Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Ratgeber

Weil der Beste nicht Chef sein sollte: Beförderung in der Fachlaufbahn immer wichtiger

Besonders wertvoll fürs Unternehmen: Richtig gute Leute sollten eine große Fachverantwortung haben. (Foto: GaudiaLab/Shutterstock)

Den Besten im Team zum Chef machen? Diese Beförderungstaktik ist gängig – aber fatal. Denn Pros haben mit Personalverantwortung wenig am Hut. Warum eine Beförderung in der Fachlaufbahn zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Eike arbeitet im Online-Marketing. Er ist gut. Auch wenn er auf den ersten Blick das Gleiche macht wie seine Kollegen – seine Kampagnen gehen immer durch die Decke. Irgendwie hat er jetzt den Zenit überschritten. Sein Job macht ihm Spaß. Das ist es nicht. Doch langsam wird’s langweilig.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose „Truffls“-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n.de / dunnnk)

1 von 13

Führung für die Pros

Wenn du als Vorgesetzter jetzt mit der klassischen Beförderung um die Ecke kommst, winkt Eike nur ab. Mitarbeiter führen und entwickeln? Dazu hat er keine Lust. Blöd, wenn der Chef jetzt mit leeren Händen dasteht. Möglicherweise ist Eike dann bald weg. Doch nicht nur das. Das Unternehmen könnte seine Wertschöpfung erheblich steigern, wenn es herausragenden Leistungsträgern wie Eike neue Räume eröffnet. Doch dafür bieten bestehende Organisationsstrukturen kaum eine Möglichkeit. „Beim Thema Beförderung haben wir bisher nur ein ‚oben‘ abgespeichert“, so Olaf Kapinski, IT-Führungskräfte-Coach und Herausgeber des Leben-Führen-Podcast. „Wir haben im Kopf, dass Beförderung bedeutet, du kommst in die Personalverantwortung.“ Diese Ansicht hätte jedoch fatale Folgen für die Organisation. „Denn jetzt ist jemand in der Leadership-Rolle, die er weder gern noch gut ausfüllt“, kritisiert Kapinski das gängige Hochloben der fachlich Besten. Sein Vorschlag: „Wir brauchen zwei ‚oben‘!“. Wichtig sei ein zweiter Führungsweg im Unternehmen – einer, bei dem die besten Mitarbeiter Themen, nicht Menschen führen. „Richtig gute Leute sollten eine große Fachverantwortung bekommen“, ist Kapinski überzeugt.

Glamour fehlt

Eine zweite Führungspyramide zu etablieren, ergebe oft erst ab einer bestimmten Firmengröße Sinn. „Doch in den großen Unternehmen wirken erfahrungsgemäß besonders hohe Beharrungskräfte“, so Kapinski. Hier sei man oft noch in tradierten akademischen Mustern unterwegs – frei nach dem Motto: Für Hochschulabsolventen gibt’s zwei Topfpflanzen, für FH-Abgänger nur eine. Dieses Denkmuster und die dahinterstehendende Organisationsstruktur zu ändern, würde ein Change-Projekt überfordern. Notwendig sei ein Umdenken dennoch. „Da es immer weniger Standardkarrieren gibt, haben akademische Abschlüsse als Karriereindiz ausgedient“, ist Kapinski überzeugt. In kleinen Unternehmen sei die Themenführerschaft in der Organisation oft schon angekommen. „Was diese Unternehmen jedoch versäumen, ist, den Könnern eine Reputation zu geben“, weiß Kapinski. Die Position sei da, sie werde aber nicht wie eine zweite Laufbahn erklärt. „Der kennt sich halt besser aus“, stünde auf dem „Etikett“ des Mitarbeiters. Nun sei die Firma jedoch nicht dafür da, die Selbstverwirklichung der Belegschaft zu bezahlen. Ziel sei es vielmehr, die Organisation besser zu machen. Die Themenführerschaft eines Mitarbeiters müsse daher an neue Aufgaben geknüpft werden – Aufgaben, die für das Unternehmen einen Wert hätten. „Übernimmt ein Mitarbeiter die Fachführerschaft in einem Thema, dann sollte er dieses Thema für das Unternehmen nach vorn bringen“, so Kapinski. Dazu gehöre, dass er oder sie Studien liest, Vorträge hört und hält sowie eigenverantwortlich fachlich relevante Entscheidungen trifft. „Wie eine echte Führungskraft eben.“

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

4 Reaktionen
heureka47

Es mangelt in der "Zivilisation" / "zivilisierten Gesellschaft" an - wahrer - Kultur, an (den) - wahren - "Werten", die den Menschen das wahre "Oben" weise weisen würde. Von daher sollte / müßte die wesentliche "Führung" kommen.
Wahre Führungsqualität besitzen nur Menschen, die im Einklang sind mit dem höchsten (Lebens-)Prinzip. Davon aber ist die "Zivilisation" entfremdet - bedingt durch "Die Krankheit der Gesellschaft" (Kütemeyer, Fromm, u.a.), die eine "kollektive Neurose" ist, wie der (Gattungs-)Begriff in der Soziologie lautet.

Kollektive Neurosen bestehen aus den individuellen Neurosen der (Mehrheit der) Mitglieder des - jeweiligen, gemeinten - Kollektivs.

Neurose verstehe ich primär als den Zustand zwischen seelischer Verletzung / Traumatisierung und grundlegender, natürlicher, Heilung - und ist weit mehr als das, was in vielen Veröffentlichungen mit den auffälligen Symptomen beschrieben wird. Die meisten Symptome "verstecken" sich in der "Normalität" der modernen Gesellschaft - und werden folglich allermeist nicht als solche erkannt.

Im Zustand von Neurose befindet sich die Seele - die ich als rein energetisches Lebewesen sehe - in einer Art "Rückzugs- / Schutzhaltung", wodurch ihr Leistungs-Potenzial für den materiellen Aspekt des Menschen nur begrenzt verfügbar ist.

Das Leistungs-Potenzial der Seele umfaßt im Wesentlichen ZWEI Komponenten:

1.: ENERGIE (Lebens-Energie, Kraft der Liebe und des Friedens, Heilkraft, usw.)
und
2.: INFORMATION (intuitive Erkenntnisse, Eingebungen, Ahnungen, Fügungen, Führung, usw.).

Bei Mangel an einer dieser Komponenten (oder sogar beiden) kann kein wahres Leben / Sein, keine gesunde Entwicklung, stattfinden - so daß befallene Menschen auch nicht wahrhaft (geistig-seelisch) erwachsen werden können.

Bei fortgesetzter Nichterkenntnis / -Heilung droht der befallenen Population Untergang und Aussterben.

Antworten
R. Würges

Das hat vschon vor vielen Jahren im Unternehmen nicht geklappt. der Chef hat meistens sogar noch blockiert.
Nur wenn das, was man als fachlich versierter Mitarbeiter erbracht hatte, ein Erfolg wurde, dann war es natürlich
ein Erfolg für den Chef.
Habe dann nach vielen jahren Kampf eine eigene fFrma gegründet und lasse meine Mitstreiter auch mal was machen.

Antworten
Rodja Krukow

Dieses Szenario kommt mir persönlich sehr bekannt vor. Ich war leider damals nicht in der Position diese "Beförderung in die Personalverantwortung" abzulehnen. Ausbildung mit glatter 1,0 bestanden, danach in der Produktion unschlagbar gewesen die nächsten Jahre.

Der Absturz kam dann mit der Beförderung, plötzlich musste ich Leute feuern die mir am Herzen lagen.

Dadurch krank geworden und das Ende vom Lied war Kündigung aufgrund zu langer Krankheit usw....

Heute glücklicher OMM/SEO in kleinerer Firma.

Personalverantwortung? NIE WIEDER!

Antworten
Titus von Unhold

Doch, man kann Angebote immer ablehnen. Im Zweifel mit der Kündigung.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.