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Reportage

Wolfsburg gepimpt: So stellt sich Volkswagen die Stadt der Zukunft vor

Stillleben mit Sedric: So sieht es aus, wenn VW träumt: Schnappschuss aus der Stadt der Zukunft. (Bild: Ekki Kern)

Vision in Miniatur: In seiner Autostadt gibt sich der VW-Konzern als Weltverbesserer. Und legt nahe, dass die Mobilität der Zukunft neben künstlicher Intelligenz auch von UX-Design abhängt.

Volkswagens Stadt der Zukunft braucht dringend ein Software-Update. Ob man das nicht gleich mal aufspielen könnte, fragt einer der Mitarbeiter der neu installierten Miniatur-City den anderen. Die Mehrzahl der Fahrzeuge stünde schließlich gerade nur sinnlos herum. Man kennt das – aus der Stadt der Gegenwart.

Stören können solch kleine Schönheitsfehler die zur Ausstellungseröffnung geladenen Journalisten aus aller Welt nicht, einfach weil die Vision der Wolfsburger selbst unter mobiler Volllast auf berührende Weise autofrei ist. Das Gesamtbild der Future-City dominiert folgerichtig keine Blechlawine, sondern vielmehr ein sattes Grün neben, auf und an Häusern verpflanzt, und bestens geeignet als Komplementärfarbe zum schlichten Beige der Immobilien. 

Vision in Grün: VW-Modell der Stadt der Zukunft in der Autostadt (Bild: Ekki Kern)
Vision in Grün: VW-Modell der Stadt der Zukunft in der Autostadt (Bild: Ekki Kern)

Das Beste: Einen Verkehrsunfall habe es dank der intelligenten, autonomen Plastik-Fahrzeugflotte auch noch nicht gegeben. Das behauptet zumindest Kai Bücker. Um die Glaubwürdigkeit der eigenen Aussage zu untermauern, wird dem t3n.de-Autor kurzerhand erlaubt, in die vollautomatisierte Miniaturwelt manuell einzugreifen und per auf die Fahrbahn gelegter Hand einen autonom seine Bahnen kreisenden VW Sedric zu stoppen. 

Und nicht nur der hält souverän einige Millimeter vor dem menschlichen Hindernis, sondern auch der nachfolgende Verkehr in Form eines führerlosen Containers, der – auch das hat VW in Zukunft offenbar gelernt – erst gar nicht in die City hineinfährt, sondern sich brav um sie herum schlängelt. Und das ganz ohne politisch verhängtes innerstädtisches Fahrverbot.

Moias und Sedrics statt Diesel

In einem seiner Heiligtümer, der Autostadt, zeigt der Volkswagen-Konzern bis Ende September also die Ausstellung „Urbane Mobilität der Zukunft“. Nach der erst vor wenigen Jahrzehnten entstandenen Retortenstadt Wolfsburg sieht das Modell im Maßstab 1:87 dankenswerterweise nicht aus, statt Fünfzigerjahre-Architekturromantik zeigen die Modellbauer, die auch für das Miniaturwunderland Hamburg arbeiten, eine gewachsene Stadt mit Reihenhäusern, Altbauten und moderner Architektur, von allem ein bisschen. Herauszufinden, wie wir Menschen in der Zukunft leben, sei eine zentrale Herausforderung für einen Konzern wie Volkswagen, sagt Claudius Colsman aus der Geschäftsführung der Autostadt zur Ausstellungseröffnung.

Eingang zur Volkswagen-Ausstellung in der Autostadt in Wolfsburg (Bild: Ekki Kern)
Eingang zur Volkswagen-Ausstellung in der Autostadt in Wolfsburg (Bild: Ekki Kern)

Besonderen Wert habe man darauf gelegt, dass es sich bei der Miniatur-City um keine Nachbildung einer existierenden Stadt handele, sondern um einen fiktiven Raum, sagt der gelernte Stahl-Stich-Graveur Kai Brenneis im Gespräch mit t3n.de. Das ausgestellte Modell sei folglich ein künstlerisches, mit Liebe zum Detail habe er als Modellbauer am Objekt gewerkelt, und daran gearbeitet, dass die vom VW-Konzern entworfene Vision nicht zu steril gerät, bei aller Sauberkeit der Umgebung.

VW: Der Elektro-Bulli I.D. Buzz
VW I.D. Buzz. (Bild:Volkswagen)

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Sedric als Prototyp der Future Cars

 „Die Miniaturstadt ist eine analoges Mittel, Digitales zu vermitteln“

Denn statt verruchter Daimler-Diesel und solchen aus eigener Produktion kurven Moia-Shuttles herum, und eben der von Automessen bekannte Sedric – jenes Vorzeige-Fahrzeug, das es mittlerweile unter anderem als „Nightlife“- und Schulbus-Variante gibt –, der demnächst zumindest die Volkswagen-Version der Mobilität der Zukunft maßgeblich prägen soll. 

Die Schulbus-Variante des Sedric, gezeigt in Berlin. (Bild: Ekki Kern)
Die Schulbus-Variante des Sedric, gezeigt in Berlin. (Bild: Ekki Kern)

Ebendie und die Gedankenwelt um sie herum will der Konzern der Bevölkerung seit geraumer Zeit näherbringen. Die Message lautet praktisch unüberhörbar: Wer das Automobil weiterentwickeln will, der muss kurzerhand auch urbanes Leben weiterdenken. „Die Miniaturstadt ist eine analoges Mittel, Digitales zu vermitteln“ – so formuliert es Jan Bücker.

Er habe bei der Konzeption aus sorgsam gelasertem Material und Automodellen aus dem 3D-Drucker an der Schnittstelle zwischen den Handwerkern und dem Auftraggeber, der Volkswagen AG, gesessen, sagt er. Acht Handwerker hätten an dem Modell gearbeitet, in der Ausstellung zeigt ein Making-of-Video im Zeitraffermodus, wie es unter Nutzung modernster Technologie innerhalb weniger Monate entstanden ist.

Erklärtes Ziel: Spirit versprühen

Bei Volkswagen ist man offensichtlich überzeugt, ähnliche Städte wie die hier gezeigte Miniatur-City bereits in nicht allzu ferner Zukunft auch in Originalgröße entstehen lassen zu können. Heißt es zumindest heute, wenn man als Journalist und Berufsbedenkenträger nach der Umsetzbarkeit derartiger Reißbrett-Visionen fragt.

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