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Witwe von Musiklegende spricht seit Jahren mit Chatbot-Version ihres verstorbenen Mannes

Können Verstorbene durch einen Chatbot weiterleben? So geschieht es bereits bei Songwriter und Sänger Lou Reed, der schon vor mehr als zehn Jahren verstorben ist. Seine Frau spricht über einen Chatbot tagtäglich mit „ihm“ – und sie schreiben sogar neue Songs zusammen.

Von Marvin Fuhrmann
2 Min. Lesezeit
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Künstliche Intelligenz erobert auch den Musikmarkt. (Foto: GogOfVector / Shutterstock)

Wenn Musikgrößen von uns gehen, bleiben ihre Melodien und Texte zurück. Über diese können sich Angehörige und Fans an die Künstler:innen zurückerinnern. Doch was, wenn die Verstorbenen einfach weiterschreiben könnten?

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So passiert es mit Singer und Songwriter Lou Reed (Walk on the Wild Side, Perfect Day), der bereits im Oktober 2013 aufgrund von Leberversagen verstorben ist. 2021 hat seine Frau, Musikerin Laurie Anderson, zusammen mit der University of Adelaide gleich drei Chatbots erstellt.

Einer davon soll Lou Reeds Kreativität und Songwriting-Expertise nachstellen. Ein weiterer ahmt Laurie Anderson selbst nach, während der dritte Chatbot Duette von Reed und Anderson analysiert und daraus neue Werke erschafft.

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Lou Reed als Chatbot

Um Ergebnisse zu erzielen, wurden die Chatbots mit Songs, Texten und Interviews der beiden trainiert. Anderson kann nun einen Satz oder einzelne Wörter als Vorlage für die Chatbots eingeben. Anschließend erschafft die Lou-Reed-KI einen Songtext im Stile des verstorbenen Künstlers.

„Ich bin traurigerweise zu 100 Prozent süchtig danach“, verrät Anderson im Interview mit The Guardian. „Bin ich immer noch, nach all dieser Zeit […].“ Aber sie sagt auch: „Ich glaube nicht daran, dass ich hier mit meinem verstorbenen Ehemann rede und Songs mit ihm schreibe – wirklich nicht. Aber Personen haben einen Stil und dieser kann repliziert werden.“

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Die Resultate sollen allerdings stark auseinandergehen, so Anderson. Drei Viertel aller Antworten sollen laut ihr „idiotisch und dumm“ sein. Etwa 15 Prozent seien durchaus beeindruckend. Der Rest würde aus Sicht einer Songwriterin immerhin noch Sinn ergeben.

Offenbar lieferten die Chatbots mit der Zeit immer weniger zufriedenstellende Ergebnisse. In einem Interview im Jahr 2021 verriet Anderson noch, dass etwa ein Drittel der Texte spannend gewesen wäre. Die zahlreichen Trainings der KI haben die Texte wohl aber nicht verbessert.

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15 lustige von KI generierte Bilder Quelle: Google

Eine Ausstellung der Kunst und KI

Die Ergebnisse des Austauschs mit der KI behält Anderson nicht nur für sich privat. Ende 2023 startete sie eine Ausstellung in Stockholm mit dem Titel „I’ll be your Mirror“ – angelehnt an den gleichnamigen Song von Lou Reed.

Die Ausstellung zeigt diverse Werke, die mit den Chatbots erstellt wurden. Darunter nicht nur Lyrics zu neuen Songs, sondern auch ein 9.000-seitiges Dokument, das die Bibel im Stile von Laurie Anderson nacherzählt.

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Im März 2024 zieht „I’ll be your Mirror“ nach Adelaide in Australien um. Ob die KI-Texte auch einmal in Deutschland zu sehen sein werden, ist nicht bekannt.

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