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Blockchain: 60 Prozent der deutschen Banken prüfen Datenschutz

Verbraucher, die über die Blockchain bezahlen, sollen gegen den Verlust persönlicher Daten gesondert abgesichert werden. Banken müssen nun die Kontrolle über Kundendaten auf die Blockchain übertragen.

Von Ekki Kern
3 Min.
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Blockchain und Datenschutz: Viele Banken wollen sich des Themas annehmen. (Foto: Jorg Hackemann)

Robo-Advisory- und Blockchain-Lösungen gibt es immerhin schon bei 14 Prozent der deutschen Banken, ergab jüngst eine Befragung des „Branchenkompass Banking 2017“. Doch welche Rolle spielt für die Institute das Thema Datensicherheit im Hinblick auf die neuen Technologien?

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Die Studie „Blockchain – Evolution oder Revolution?“, die im Auftrag des IT-Dienstleisters DXC-Technology durchgeführt worden ist, will diesbezüglich herausgefunden haben, dass sechs von zehn Banken in Deutschland bei der Zukunftstechnologie Blockchain spezielle Sicherheitsfragen für Datenschutz und Nutzeridentifikation „auf die Agenda setzen“, wie es heißt.

Der Grund hierfür: Verbraucher, die mit Hilfe der neuen Technik bezahlen wollen, sollen gegen den Verlust persönlicher Daten gesondert abgesichert werden. Deshalb müssten Banken die Kontrolle über vormals zentral abgelegte Kundendaten nun auf die Blockchain übertragen.

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Auch Blockchain-Nutzer hinterlassen Spuren

Die Mehrheit der Institute, sagen die Studienautoren, sehe Handlungsbedarf, die Zuverlässigkeit der Daten innerhalb der Blockchain zu verbessern. Zwar würden einmal in der Blockchain gespeicherte Daten als manipulationssicher gelten, doch die relevanten Informationen versteckten sich hinter anonymen Zahlenkolonnen.

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„Die Blockchain funktioniert wie ein digitales Grundbuch, das öffentlich alle getätigten Transaktionen festhält“, erklärt Jens-Thorsten Rauer, Director Banking and Capital Markets bei DXC-Technology. Welche Personen hinter einer abgewickelten Zahlung stecken, ließe sich jedoch nicht ohne Weiteres überprüfen.

Grundsätzlich verspreche das System zwar eine hohe Sicherheit für die eigenen Daten. Es gelte jedoch, die besonderen Risiken rund um die neue Technologie zu beachten, heißt es in der Studie. Denn Blockchain-Nutzer hinterlassen Spuren, ähnlich wie beim Verlauf eines Internet-Browsers, der besuchte Websites auflistet. Wer digital Geld überweist, wird mit seiner anonymen Kennung in der Blockchain gespeichert.

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Diese Daten lassen sich mit anderen Informationen beispielsweise von Online-Geschäften abgleichen, um die Person hinter einer Blockchain-Adresse zu ermitteln. Damit werden anonyme Zahlungen gefährdet: „Mit ausreichend Daten lässt sich jeder im Internet eindeutig identifizieren“, sagt Jens-Thorsten Rauer, „das gilt auch für die Blockchain.“

Manuelle Korrektur explizit ausgeschlossen

Gibt es Probleme, würden Verbraucher speziellen Schutz benötigen. Denn gerade bei öffentlich betriebenen Blockchains fehle den Instituten ein direkter Zugriff, wie es heißt. Selbst bei schwerwiegenden Versehen sei eine manuelle Korrektur explizit ausgeschlossen. Daraus, sagt die Studie, würden sich für Banken „vollkommen neue Compliance-Risiken“ ergeben: „Die Idee hinter einer öffentlichen Blockchain besteht darin, eine zusätzliche Regulierung überflüssig zu machen, da Transaktionen elektronisch durch die Beteiligten freigegeben werden“, sagt Rauer.

Immerhin: Der Gesetzgeber ist bereits aktiv, um Transaktionen in der Blockchain abzusichern. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin sowie die Landeszentralbanken sind dabei, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Konkrete Handlungsempfehlungen im Sinne rechtlicher Vorgaben würden allerdings noch nicht vorliegen, heißt es in der Studie.

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„In unseren Projekt- und Kundensituationen haben wir die Erfahrung gemacht, dass Banken sich nicht nur aus Technologie-Sicht, sondern auch aus rechtlicher und Compliance-Sicht mit dem Thema Blockchain befassen sollten“, sagt Rauer. Die Durchführung eines Pilotprojektes zusammen mit dem Regulator helfe beiden Seiten, das Thema besser in den Griff zu bekommen.

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Immer noch unbestritten die Nummer eins unter den Kryptowährungen: Bitcoin mit einer Marktkapitalisierung von rund 280 Milliarden US-Dollar. (Stand: Anfang Dezember 2018) (Foto: Shutterstock/Julia Tsokur)

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Unterschiedliche Blockchain-Plattformen

Um das Vertrauen in die neue Technologie zu gewährleisten, sollten Banken mit hohen Transaktionsvolumen entsprechende technische „Proof of Concepts“ durchführen, um verschiedene Blockchain-Technologien in Bezug auf das benötigte Transaktionsvolumen zu evaluieren, raten die Studienautoren. Die verschiedenen Blockchain-Protokolle würden große Unterschiede aufweisen – hinsichtlich ihrer Eignung vor allem bezüglich Performance oder Protokoll-Reifegraden.

Aufgrund noch unterschiedlicher Blockchain-Plattformen und -Implementierungen sei es empfehlenswert, Anwendungen auf ihre Eignung zur Integration in ein spezifisches Blockchain-System zu bewerten, heißt es von DXC-Technology, das die Studie in Auftrag gegeben hat: „Beim Aufbau einer Blockchain empfehlen wir einen risikobasierten Ansatz, in dem die Sicherheitskontrollen die Geschäftsanforderungen und Prozesse mit berücksichtigen”, sagt Rauer.

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Dies bedeute, dass man zum einen die Daten kenne, die in der Blockchain gespeichert und verarbeitet werden sollen. Es verlange aber auch, Lösungen aufzubauen, beispielsweise zur Verschlüsselung, Codeüberprüfung oder im Hinblick auf Identity-Access-Management. Ziel sei es grundsätzlich, klassische Bedrohungen wie die Kompromittierung der Public-Key-Infrastruktur und der Anwendungsentwicklung zu verhindern.

„Effiziente Governance-Struktur“ gefordert

Wichtig, heißt es in der Studie, sei zudem, eine effiziente Governance-Struktur aufzubauen, um Cyberangriffe effizient abzuwehren. „Wir erwarten, dass sich Cyberangriffe künftig auf die Software richten, die einen vereinfachten Zugang zur Blockchain ermöglichen soll“, sagt Rauer. Hier gelte es, den Fokus auf die Implementierung zu setzen. Das Security-Level im Application-Bereich sollte unbedingt erhöht werden beziehungsweise bereits bei der Software-Entwicklung inhärent enthalten sein, heißt es.

Für die Studie „Blockchain: Evolution oder Revolution?“ hat DXC-Technology im Februar 2017 insgesamt 100 Fach- und Führungskräfte deutscher Banken über ein Marktforschungsinstitut befragt. 50 Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte sowie 50 Mitarbeiter aus Fachabteilungen haben an der Erhebung teilgenommen.

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