Analyse

Apple Pays NFC-Sticker-Konzept wird eine Alternative zu Amazon Go

Apple Pay ermöglicht bald den direkten Kauf von Waren ohne Umweg über die Kasse. Ein NFC-Sticker am Regal macht’s möglich.(Foto: Bloomicon/Shutterstock)

Die Erweiterung von Apple Pay um eine Bezahlfunktion durch NFC-Sticker am Regal könnte bei guter Umsetzung eine Alternative zu Amazon Go darstellen. 

Apple hat auf der Mobile-Payment-Konferenz Transact in Las Vegas ein spezielles NFC-Tag vorgestellt, das in Form eines simplen Aufklebers dazu genutzt werden kann, schnell und einfach einen Einzelkauf eines bestimmten Produktes mit Apple Pay durchzuführen. Beispielsweise könnten Nutzer an einer Parkuhr oder an einem Miet-Elektroroller einfach ihr iPhone anhalten und ohne zusätzliche App Park- oder Mietgebühren bezahlen. Richtig spannend wird es aber, wenn der NFC-Sticker im Einzelhandel zum Einsatz kommt. Der US-Fashionhändler Bonobos wird das jetzt erproben. Das Ergebnis könnte sich schnell zu einem schlagkräftigen Amazon-Go-Konkurrenten entwickeln.

Bonobos erprobt Apple Pay mit NFC-Stickern am Regal

Bonobos setzt in seinen Filialen auf ein Showroom-Modell. Kleidungsstücke sind dort nicht lagernd vorrätig, sondern nur zur Anprobe im Laden verfügbar. So nutzt der Händler die Fläche des Ladens effizient und konzentriert sich auf seine Hauptaufgabe: die Beratung. Der Kunde bekommt nach Anprobe alle Kleidungsstücke nach Hause geliefert. Die Modemarke wird im Zuge des Testlaufs die Apple-Pay-Aufkleber am Regal platzieren, der Nutzer hält sein iPhone an den Aufkleber, bestätigt wie üblich den Bezahlvorgang und den Betrag – und bekommt dann das gewünschte Kleidungsstück nach Hause geliefert.

Bei diesem Verfahren dürfte es sich nicht um den üblichen Bezahlvorgang handeln, wie er an einem Terminal umgesetzt wird. Stattdessen liest das iPhone im Lese-/Schreibmodus ein passives NFC-Tag aus, das die Produkt- und Preisinformationen für den Kauf enthält. Das bedeutet, dass jeder Aufkleber am Regal statisch mit den Informationen für das jeweilige Produkt „aufgeladen“ wird und somit jedes Produkt einen eigenen Sticker benötigt.

Mutmaßlich wird auch eine Art Checkout-URL im NFC-Aufkleber hinterlegt werden – sonst könnte Bonobos nicht an den Kunden liefern. Da für eine Lieferung auch Adressdaten des Kunden notwendig sind, wird es sich bei dem Verfahren um eine Variante der Apple-Pay-Zahlung für Websites handeln. Das heißt, mit einer Handbewegung wird gegebenenfalls nicht nur der Kauf, sondern auch die Registrierung und die Anlage eines Kundenkontos vollzogen.

Das ist nicht mehr weit weg von Amazon Go.

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