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Analyse zum Bezahlverhalten: Die Coronakrise ändert Gewohnheiten

(Foto: Shutterstock)

Eine Beratungsfirma hat ein Zukuftsszenario für das Bezahlverhalten in Deutschland entworfen. Demnach könnte die Coronakrise Bargeld langfristig unbeliebter machen.

In der Coronakrise bitten viele Geschäfte ausdrücklich darum, nicht mit Bargeld zu zahlen. Die aktuelle Situation könnte den Abschied vom Bargeld in Deutschland beschleunigen, erwarten Zahlungsexperten der Beratungsfirma Oliver Wyman. Sie haben ein Szenario für die nächsten fünf Jahre entworfen.

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Demnach sollen bis 2025 nur noch rund 32 Prozent der Zahlungen bar erfolgen. Bisher hatten die Deutschen knapp jeden zweiten Einkauf bar bezahlt. Im europäischen Vergleich sind sie eher zögerlich beim Umstieg auf andere Wege. Das ändert sich jetzt.

Umstellung innerhalb von Monaten statt Jahren

Die Auswirkungen der Coronakrise sind in vielen Bereichen des Alltags zu spüren. „Erste Veränderungen im Verhalten der Konsumenten werden sichtbar“, heißt es in der Analyse. Dadurch könnte der Umstieg aufs bargeldlose Zahlen in Deutschland auch langfristig schneller gehen.

„Eine Entwicklung, die mehrere Jahre dauern sollte, wird durch die Corona-Pandemie nun auf wenige Monate kondensiert“, sagt Gökhan Öztürk, Partner und Payments-Experte bei Oliver Wyman, laut Pressemitteilung.

„Sollte die Beschleunigung nach COVID-19 weiter anhalten und eine Vielzahl der Kunden ihr Bezahlverhalten beibehalten, ist auch eine Quote von 20 Prozent bis 2025 nicht unrealistisch“, so Öztürk weiter.

Krise verändert Gewohnheiten

Als Ursachen benennen die Beraterinnen und Berater unter anderem die erfolgreiche Einführung von Apple Pay, die steigende Akzeptanz digitaler Bezahlmöglichkeiten im Handel und das kürzlich erhöhte Limit für kontaktlose Zahlungen.

Ausschlaggebend sei aber Entwöhnung von Barzahlungen durch steigende Hygienestandards. „Das Schwierigste bei der Einführung einer neuen Zahlungsoption war und ist immer, die Konsumenten dazu zu bringen, es auszuprobieren“, sagt Martina Weimert, Partnerin und Payment-Expertin bei Oliver Wyman, laut Mitteilung. Wer sich in der Coronakrise umgewöhnt, werde auch langfristig eher beim bargeldlosen Bezahlen bleiben.

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Ein Kommentar
G.W.
G.W.

Viele jüngere Menschen gehen für ältere Menschen einkaufen oder Erwachsene für ihre alten Eltern.
Die Käufer zahlen dann bargeldlos doch die Älteren geben es ihnen in bar zurück bei der Abrechnung oder überweisen es, wobei dann ihnen oft die jüngeren Erwachsenen im Umgang mit Home-Banking helfen.
Dennoch werden nach Abebben der Corona-Schutzmaßnahmen für ältere Menschen meines Erachtens wieder mehr Bargeld-Bezahler unterwegs sein.
Für viele Bargeld-Zahler ist es oft wichtig, ihre „analog“ vorhandenen Mengen an Bargeld für das monatliche Budget zu sehen, – im Portemonnaie, in der Geldkassette etc.
Wer das so gewohnt ist oder es vielleicht sogar zum gelingenden Geld-Verwalten so benötigt, wird hier nichts ändern wollen bzw. können.
Darüber hinaus ist es auch für nicht wenige Bürger eine Vertrauenssache, auf Bargeld zu verzichten, da hier rasch existentielle Abhängigkeiten entstehen von den auf Profit-Maximierung wirtschaftenden Bankhäusern und einer stabilen, rechtsstaatlichen Politik nach jeder Wahl.
Letzteres scheint mir ein so gewichtiger und im Grunde unkontrollierbarer Faktor zu sein, der mit „Ausprobieren“ in Corona-Zeiten nicht zu entkräften sein wird.

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