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Das Anti-Patagonia: Die apolitische Haltung des Coinbase-CEO ist ein Armutszeugnis

Sein Unternehmen sei nicht politisch, sagt Brian Armstrong, der CEO der Crypto-Handelsplattform Coinbase. Vor allem in der Krypto-Branche ist seine Aussage eine Farce.

2 Min. Lesezeit
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Coinbase-CEO Brian Armstrong (Foto: Creative Commons)

Kim Kardashian, Webpack, Patagonia – inmitten von Berichten über Open-Source-Projekte, Unternehmen und Prominente, die ihre Produkte, Websites und Social Media Accounts angesichts der aktuellen Ereignisse der Weltpolitik mit politischen Statements zieren, haut Brian Armstrong, CEO der Krypto-Handelsbörse Coinbase, einen raus. Sein Unternehmen positioniere sich nicht zu politischen Themen. „Coinbase is a mission focused company“, schreibt er in einem Blogpost. Die Angestellten sollten die Unternehmensmission vorne anstellen – und doch bitte beachten, dass Politik hierbei keinen Platz habe. Politische Positionierungen würden die Belegschaft spalten und nur vom Wesentlichen ablenken. Angestellten, die das anders sehen, weist er die Tür. Immerhin gegen Abfindung. Irritierende Worte aus den Tasten des CEO eines Unternehmens, das es sich auf die Fahne geschrieben hat, ein offenes Finanzsystem für die Welt zu erschaffen.

Applaus von gestern

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Bekannte Tech-Größen wie Paul Graham (YCombinator) oder Eric Voorhees (Shapeshift) loben seinen Take. Graham bescheinigt Armstrongs Position sogar eine Vorbildfunktion. Dabei übersieht er allerdings ein kleines, entscheidendes Detail: Es ist 2020. Tech ist nicht apolitisch. Ein Unternehmen einer bestimmten Größe und Bedeutung kann sich da nicht einfach rausziehen. Allein die Aussage Armstrongs, Coinbase wolle sich nicht zu Themen wie #BlackLivesMatter positionieren, ist ein politisches Statement. Keines, mit dem sich das Unternehmen in seiner eigenen Bubble oder überhaupt beliebter machen dürfte. Viele Techies sind politisch. Sie engagieren sich für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE. Die Zeiten des stereotypen Nerds ohne Interesse an gesellschaftsrelevanten Themen, der einfach nur Bock hat, geilen Scheiß zu programmieren, sind damit offiziell vorbei. Würde Armstrong sich einmal rechts und links umschauen, müsste ihm das eigentlich auffallen.

Ganz was Neues: Mitarbeitende wollen sich wohlfühlen

Armstrong und seine Meinungsgefolgschaft aus Ewig-Gestrigen scheinen noch eine weitere Sache zu übersehen: Eine diverse und zufriedene Belegschaft, die sich angemessen vertreten, sicher und wertgeschätzt fühlt, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Diverse Teams sind innovativer, zufriedene Mitarbeiter produktiver. Studien belegen das. Ob ein Unternehmen mit der ambitionierten Mission, ein offenes Finanzsystem für die Welt erschaffen zu wollen, darauf verzichten kann, bleibt abzuwarten. Ganz dunkel scheint Armstrong so etwas möglicherweise zu ahnen. Der Aussage, Coinbase sei bestrebt, seinen Angestellten ein Arbeitsumfeld, innerhalb dessen sie sich unabhängig ihres Alters oder Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft wohlfühlen können sollen, widmet er in seinem knapp 12.000 Zeichen langen Blogpost immerhin einen Nebensatz.

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