte einsteigen.

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Doch das Standing der Marke als chinesischer Konzern ist eine echte Schwierigkeit, die das Unternehmen in jedem neuen Markt vorfindet. Denn gerade chinesische Unternehmen tun sich hier schwerer als westliche Konzerne. Es ist daher davon auszugehen, dass Alibaba versuchen wird, eine große Marke, die positiv besetzt ist, zu erwerben und für sich zu nutzen. Dass dies mit Zalando ein echtes Schwergewicht sein könnte, diese Gerüchte halten sich hartnäckig. Wir hatten dies bereits Anfang des Jahres berichtet – und auch der Oliver-Wyman-Experte Martin Schulte äußerte dies erneut.

Alibaba: Kommt jetzt der Angriff auf Amazon?

Bisher sind die westeuropäischen Kernmärkte wie Deutschland, Großbritannien oder Frankreich und Italien fest in der Hand von Amazon, während das Unternehmen in Märkten wie Russland, die Türkei oder Indien nicht den Stellenwert gewonnen hat wie hierzulande. Immerhin zeichnet sich jetzt ab, dass Alibaba in ein großes Logistik-Hub-Zentrum in Belgien investiert, das mit 220.000 Quadratmetern Fläche und einer verkehrsgünstigen Lage für deutsche und französische Kunden mitten in Benelux ansässig ist.

Doch noch auf einem anderen Gebiet könnte Alibaba in Zukunft europäische Märkte enger einbinden: beim Zahlungsverkehr. Denn bislang spielten Wechat und Alipay vor allem für die Belange der in Europa reisenden Chinesen eine Rolle, westliche Kunden wurden dagegen erst kürzlich überhaupt in die Lage versetzt, in China mit den dort weit verbreiteten Bezahlverfahren zu zahlen. Handelsexperten vermuten allerdings schon länger, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die chinesischen Payment-Lösungen auch westliche Märkte erobern – und damit Mitbewerbern wie Paypal und Klarna, aber auch den etablierten Banken das Leben schwer machen könnten. Kreditkartenanbieter wie Mastercard oder Visa dürften hingegen über eine solche Entwicklung gar nicht allzu böse sein, weil die Kredit- oder Debitkarte stets dahinterliegend ist.

Klar ist, dass wir bei Alibaba nicht über das Ob eines europäischen Markteintritts für den B2C-Sektor sprechen, sondern nur über das Wann. Ob das Unternehmen es dann schaffen kann, dem Platzhirsch Amazon Paroli zu bieten, wird sich zeigen müssen. Für den Kunden dürfte all das nützlich sein, Zulieferer dürften unter einer solchen Konditions- und Preisschlacht dann eher leiden.

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Ribert Lirert
Ribert Lirert

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