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Diskriminierungsklage: Frau angeblich wegen Darmproblemen von Amazon gefeuert

Nach dem Pinkelgate im März steht Amazon erneut wegen seines offenbar zu rigiden Umgangs mit Bedürfnissen der Mitarbeiter:innen im Fokus. Diesmal geht es um Darmprobleme.

2 Min. Lesezeit
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Versandlager von Amazon. (Foto: Mike Mareen/Shutterstock)

Im Frühjahr hatte Amazon nach einem Dementi einräumen müssen, dass Mitarbeiter bei der Auslieferung der Pakete durchaus hin und wieder in Flaschen pinkeln müssten. Das gelte allerdings nicht für Lager und Logistikzentren, so Amazon. Aber auch dort geraten Mitarbeiter:innen offenbar in Schwierigkeiten, wenn sie öfter als vom Konzern zugestanden aufs Klo müssen. Eine ehemalige Amazon-Angestellte hat den E-Commerce-Riesen jetzt vor einem US-Gericht verklagt, weil dieser sie wegen zu häufiger Klobesuche gefeuert habe.

Hat Amazon gegen Anti-Diskriminierungsgesetz verstoßen?

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Schon im Juni hatte Maria Iris Jennitte Olivero Klage vor einem Kammergericht in New Jersey eingereicht. Ihr Vorwurf: Aufgrund eines Reizdarmsyndroms müsse sie bis zu sechs Mal am Tag aufs Klo. Ihre Vorgesetzten haben sie deswegen gefeuert, noch bevor sie den Termin für den geforderten Arzttermin wahrnehmen konnte, um den entsprechenden Nachweis zu erbringen. Dieser Termin hätte einen Tag nach ihrer Kündigung stattgefunden. Amazon habe damit gegen ein Gesetz zum Schutz von Personen mit einer körperlichen Beeinträchtigung verstoßen.

Laut der Klageschrift, aus der Businessinsider zitiert, gestaltet sich die Lage aber doch etwas differenzierter. Demnach habe Olivero, die im Juli 2020 ihre Arbeit bei Amazon aufgenommen hatte, ihre:n Manager:in im November über ihre Krankheit unterrichtet. Daraufhin hieß es, dass sich Olivero um eine entsprechende ärztliche Bestätigung bemühen solle. Als dies bis Januar 2021 nicht passiert war, wurde Olivero aufgefordert, den Nachweis innerhalb der kommenden fünf Tage zu erbringen. Zu diesem Zeitpunkt sei der nächste Arzttermin aber erst nach sechs Tagen möglich gewesen, so die ehemalige Amazon-Angestellte. Nach Ablauf der Frist von fünf Tagen sei sie dann aber gefeuert worden.

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Frau soll von Amazon 75.000 Dollar fordern

Amazon sowie Oliveros Anwält:innen wollten sich zu dem Sachverhalt zunächst nicht äußern. Bekannt geworden sein dürfte der Fall, weil er im August vor einem Bezirksgericht verhandelt wurde. Amazon soll zudem anstreben, das Ganze vor einem Bundesgericht weiterzuverhandeln. Denn dem E-Commerce-Konzern zufolge solle Olivero eine Entschädigung in der Höhe von 75.000 Dollar fordern – das geht aus der Klageschrift allerdings nicht hervor. Amazon hat jedenfalls den Verdienst von Olivero offengelegt. Die Ausfälle zwischen Januar und August sollen sich demnach auf lediglich 17.250 Dollar belaufen. Wie der Fall ausgeht, wird sich wohl erst in einigen Monaten zeigen.

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