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Beratungsfirma prognostiziert deutsches Banken-Sterben

Nur wer als Bank sein Geschäftsmodell updatet, hat eine Chance, am Markt zu bestehen. (Foto: Shutterstock)

Angriff auf traditionelle Anbieter: Glaubt man einer Studie von Oliver Wyman, steht eine weitreichende Veränderung des Bankensystems ins Haus. Pech haben vor allem kundenfeindliche „Museumsbanken“.

Wie gut oder schlecht geht es den etablierten Banken hierzulande eigentlich? Blickt man hinter die Kulissen und vergisst einmal die schicken Werbespots, drängt sich zunehmend der Gedanke auf, dass viele Institute zu kämpfen haben. Mit der brisanten Situation der oft renommierten Geldhäuser haben sich auch die Damen und Herren der Unternehmensberatung Oliver Wyman befasst. Die Bankenlandschaft in Deutschland, schreiben sie im nun erschienenen „Bankenreport Deutschland 2030“, konsolidiere bisher „in einem gemächlichen Tempo“.

Das könne sich jedoch schnell ändern, heißt es weiter: Neue digitale Technologie, aggressive neue Wettbewerber aus dem Banken- und Fintech-Umfeld, anspruchsvollere Kunden und ein ungünstigeres wirtschaftliches Umfeld seien die Gründe dafür.

Fest steht: Banken werden weniger

Zwei Szenarien für die zukünftige Bankenlandschaft hat man also entworfen. Je nach Szenario verlaufe die Marktanpassung kontinuierlich oder eben disruptiv. Gemeinsamer Nenner ist die Reduktion auf nur noch 150 bis 300 Banken in Deutschland innerhalb der kommenden zehn bis 15 Jahre.

Anzahl Institute mit durchschnittlicher Bilanzsumme je Institut (in Milliarden Euro) (Grafik: Oliver Wyman)
Anzahl Institute mit durchschnittlicher Bilanzsumme je Institut (in Milliarden Euro). (Grafik: Oliver Wyman)

Zum Vergleich: Derzeit ist der deutsche Markt durchaus fragmentiert, mit rund 1.600 Banken und mehr als 27.000 Filialen. Auch wenn die deutschen Institute mit ihrer großen Kundenbasis und ihrem stabilen Ertragspool die Niedrigzinssituation bisher überraschend gut abfedern, seien sie im internationalen Vergleich „wenig profitabel“, heißt es von Oliver Wyman. Dies werde auch von den Aufsichtsbehörden als Indiz für Überkapazitäten gewertet. Deutsche Banken müssten mit zunehmendem Wettbewerb aus einem „heterogenen Bündel von drei Gruppen“ rechnen: Auslandsbanken, Fintechs und (überwiegend) globalen Technologieunternehmen.

Angriff auf traditionelle Banken

Es handele sich um ein Konglomerat von Angreifern auf traditionelle Anbieter, das die Veränderung des deutschen Bankensystems durch Etablierung neuer Geschäftsmodelle mit besseren Kundenerfahrungen beschleunige. „Banken in Deutschland hatten über die vergangenen Jahre einen bemerkenswert stabilen Ertragspool von 115 Milliarden Euro pro Jahr mit einer großen Kundenbasis. Neue Anbieter am Markt wollen daran teilhaben. Für alle wird der Kuchen nicht mehr reichen“, sagt Thomas Schnarr von Oliver Wyman.

Hinzu komme als Grundmuster die sogenannte Modularisierung im Banking: Traditionell wurden Finanzdienstleistungen von integrierten Instituten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg erbracht. Die Digitalisierung ermögliche nun eine Kombination von Teilleistungen verschiedener Anbieter mit Hilfe von Produktbündlern, den sogenannten Orchestratoren. Kunden decken ihren Bedarf bei diesen Orchestratoren oder Plattformanbietern. Ihre Bindung an einen einzelnen Anbieter ist hingegen schwach.

Nicht alle Banken werden ihr Geschäftsmodell erfolgreich schärfer ausrichten

Wie also wird sich der Bankenmarkt weiter entwickeln? Den mächtigen Trends unserer Zeit werde sich auch der Bankensektor in Deutschland nicht entziehen können, sagt Thomas Schnarr. Konkurrenz innerhalb des Banksektors, mächtige Plattformanbieter von außen und Bankkunden mit höheren Serviceansprüchen würden Banken zunehmend dazu zwingen, ihre Geschäftsmodelle und ihr Angebot schärfer auszurichten. Nicht alle allerdings mit Erfolg, prognostiziert der Experte.

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