News

Amazon Web Services geraten ins Visier der US-Kartellbehörde

(Foto: Beppe Castro / Shutterstock)

Die Wettbewerbshüter der US-Kartellbehörde FTC weiten ihre Untersuchungen rund um Amazon nun auch auf das Cloud-Geschäft des E-Commerce-Riesen aus.

Ging es den Ermittlern der Federal Trade Commission (FTC), der amerikanischen Wettbewerbs- und Kartellbehörde, bislang vorrangig um Amazons Geschäftspraktiken im Handelsumfeld, so weisen aktuelle Befragungen im Umfeld des Unternehmens darauf hin, dass die FTC ihren Untersuchungsfokus nun auch auf das milliardenschwere Cloud-Geschäft AWS (Amazon Web Services) erweitert hat.

FTC befragt Software-Firmen im Amazon-Umfeld

So befragt die Behörde derzeit Software-Unternehmen, die als Kunden oder Wettbewerber der Cloud-Einheiten Amazons in Frage kommen, nach etwaigen Erfahrungen mit dem Geschäftsgebaren des Unternehmens rund um die AWS. Das erfuhr Bloomberg von verschiedenen Befragten, die anonym bleiben wollten, weil sie über die Befragungen im Grunde nicht sprechen dürften.

Allein der Umstand, dass die FTC Umfeldbefragungen durchführt, zeigt bereits, dass die Ermittler das Unternehmen ganzheitlicher betrachten wollen. Daraus darf indes nicht geschlossen werden, dass sich auch rechtliche Schritte gegen das Unternehmen ergeben würden. Ebenso möglich ist, dass die FTC letztlich nichts zu beanstanden haben wird.

Amazons Cloud dominiert den Markt

Tatsache ist, dass Amazon den Cloud-Markt dominiert und um ein Mehrfaches größer ist als das Angebot des Zweitplatzierten, Microsofts Azure-Cloud. Amazon erwirtschaftet 60 Prozent des Konzernumsatzes mit seinen Cloud-Angeboten und ist dabei hochprofitabel.

Aufbauend auf dem Cloud-Angebot als solchem bietet Amazon weitere Dienste an, darunter Machine-Learning- oder Data-Warehouse-Tools. Denkbar könnte in diesem Zusammenhang sein, dass Amazon einen wettbewerbswidrigen Vorteil daraus zieht, dass Cloud-Kunden, die gleichzeitig zusätzliche Dienste buchen, im Gegensatz zu jenen, die entsprechende Dienste von Drittanbietern in Anspruch nehmen, bevorzugt behandelt werden.

Nutzt Amazon eine Monopolstellung aus?

Eine ähnliche Konfliktlage zeigt sich mit Blick auf den Amazon-Marketplace. Hier bieten viele Amazon-Wettbewerber ihre Waren an, weil der Marketplace inzwischen zu groß und zu sichtbar ist, um dort keine Präsenz zu zeigen. Hier könnte Amazon mit relativ simplen Algorithmen dafür sorgen, dass stets die eigenen Angebote vor jenen unliebsamer Marketplace-Teilnehmer ausgespielt werden.

Die Amazon-Untersuchungen sind mit Blick auf das Behördenhandeln in den USA lediglich als Teil einer großangelegten Kartellrechtsbetrachtung aller großen Technologie-Konzerne zu sehen. Auch Google, Facebook, Apple und andere sehen sich derzeit Ermittlungen solchen ausgesetzt.

Passend dazu: Amazon droht eine Regulierung durch die US-Handelsaufsicht

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung