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Interview

Byton-Chef Carsten Breitfeld: „Das eigentliche Thema der Zukunft sind nicht Elektroautos“

Byton-Chef Carsten Breitfeld. (Foto: Byton)

Bei BMW hat Carsten Breitfeld den Hybrid-Sportwagen i8 konzipiert – und wurde dann zum Chef und Gründer des E-Auto-Startups Byton in China. t3n sprach mit Breitfeld, wie er nach China gelockt wurde, über den möglichen Einstieg eines Tech-Riesen bei dem Hersteller – und das kommende Byton-Modell.

Carsten Breitfeld arbeitete mehr als 20 Jahre für BMW – zuletzt als Entwicklungsleiter des Hybrid-Sportwagens i8. Doch im März 2016 wurde er Mitgründer und CEO von Byton, einem chinesischem Elektroauto-Startup, das sich von „Bytes on Wheels“ ableitet. Das erste Auto von Byton ist für 2019 in China angekündigt und soll danach auch nach Europa und die USA kommen.

t3n: Wie haben Sie reagiert, als Ihnen bei BMW der Job des Gründers und CEO eines chinesischen Autobauers angeboten wurde? Wurden Sie angerufen?

Carsten Breitfeld: Das war in der Zeit, als ich mein i8-Projekt durchhatte. Ich wurde von einem chinesischen Headhunter angerufen. Er sagte mir, es gäbe da ein Konsortium von drei großen chinesischen CEO, unter anderem Foxconn, die gerne mal darüber sprechen wollten, ein neues Unternehmen zu bauen. Ich war am Anfang etwas skeptisch. Und weil ich für die kommenden beiden Woche Urlaub mit meiner Familie auf meinem Boot am Gardasee geplant hatte, fragte ich ihn, ob wir uns hinterher unterhalten können. Dann fragte er mich, wo ich denn bin und ob es in Marina auch ein Restaurant gibt und ob er mich besuchen könnte.

Diese Elektroautos gibt es schon zu kaufen
Klein und flink ist der Cityhopper E-Up. Mit seinem Preis von über 25.000 Euro ist das Modell aber um einiges teurer als der Einstiegspreis des normalen Up. Mit einem 82-PS-Motor ist der Wagen jedoch auch stärker ausgerüstet – aber für einen Kleinstwagen bleibt der Preis äußerst happig. (Foto: VW)

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t3n: Der hatte offenbar Druck …

Dann ist er nach Peschiera, hat dort ein Restaurant gemietet und wir haben ein Gespräch gehabt. Die Vision fand ich ganz gut: Ein neues Unternehmen aus China heraus aufzubauen, das ein Global Player wird. Premium, weltweit technologisch vorne und nicht nur Elektroautos, sondern wirkliche Connected Cars, das erste wirkliche Smartcar. Und das alles zu einem relativ günstigen Preis. Also kein teures Produkt für wenige, sondern etwas, das wirklich das Potenzial hat, etwas Bedeutsames zu werden.

t3n: Wie ging es dann weiter?

Einige Diskussionen, einiges Hin und Her – weil die Vorstellungen der Herren am Anfang nicht so realistisch waren.

„Ich war obere Führungskraft bei BMW – so hieß das da – und viele sagten: ‚Wie kannst du nur?‘.“

t3n: Was war unrealistisch?

Die Zielsetzung hat sich nicht verändert. Die Kollegen nahmen nur an – da es sich um ein elektrisches Internetauto handelt, bei dem wesentlich weniger Teile drin sind –, dass alles sehr viel schneller gehen würde. Die wollten das in anderthalb Jahren auf dem Markt haben. Da musste ich erstmal erklären, dass auch ein Connected Car immer noch ein Auto ist – und das zu entwickeln, ist eine schwierige Aufgabe. Nachdem ich aber gemerkt habe, dass sie mir zuhören und akzeptieren, was notwendig ist, habe ich ihr Angebot angenommen, das Unternehmen aufzubauen.

t3n: Sie waren also der Mitarbeiter Nummer 1?

Genau, nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Founder. Ich habe auch selbst Geld investiert.

t3n: Wie viele Anteile halten Sie?

Das sagen wir nicht öffentlich – aber es ist so viel, dass ich echter Unternehmer bin.

t3n: Wie haben denn Ihre Kollegen bei BMW und insgesamt in der Autobranche reagiert, als Sie BMW aus einer hohen Position heraus verlassen haben?

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