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Alles nur geklaut? Plagiatsvorwürfe um provokante Werbung von The Female Company

Die Kampagne "One Girl, One Cup" von The Female Company sorgt für Aufsehen. Allerdings anders, als erwartet. (Foto: The Female Company)
Lesezeit: 3 Min.
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Eine mutige Kampagne von The Female Company auf der Pornoplattform Pornhub schlug hohe Wellen. Jetzt werden allerdings Plagiatsvorwürfe laut. Wurde die Idee geklaut?

Am Mittwoch präsentierte das Femcare-Startup The Female Company eine neue Werbekampagne unter dem Slogan „One Girl, One Cup“. Mit dieser Kampagne sollten Menstruationstassen beworben werden, die das Startup seit kurzem vertreibt. Das Besondere an dem Werbe-Coup: Es wurden in dem Zusammenhang mutige Video-Tutorials auf der Pornoplattform Pornhub veröffentlicht. Auf Social Media wurde die Kampagne hoch gelobt, die kreative Idee fand bei den Fans von The Female Company viel Anklang. Auf t3n.de haben wir ebenfalls darüber berichtet.

Doch nur einen Tag nach Erscheinen von „One Girl, One Cup“ wird der Zuspruch durch ein Posting auf Instagram getrübt. Eine Nutzerin der Social-Media-Plattform hat sich zu Wort gemeldet und zeigt sich in ihrem Statement bestürzt. Die Nutzerin, eine Frau aus der Kreativ-Branche, berichtet, dass die Idee zu der Menstruationscup-Werbung ursprünglich von ihr stamme. Sie habe sich damit bei der Agentur Scholz & Friends beworben, die federführend hinter der Kampagne für The Female Company steht.

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In dem Bewerbungsprozess um eine Position bei Scholz & Friends will die Instagram-Userin eine Idee eingereicht haben, die der tatsächlichen Kampagne zum Verwechseln ähnlich scheint. Mit mehreren Screenshots wird belegt, welches Konzept die Bewerberin Scholz & Friends vorgelegt hat. Der Vorwurf hinter dem Posting: Die Agentur soll die Idee geklaut haben, ohne die Urheberin dafür bezahlt oder als Ideengeberin ausgezeichnet zu haben. Und tatsächlich sieht das Konzept der Instagram-Nutzerin der veröffentlichten Kampagne mehr als ähnlich.

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Instagram-Nutzer zeigen sich entsetzt

Das Posting wurde mittlerweile mehr als 8.600 Mal gelikt, diverse Nutzer der Social-Media-Plattform bekunden in den Kommentaren ihr Entsetzen. Sowohl The Female Company als auch Scholz & Friends haben über Instagram bekannt gegeben, den Vorfall schnellstmöglich zu klären.

Auf Nachfrage von t3n gibt die Agentur Scholz & Friends ein klares Statement ab: Es handele sich eindeutig nicht um ein Plagiat. Im Bewerbungsprozess um eine Stelle als Junior Copywriterin hatten mehrere Bewerberinnen im Rahmen eines Copy-Test dieselbe Aufgabenstellung erhalten. Das Briefing lautete, eine „provokante PR und Media-Idee“ für die Bewerbung von Menstruationstassen zu entwickeln.

Es wurden 2 fast identische Ideen eingereicht

Auf Grundlage dieses Briefings sollen zwei nahezu identische Ideen bei der Agentur eingegangen sein. Die erste Bewerberin hatte ihre Idee zu „One Girl, One Cup“ am 22. Januar 2020 an Scholz & Friends geschickt und bekam daraufhin die Zusage für die Stelle, wie die Agentur t3n mitteilte. Sie ist aktuell als Junior Copywriterin bei Scholz & Friends und hat die Kampagne schließlich auch in der Umsetzung betreut. Die zweite Bewerberin, bei der es sich um die Instagram-Nutzerin mit den Plagiatsvorwürfen handelt, soll ihre Idee mit dem Titel „All Girls, One Cup“ erst eine Woche später, am 29. Januar 2020, an Scholz & Friends geschickt haben.

Einen Nachweis mit den entsprechenden Zeitstempeln konnte Scholz & Friends t3n auf Nachfrage vorlegen.

In einer offiziellen Stellungnahme der Agentur zu dem Fall heißt es: „Es handelt sich hier um den Fall einer kreativen Doppelschöpfung auf Basis eines identischen Briefings. Es war von keiner Seite böse Absicht im Spiel, sondern der Zufall.“

Im Gespräch beteuert auch das Femcare-Startup The Female Company, zu keiner Zeit von einem Ideenklau gewusst zu haben. Co-Gründerin Ann-Sophie Claus versicherte im Telefonat mit t3n, dass sie sich diverse Dokumente von der Agentur habe vorlegen lassen, die belegen, dass die eingestellte Mitarbeiterin von Scholz & Friends bereits eine Woche zuvor auf die Idee zu der Kampagne kam. Sie sagte: „Wir haben zwar mit einem Shitstorm gerechnet, aber nicht mit dieser Form von Shitstorm.“ Um die Fronten abschließend zu klären, soll der ganze Vorfall nun von Anwälten geprüft werden.

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