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Interview

Aya Jaff: „Ich rate Leuten eher von der Programmierung einer App ab”

(Foto: Aya Jaff)

Wie monetarisiere ich eine App – und wann ist das Web die bessere Alternative? Und wie programmieren wir eigentlichen morgen? Für t3n hat die Programmiererin Aya Jaff in die Glaskugel geblickt.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der Experten bei t3n in die Zukunft blicken. Sascha Pallenberg dachte über Marketing.

Diesmal spricht die Entwicklerin Aya Jaff über die Zukunft der Programmierung.

t3n.de: 2017, eine junge Entwicklerin, ein junger Entwickler will mit einer Idee erfolgreich sein – was müssen sie jetzt können?

Aya Jaff: Man muss definieren, was „Erfolg“ ist. Will man eher eine bekannte App bauen, dann muss man besonders darauf achten, dass das Marketing gut ist. Da spielen dann vor allem Begriffe wie Nutzerschaft und Viralität eine große Rolle. Ich habe auch sehr oft das Gefühl, dass Leute ganz schnell auf die Idee kommen, eine App zu bauen. Das ist an sich nicht schlimm, nur ist die Konkurrenz sehr groß und auch unüberschaubar mittlerweile, vor allem im Bereich Social Media.

Will man die App aber möglichst schnell monetarisieren, würde ich eher auf andere Sachen achten, zum Beispiel dass die App vor allem nützlich für den User ist. Ich rate Leuten eher von der Programmierung einer App ab, wenn die Idee auch als Website gut umsetzbar ist. Ich habe sehr wenige Apps auf meinem iPhone. Entweder, weil ich wenig Speicherplatz habe, oder weil ich sie nach kurzer Zeit schnell wieder lösche. Die Apps, die sich lange bewähren, sind nützlich für mich. Beispielsweise macht es durchaus Sinn für mich, die MeinFernbus-App zu downloaden, denn ich fahre oft mehrmals im Monat mit dem Bus. Aber ich brauche nicht zwei Browser oder zwei Mail-Apps. Das ist einfach unnötig.

Wenn es noch keinen etablierten Anbieter für eine App-Idee gibt, hat man die größten Chancen auf Erfolg. Ich kann mich noch immer nicht zwischen Snapchat und Instagram entscheiden, weil sie beide in etwa das gleiche tun. Irgendwann wird ein soziales Netzwerk gewinnen und ich werde das andere löschen müssen.

t3n.de: Wie funktioniert eigentlich die Zusammenarbeit von Entwickler-Teams im Jahr 2018?

Jaff: Also ich denke, feste Arbeitsorte werden zunehmend an Bedeutung verlieren. Vor allem für Entwickler, Entwicklerinnen. Alles wird eher digital stattfinden: Skype Calls mit Entwicklern aus Indien, Amerika und so weiter. Es sei denn, ein Projekt wird über mehrere Monate in einem bestimmten Land stattfinden – dann würde man doch eher hinreisen. Ich habe selbst schon einmal in einer Softwarefirma gearbeitet und erlebt, wie die Leute ständig auf Englisch miteinander sprachen und auch ständig ins Ausland telefoniert wurde.

Ich kann mir vorstellen, dass viele junge Leute, vor allem Millenials und Generation Z, lieber digitaler Nomade wären als jeden Tag zum selben Büro zu latschen. Ich selbst würde das nicht wollen. Das Unternehmen “Wanderbrief” setzt sich dafür ein, dass junge Leute ihre Erfahrungen in größeren Konzernen einbringen. Diese Idee ist sehr ansprechend für unsere Generation, muss aber noch in den Köpfen der Menschen ankommen und reifen.

t3n.de: 2019 – Deutschland hat kein eigenes Silicon Valley, sorry. Aber jetzt gibt es diesen einen Ort, wo sich Kreativität und Können sammeln. Nämlich?

Jaff: Konferenzen sind gute Orte, um Kontakte zu knüpfen und sich vor allem von neuen Projekten und Themen inspirieren zu lassen. Da ist es dann vollkommen egal, wo das stattfindet. Ich finde auch, dass Meetups gute Orte sind, um Gleichgesinnte zu treffen.

Allerdings haben solche Treffen im Allgemeinen mehr Erfolg, wenn sie in einer Großstadt wie Berlin oder Hamburg gegründet werden. Ich glaube, man kann in solchen Städten niemals gelangweilt sein. Ob es nun Entwicklerkonferenzen, Meetups, Ausstellungen oder Festivals sind – jeder kann sich dort austoben und findet ein Publikum. Gerade weil die Leute dort so offen gegenüber Neuem sind und der Anteil der jungen Leute sehr hoch ist, kann man sich sehr schnell inspirieren lassen und Kontakte knüpfen. Das ist es doch auch, was das Silicon Valley so spannend macht: Die Leute und deren Ideen. Keine Idee zu doof, keine Idee zu groß. Einfach mal machen ist die Devise.

t3n.de: 2020, die Universitäten verlieren ihre Informatik-Studenten mehr und mehr an Wirtschaftswissenschaften und Mathematik. Wie müssen sich die Hochschulen verändern, um junge Programmierer wieder zu begeistern?

Jaff: Man muss mehr dafür sorgen, dass sich die Studenten untereinander gut verstehen. So fördert man Gruppenarbeit und schafft mehr Teamgeist. Für mich hat sich mein Studium sehr wie ein Einzelkampf angefühlt und das kann irgendwann sehr einsam und entmutigend werden. Inhaltlich sollten die Professoren nicht direkt in die trockene Theorie einsteigen. Das schreckt nur ab und macht nicht gerade Lust auf mehr. In den Wirtschaftswissenschaften beispielsweise weiß man, wie man aktuelle Geschehnisse gut in den Unterricht einbindet. Ich habe in meinem Informatikstudium nicht einmal was von Hackerangriffen im ersten Semester gehört, obwohl das zu den am meisten diskutiertesten Themen in Politik und Wirtschaft gehört – und super interessant ist.

t3n.de: 2021 – Viele Menschen gehen mit der digitalisierten Welt voll mit. Andere fühlen sich abgehängt, vielleicht sogar bedroht. Müssen wir im Jahr 2021 IT-Profis sein, um die Welt noch zu verstehen?

Jaff: Man muss kein IT-Profi sein, um zu verstehen, wie etwas funktioniert. Vor allem auch kein Nerd, um sich in der digitalisierten Welt zurecht zu finden. Schließlich gibt es ja zahlreiche UX-Designer, die versuchen, die Bedienung in Apps etc. immer intuitiver zu gestalten, um Bedienungsprobleme zu vermeiden. Also wenn, dann war die Bedienung von Computern eher früher ein großes Mysterium für die Leute.

Wer weiß, was 2021 auf dem Markt ist! Ich denke, dass man sich am besten regelmäßig mit der neuesten Technik auseinandersetzen und hin und wieder das Technikwissen auffrischen sollte, durch Online-Kurse, Bücher, Workshops, Konferenzen. Meistens kann man aber auch durch reines Experimentieren schon viel herausfinden.

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6 Reaktionen
herooftheday

Snapchat und Instagram tun beide etwa das Gleiche....?
Ähm, nein.

Antworten
Peter

"Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der Experten bei t3n in die Zukunft blicken.
Diesmal spricht die Entwicklerin Aya Jaff über die Zukunft der Programmierung."

Und die Expertin sagt: "Ich habe selbst schon einmal in einer Softwarefirma gearbeitet und erlebt, ..."
Soll das ein Witz sein?

Antworten
Alexio Vay

Wozu wird überhaupt eine bedeutungslose Person, auch noch eine Frau, über so ein Thema interviewed?

Antworten
Iustus

Wahrscheinlich weil sie, obwohl so bedeutungslos und dazu noch eine Frau, irgendwie schlauer und bedeutungsvoller als du ist. Sonnst hätte man ja dich interviewed....

Antworten
André Böker

Ich finde den Artikel echt witzig. Die junge Dame hat Weitblick. Aber wenn ich von Informatikstudenten lese muss ich lachen. Wir haben 30 Programmierer und keiner hat Informatik studiert.
Auch der letzte Kommentar ist total daneben. Wieso sollen sich User mit der neusten Technik auseinander setzen?
Ich habe das Gefühl, dass dieses Interview massiv gekürzt wurde oder nur ein Favour ist

Antworten
Die glaube noch an Politiker

Das sind 20jährige ohne viel Lebens-Erfahrung. Die wissen erst später wie das Land systematisch kaputtgemacht und leergeplündert wird und die glauben sogar noch an Politiker oder gar den Ausbau oder das keine Rezession kommen wird ! Es gab immer eine Rezession, Armut und Not. Seit 2008 in USA dauerhaft. Nur Trump ist die Rettung.

http://www.golem.de/news/speckguertel-kaum-schnelles-internet-im-umland-deutscher-grossstaedte-1610-123897.html
http://www.spiegel.de/karriere/mitarbeiter-bei-google-bleiben-nur-gut-ein-jahr-a-914397.html

Dez 2002: http://www.informationsdienst.ruhr/archiv/detail/archiv/2002/december/artikel/nrw-studenten-haben-mangelhafte-mathe-kenntnisse.html
Okt 2016: http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/nrw/Studenten-sind-zunehmend-studierunfähig-article3390759.html
Ich wurde für das kostenlose Angebot, ein kostenminimierter Frontalismusfreies Schulsystem zu programmieren (kostenlos natürlich, die Prüfungen kosten 1 Euro oder so) gemobbed und die Idee natürlich verhindert.

Die glaubten vielleicht sogar, das Mindestlohn Deutschland vernichten würde oder Millionen Jobs kosten würde und unterstützen vielleicht Holding-Ketten-Steuer-Spar-Briefkastne-Firmen-Höchstpreis-Mietgebiete-Startups meist ohne Wert für die Gemeinschaft. Aber das Smart-Cars, Handy-Car-Sharing und natürlich E-Cars ganze Staaten in die Pleite treiben und Zillionen Jobs auf ewig kosten werden, ist denen nicht wichtig... Wie das Oberdeck auf der Titanic die nicht mitbekommt, wie das Fundament unter Wasser weg-bröckelt...

Und wer schlau ist schaut was die Kinder von Obama und Bill Gates und von den ganzen Politikern studieren. Das sind wohl die dauerhaft einkommens-starken Jobs.
M$ verkauft frisch Windows10 und hat gigantische Einnahmen und streicht 14.000 Stellen. Cisco streicht auch 14.000 Stellen. Der Fachkräftemangel ist schon LANGE vorbei.

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