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Bitkom-Präsident Berg: Erfolg funktioniert nur noch digital

Digitalisierung. (Foto: ESB Professional/Shutterstock)

Die Mehrheit der Chefs deutscher Unternehmen sieht das eigene Unternehmen in Sachen Digitalisierung als Nachzügler. Jedes vierte Unternehmen verzichtet auf eine entsprechende Strategie.

Große deutsche Konzerne wie Volkswagen (VW) oder die Deutsche Bahn sind in den vergangenen Monaten öffentlichkeitswirksam in die Offensive gegangen, was die Digitalisierung der eigenen Strukturen angeht. Die Digitalisierung ist aber offenbar noch längst nicht in allen deutschen Unternehmen angekommen, wie eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom ergeben hat. Demnach gab eine deutliche Mehrheit (58 Prozent) der Geschäftsführer und Vorstände an, dass ihr Unternehmen bei der Digitalisierung Nachzügler sei, heißt es in einer Mitteilung.

Digitalisierung: 3 Prozent sind abgehängt

Mit 36 Prozent nur gut jedes dritte Unternehmen ist der Überzeugung, dass es in puncto Digitalisierung Vorreiter sei. Drei Prozent haben sogar die Überzeugung, dass bei ihrem Unternehmen der Zug schon abgefahren sei. Je größer die Unternehmen, desto eher sehen sie sich bei der Digitalisierung vorn, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Bei Unternehmen mit 500 bis 1.499 Mitarbeitern etwa sieht sich fast jedes zweite Unternehmen als Vorreiter bei der Digitalisierung. Und sogar 71 Prozent der Chefs von Firmen mit 2.000 und mehr Mitarbeitern sehen ihr Unternehmen dabei vorn.

Interessant ist, dass fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) angegeben haben, vollständig auf eine Digitalstrategie zu verzichten – allerdings vornehmlich bei kleineren Firmen. Bei Unternehmen ab 2.000 Mitarbeitern hat jedes eine solche Strategie für die eigene Digitalisierung. Insgesamt gilt das für nur gut jedes dritte Unternehmen (38 Prozent). Weitere 37 Prozent haben laut der Bitkom-Umfrage entsprechende Strategien zumindest für einzelne Unternehmensteile ausgearbeitet.

Bitkom: Erfolg geht nur noch digital

Bitkom-Präsident Achim Berg rät Unternehmen, vor allem den mittelständischen zu einer konsequenteren Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle, egal um welche Branche oder Größenordnung es sich bei den Firmen handele. „Analog fahren heißt auf Sicht fahren, und das wird nicht mehr genügen“, so Berg. Insbesondere den Mittelstand sieht der Bitkom-Chef in der Pflicht: Erfolg funktioniere künftig nur noch digital, meint Berg. Für die repräsentative Umfrage wurden 502 deutsche Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt.

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3 Kommentare
Tim Biernoth

Ich würde die Ergebnisse nochmal durch fünf teilen, um den Ego-Bonus der Befragten zu kompensieren. Das würde jedenfalls ehr meinen Erfahrungen entsprechen.

Wobei Digitalisierung auch schon ein weit gefasster Begriff ist. Manche sehen ihre Produkte auf höchstem Nieveau, aber interne Prozesse sind es nicht. Manche könnten Industrie 4.0 etablieren, wenn das Personal da wäre und wieder andere haben in 50 Jahren Unternehmsgeschichte nicht einmal eine responsive Website. Von anderen Online-Marketing Maßnahmen ganz zu schweigen.

Das beste was wir in solchen Fällen machen können ist, Schwächen und Verbesserungen anzusprechen und den Unternehmen dabei helfen sich besser aufzustellen. Meist sind es nur kleine Schritte die schon für den Anfang genügen, wie die Überwindung des eigenen Egos.

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claus siebeneicher

Interessant ist im diesem Zusammenhang auch mal ein Blick auf die e-Government Services, zumal sie über das „Points of Single Contact“ Portal direkt vergleichbar sind. Ziel des Portals: Unterstützung bei Unternehmensgründung.
https://ec.europa.eu/growth/single-market/services/services-directive/in-practice/contact_en
Deutschland hat hier gegenüber z.B. Estland und Belgien in den letzten Jahren enorm aufgeholt aber es gibt noch reichlich Raum für Verbesserungen.

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harald
harald

5g abschaffen

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