Bitcoin kratzt an der 24.000-Dollarmarke – Analyst prognostiziert Altcoin-Anstieg von über 100 Prozent
Am gestrigen Abend hat die US-Notenbank Federal Reserve angekündigt, den Leitzins um 75 Basispunkte anzuheben. Damit verabschieden sich die USA weiter von der lockeren Geldpolitik der letzten Jahre. Auf dem Kryptomarkt führte die Anhebung, die so erwartet worden war und damit keine Überraschung darstellte, für steigende Kurse.
Bitcoin-Kurs kratzt an 24.000-Dollarmarke
Aktuell notiert Bitcoin bei rund 23.900 US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von rund zehn Prozent in den letzten 24 Stunden. Bereits am 22. Juli hatte die größte und älteste Kryptowährung diese Marke durchbrochen, bevor es erneut zu einem Rückgang auf unter 21.000 Dollar kam.
Noch stärker geht es für Altcoins wie Solana oder Ethereum nach oben. Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen beläuft sich damit wieder auf rund 1,1 Billionen Dollar. Damit ist der Kryptomarkt so viel wert wie zuletzt am 13. Juni 2022.
Die Volatilität macht sich beim Blick auf die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen enorm bemerkbar. Noch am 12. Juli hatte der gesamte Kryptomarkt einen Wert von nur 828 Millionen Dollar. Trotz des über 30-prozentigen Aufschwungs ist die Marktkapitalisierung im Vergleich zu den über drei Billionen Dollar im November 2021 aktuell sehr gering.
Analyst glaubt an starken Anstieg von Altcoins
Während die meisten Kryptowährungen also noch immer weit über 80 Prozent vom Allzeithoch entfernt sind, spricht Analyst Michael van de Poppe bereits vom Beginn der nächsten Altcoin-Season.
So geht er davon aus, dass Altcoins vom jetzigen Stand aus schon bald einen Wertzuwachs von 100 bis 200 Prozent erleben werden. Als Beispiel führt der Analyst die Kryptowährung AVAX des Avalanche-Netzwerkes auf, wobei er ein Kursziel von 37 bis 41 Dollar prognostiziert. Aktuell wird AVAX für rund 24 Dollar gehandelt.
Analysen beziehen nur technische Daten ein
Gerade in Phasen, in denen die Kurse wieder steigen, häufen sich neue positive Kursziele vieler Analysten. Gerade deshalb sollten Anleger diese mit Vorsicht genießen. Die Preisziele basieren vor allem auf technische Chartanalysen, doch gerade der Kryptomarkt reagiert auf aktuelle Geschehnisse nicht selten mit Kursänderungen im zweistelligen Prozentbereich. Aktuell setzt etwa die makroökonomische Lage dem gesamten Finanzmarkt zu.
Innerhalb des Kryptomarktes sind Altcoins deutlich spekulativer als Bitcoin. Während des Bullruns 2017/2018 waren viele Altcoins, die heute zu den 20 wertvollsten Kryptowährungen gehören, noch nicht auf dem Markt. Dazu gehören unter anderem Solana, Shiba Inu oder eben Avalanche. Gleichzeitig sind Kryptowährungen wie Iota (MIOTA), Dash (DASH), Litecoin (LTC) oder Bitcoin Cash (BCH) von diesen digitalen Währungen eingeholt worden und spielen global eine immer unwichtigere Rolle. Gerade deshalb sind Altcoin-Prognosen umso schwieriger zu erstellen.
Letztlich bilden Prognosen stets nur ein Modell ab, welches unter Umständen eintreten könnte. Im vergangenen Jahr sorgte vor allem das ein Kursziel von 100.000 Dollar beim Bitcoin für viel Gesprächsstoff. Zahlreiche Analysten, darunter PlanB mit seinem Stock-to-Flow-Modell, hielten einen solchen Kurs für unausweichlich. Am Ende scheiterte Bitcoin bereits an der 69.000 Dollarmarke und fiel innerhalb von sieben Monaten auf 17.700 Dollar zurück. Altcoins traf es bekanntermaßen noch härter.
Während Bitcoin sich von solchen Abstürzen in der Vergangenheit stets erholen konnte und auch fundamental eine wichtigere Rolle eingenommen hat, gibt es zu den meisten Altcoins bisher zu wenig Daten, als dass eine langfristige Prognose überhaupt möglich wäre. Ein anschauliches Beispiel hierfür dürfte das Scheitern von Terra (LUNA) und TerraUSD (UST) sein. Innerhalb von wenigen Tagen löste sich eine Marktkapitalisierung von rund 50 Milliarden Dollar in Luft auf.