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Porträt

Bytedance: Das ist das Milliarden-Unternehmen hinter Tiktok

Tiktok war der Social-Media-Hype des Jahres – trotz Berichten über Zensur und Diskriminierung. Wir stellen euch den IT-Konzern vor, der hinter der App steckt.

Von Jan Vollmer
3 Min.
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Zhang Yiming hat Bytedance gegründet und gehört zu den zehn reichsten Menschen Chinas. (Foto: dpa)

Die Kurzvideo-Plattform Tiktok ist eine der derzeit erfolgreichsten Apps bei Teenagern. Verwendet wird sie auf der ganzen Welt, in 175 verschiedenen Sprachen. Allein im vergangenen Jahr soll die App 750 Millionen Mal herunter geladen worden sein.

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Tiktok ist aber auch die umstrittenste App des Jahres: In den USA fürchtet man sich vor dem Einfluss Chinas auf amerikanische Teenager – und fragt sich, ob die Daten sicher sind. In Europa warnt man vor der Zensur der Plattform und ihrem Umgang mit Minderheiten.

Tiktoks Mutter-Unternehmen Bytedance hat mit der App trotzdem eine gläserne Decke durchbrochen: Es ist die erste Social-Media-App aus China, die in den USA und in Europa den großen Durchbruch geschafft hat. Dabei ist Bytedance selbst erst sieben Jahre alt.

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120 Millionen Nutzer – täglich

Gegründet wurde das Unternehmen Bytedance im März 2012 von dem chinesischen Programmierer und Entrepreneur Zhang Yiming. Yiming hatte zuvor für verschiedene IT-Unternehmen gearbeitet, darunter Microsoft, und selbst ein Unternehmen gegründet. Yimings erstes Produkt mit dem neuen Unternehmen Bytedance war die Content-Plattform Toutiao – und damit ein riesiger Erfolg im chinesischen Netz: 2017 soll die Bytedance-Plattform Toutiao laut Presseberichten 120 Millionen aktive Nutzer gehabt haben – täglich!

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7 Milliarden Dollar in einem halben Jahr verdient

Die Reichweite scheint Bytedance mittlerweile auch monetarisieren zu können: Über sieben Milliarden US-Dollar soll das Unternehmen in der ersten Hälfte des Jahres 2019 verdient haben.

Wie Bytedance zu Tiktok kam

Während Toutiao, die Newsplattform von Bytedance, schon seit 2012 wächst, haben sich zwei verschiedene Projekte zu dem entwickelt, was wir heute als Tiktok kennen: Im September 2016 startete Bytedance die Video- und Musikplattform Douyin – mit dem internationalen Ableger Tiktok. Währenddessen gründete der chinesische Designer Alex Zhu die Musikplattform Musical.ly.

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Zhu stammt aus China, hatte nach seinem Studium aber bei SAP in den USA gearbeitet. Die Idee für die App, so Zhu in einem Interview, sei ihm dabei in einem Zug in den USA gekommen: Die Teenager um ihn herum hörten Musik, machten Selfies und zeigten sie ihren Freunden. Das alles, dachte Zhu, könnte man ja auch in eine einzige App packen.

Nach dem Start von Musical.ly 2014 ging die App viral, währenddessen zog Zhu selbst nach Shanghai um. 2017 wurde Musical.ly von Bytedance gekauft, die dort seit 2016 den Rivalen Douyin auf dem chinesischen Markt hatten und die App Tiktok für den internationalen Markt entwickelten. Nach dem Einkauf von Musical.ly integrierte Bytedance die App in Tiktok. Douyin ist dabei so etwas wie die Tiktok-Version für den chinesischen Markt geblieben.

Bytedance: Probleme mit den Behörden in China

Die App Tiktok wurde in Deutschland zuletzt scharf kritisiert: Erst erschienen in der englischen Zeitung The Guardian Details über die Moderationsrichtlinien von Tiktok, laut denen politische Inhalte zensiert werden sollen. Themen wie die Proteste in Hongkong tauchten auf Tiktok auch nicht auf, obwohl sie auf den meisten anderen Social-Media-Plattformen prominent vertreten sind. Dann wurde bekannt, dass Tiktok die Reichweite von Menschen mit Behinderung absichtlich einschränkt.

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Aber auch in China ist Bytedance scheinbar schon mit den Behörden aneinandergeraten – und musste sich fügen: Im November wurden, laut einem Bericht in der New York Times, Manager von Bytedance von den Behörden einbestellt, weil diese mit den Suchergebnisse einer Bytedance Suchmaschine nicht einverstanden waren.

Und wenn Chinas Zensoren mit dem Medienunternehmen nicht einverstanden sind, scheint Bytedance keine Chance zu haben: Zwei andere Video-Apps von Bytedance sind in China laut Medienberichten schon aus dem Appstore verschwunden, nach dem sich das Staatsfernsehen über die Inhalte beschwert hatte.

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