Ratgeber

Backup – 5 Tipps, um Daten richtig zu sichern

(Foto: Shutterstock / selinofoto)

In der Unternehmenswelt sind Backups seit langer Zeit ein fester Bestandteil der IT-Infrastruktur. Datensicherung lohnt sich aber auch für private Haushalte. Unser Gastautor hat fünf Tipps für euer Backup.

Datensicherung ist keine Option

Wer glaubt, Datensicherung sei eine schöne Option, aber nicht nötig, der irrt sich gewaltig. Nicht selten kommt es zu einem Hardwaredefekt, immer öfter machen Erpressungstrojaner einem das Leben schwer. Der Trojaner sperrt die Festplatte oder einen Teil davon, so lässt sich viel Geld erpressen, wenn die gesperrten Daten einen hohen Wert haben.

Neben Unternehmen können auch Privatpersonen schnell Daten verlieren. Versagt die Hardware, kann es zum Verlust sämtlicher Daten kommen, inklusive den Fotos der Hochzeit und Weltreise. Ein Backup ist also nicht nur wichtig, sondern Pflicht.

1. Ein Backup ist gut, 2 bis 3 sind besser

Für die Anzahl und die Verwahrung eurer Backups gilt die 3-2-1-Regel. Das bedeutet: drei Datensätze auf zwei Backup-Trägern, von denen einer nicht in den eigenen vier Wänden ist. Sollte es in eurem Heim einmal brennen oder es gibt einen Wasserschaden, ist die Kopie außer Haus nicht betroffen.

Das gängigste Speichermedium für ein Backup ist eine externe Festplatte, aber auch DVDs, CDs oder USB-Sticks sind beliebt. Egal, welches Medium ihr bevorzugt, achtet auf Qualität. Bei der Datensicherung sollte man nicht sparen, sondern Markenprodukte wählen, die sich bereits bewährt haben. Von Gratis-Tools und experimenteller Technik ist definitiv abzuraten.

Achtet außerdem darauf, dass die Backup-Träger nicht vom gleichen Hersteller sind. Sollten bei einem Produkt technische Probleme auftreten oder es aufgrund falscher Lagerung kaputtgehen, bleibt immer noch das zweite Backup.

Idealerweise wird zusätzlich regelmäßig eine verschlüsselte Version eines Backups in einem Cloud-Speicher gesichert. Dank der vielfältigen Möglichkeiten der Anbieter sind hier auch die Speicherkosten überschaubar gering. Allerdings sollten aufgrund des Datenschutzes keine außereuropäischen Speicherorte genutzt werden. Das Verschlüsseln der Daten schützt zuverlässig gegen einen Zugriff durch Dritte. Um sich vor der unfreiwilligen Verschlüsselung durch Trojaner zu schützen, sollte die Backup-Cloud nicht permanent mit dem System verbunden sein, sondern immer bei Bedarf etwa über SFTP oder einen anderen Dienst im Zuge des Backups verbunden werden.

2. Datensicherung regelmäßig kontrollieren

Nachdem ihr ein Backup gemacht habt, solltet ihr sichergehen, dass alles funktioniert hat. Es gilt also, zu überprüfen, ob die Daten auch wirklich auf das Speichermedium übertragen wurden. Außerdem solltet ihr die Lesbarkeit eurer Daten überprüfen. Wer ganz sicher sein will, nimmt so eine Überprüfung regelmäßig vor.

3. Backup auf dem Stand der Technik

Die Wahl des Speichermediums für ein Backup ist entscheidend. Dabei gilt es nicht, immer auf die modernste Technik zu setzen, veraltet sollte diese aber auch nicht sein. Am besten ist es, ihr tauscht Festplatten, DVDs und so weiter regelmäßig aus. Dafür gibt es zwei Gründe:

  • Einige Speichermedien gehen nach einiger Zeit kaputt. DVD-Rohlinge zum Beispiel haben eine Haltbarkeit von bis zu 30 Jahren. Vorausgesetzt sie werden unter perfekten Bedingungen aufbewahrt. Das ergab eine Studie des National Institute of Standards & Technology (NIST) in den USA.
  • Die Technik entwickelt sich ständig weiter und veraltete Geräte werden gerne schnellstmöglich aussortiert. Das bedeutet, dass ein heute topaktuelles Speichermedium in zehn Jahren vielleicht nicht mehr zeitgemäß ist. Die Daten können dann eventuell noch ausgelesen werden, die dafür nötigen Geräte dürften aber nicht mehr vorhanden sein. Dieser Fall ist keine Schwarzmalerei. Heutzutage ist es bereits schwer, eine 5,25-Zoll-Diskette zu lesen, da es kaum noch entsprechende Laufwerke gibt.

4. RAID ersetzt keine Datensicherung

Ein RAID (Redundant Array of Independent Disks) ist ein Mehrplattensystem, also eine Anordnung unabhängiger Festplatten, die miteinander verbunden sind. Die gespeicherten Daten werden in dem gängigsten RAID 5 auf verschiedene Festplatten verteilt, bei einem RAID 1 direkt gespiegelt. Auf diese Weise ist ein Ausfall von meist einer Festplatte ermöglicht. Trotzdem kann ein Datenverlust eintreten, wenn:

  • Daten von vornherein fehlerhaft geschrieben wurden,
  • Ein Virus auf einer der Festplatten ist,
  • Softwarefehler auftreten,
  • Daten versehentlich gelöscht werden, da die Wiederherstellung schwierig sein kann,
  • Mehrere Festplatten gleichzeitig oder nacheinander ausfallen.

Ein Backup im eigentlichen Sinn stellt das RAID-System also nicht dar. Das Mehrplattensystem schützt lediglich vor Hardwarefehlern. Defekte Festplatten können ausgetauscht werden, ohne dass Daten verloren gehen. Wichtig ist, dass ihr Fehlermeldungen in Form von aufleuchtenden Lichtern oder Warntönen sofort ernst nehmt. Die betroffene Festplatte muss zeitnah ausgetauscht werden. Arbeitet während des Austauschs konzentriert, damit keine Platten vertauscht werden. Das kann zum Totalverlust aller Daten führen.

5. Nie an denselben Ort zurücksichern

Solltet ihr eure Daten verlieren, könnt ihr sie mithilfe eures Backups wiederherstellen. Den alten Speicherort solltet ihr dafür aber nicht verwenden. Im Idealfall sichert ihr die Daten erst mal auf einem anderen Medium und überprüft, ob sie korrekt sind und der Zeitstempel stimmt. Anschließend kann das Backup wieder auf das ursprüngliche Speichermedium. Macht ihr das nicht, und die Datensicherung war fehlerhaft oder unvollständig, kann das eine Datenwiederherstellung extrem verkomplizieren oder sogar völlig unmöglich machen. Habt ihr das erledigt, solltet ihr ein neues Backup machen.

Verantwortungsvoll Daten sichern

In unserer heutigen digitalen Welt sollte der IT-Sicherheit ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Dazu gehört auch eine korrekte Datensicherung. In Unternehmen liegt diese Verantwortung auf der Ebene der Geschäftsführer. Neben der Datensicherung an sich sind aber auch Mitarbeiterschulungen von großer Wichtigkeit. Wer muss im Notfall was tun, wer muss bei Verlust von Daten benachrichtigt werden? Das sind Fragen, die vor Eintreten des Ernstfalls geklärt sein müssen. Experimente und Sparmaßnahmen sind bei der Datensicherung fehl am Platz.

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