CMF Phone 1 im Test: Warum ihr dieses Smartphone am Prime Day im Auge haben solltet

Für viel Geld kann man starke Smartphone-Hardware bekommen. Das ist kein Geheimnis. Das Google Pixel 9 gibt es etwa ab 899 Euro zu kaufen, das iPhone 16 ab 949 Euro. Aber bestimmt nicht jeder möchte annähernd 1.000 Euro hinlegen, um erreichbar zu sein, im Netz zu surfen oder zwischendurch mal ein Spielchen zu wagen. Hier soll das CMF Phone 1 ansetzen. CMF ist die günstige Marke von Nothing, einem Unternehmen, das ohnehin schon vergleichsweise preiswerte Hardware im Angebot hat.
Die unverbindliche Preisempfehlung des Phone 1 liegt bei 239 Euro. Am 8. und 9. Oktober dürfte der Preis sogar weiter fallen. Dann findet Amazons zweiter Prime Day im Jahr 2024. Schon bei der ersten Ausgabe im Juli gab es das Gerät für nur 199 Euro zu kaufen. Sparen kann man hier also. Aber ist, was man kauft, auch gut?
CMF Phone 1 mit dem besonderen Design
Zunächst einmal fällt auf, dass das, was man fürs Geld bekommt, anders aussieht, als viele andere Smartphones. Die Rückseite ist weder mit Glas überzogen, noch glatt. Statt des üblichen Einheitsbreis sieht man: Schrauben. Und ein großes Drehrad. Die in Metall gefasste Kamera wirkt da etwas unpassend. Insgesamt sieht das CMF Phone 1 aus wie eine Art Patchwork-Gerät. Das ist kein Zufall, sondern Absicht. Das Drehrad und die Schrauben lassen sich lösen.
Auf Wunsch kann man das Cover komplett vom Smartphone entfernen und durch ein andersfarbiges ersetzen. Dafür liegt den Ersatzcovern ein (sehr) kleiner Schraubendreher bei, mit dem sich die Schrauben tatsächlich auch etwas schwergängig lösen lassen. Beim ersten Abdrehen hatte ich Sorgen, die Schrauben „rund“ zu machen. Es ging dann aber doch.

Hier schraubt der Chef noch selbst. Beim CMF Phone 1 kann man die Rückseite abmontieren. (Foto: t3n)
Neben Covern bietet CMF noch eine Halteschlaufe und einen Kickstand an, die den Platz des Drehrades einnehmen können. Dazu gibt es eine kleine Brieftasche zum Anschrauben, die genügend Platz für bis zu drei Scheckkarten bieten soll. Das erinnert an Apples Magsafe – nur eben ohne Magneten. Die Preise fürs Zubehör liegen zwischen 25 und 35 Euro.
Schade ist nur, dass beim Austausch der Rückseite Schluss ist. Der Akku wird dadurch zwar sichtbar, ist aber auch mit einem Sticker versehen. Nur autorisierte Fachkräfte dürfen die Batterie wechseln. Hier verschenkt das Unternehmen die Chance, ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit zu setzen.
In einem Punkt sogar besser als das iPhone 16
Vorn sieht das CMF Phone 1 deutlich langweiliger aus. Außer dem 6,67 Zoll großen Bildschirm und der Frontkamera mit 16 Megapixeln gibt es nicht zu entdecken. Reicht ja auch. Schließlich verbaut der Hersteller ein Super-AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2.400 mal 1.800 Pixeln. Farben wirken darauf echt, Inhalte scharf. Die Helligkeit ist ausreichend, um auch bei Sonnenlicht Bilder und Websites gut zu erkennen. Und: Das CMF Phone 1 schafft eine Bildrate von bis zu 120 Hertz. Damit wirken die Bedienung und das Scrollen über Websites deutlich weicher. In dieser Preisklasse sind oft maximal 90 Hertz üblich. Das gut 700 Euro teurere iPhone 16 schafft sogar nur 60 Hertz.

Die Kamera löst beim CMF Phone 1 mit 50 Megapixeln auf. Für ein Smartphone in dieser Preisklasse liefert sie gute Ergebnisse. (Foto: t3n)
Bei der Leistung kann das CMF Phone 1 das iPhone dann nicht mehr übertrumpfen; langsam ist es deswegen nicht. Der verbaute Mediatek Dimensity 7300 liefert ausreichend Power für alle alltäglichen Aufgaben. Gaming ist auch möglich.
Richtig stark performt der Akku. Die Batterie bietet eine Kapazität von 5.000 Milliamperestunden. Im Test hielt das Smartphone problemlos den kompletten Tag durch und hatte oft noch genügend Strom für mindestens einen halben weiteren Tag. Ich habe im Testzeitraum oft kleinere Games gezockt und unterwegs viel fotografiert.
Die Kamera ist besser als erwartet
Die 50-Megapixel-Kamera (der zweite Sensor dient für Porträtaufnahmen) auf der Rückseite liefert bessere Ergebnisse, als man bei dem Preis vermuten würde. Bei guten Lichtverhältnissen sind die Bilder auf den ersten Blick scharf und die Farben lebensecht. Zu viel sollte man von dem 200-Euro-Phone aber nicht erwarten. Zieht man die Fotos am Computer auf, gehen die Details schnell verloren.

Auf den ersten Blick schauen die Fotos vom CMF Phone 1 gut aus. Nur zu sehr sollte man die Bilder nicht aufziehen. (Foto: t3n)

Farben bringt das Smartphone gut rüber. (Foto: t3n)

Spätestens bei schlechten Lichtverhältnissen offenbar das CMF Phone 1 seine Schwächen. (Foto: t3n)
Außerdem schwächelt die Kamera bei schwindendem Licht und Porträts schneidet die Knipse nicht immer sauber aus. Oft lassen sich Haarsträhnen erkennen, die mit dem unscharfen Hintergrund verschwimmen. Für den Preis ist die Kamera durchaus okay. Mehr nicht.
Betriebssystem mit Besonderheiten
Als Betriebssystem ist Android 14 installiert. Darüber legt der Hersteller seine Nothing-OS-Oberfläche. Die ist schön minimalistisch und wird durch die schwarzen, weißen und rote Elemente zum Hingucker. Wer damit nichts anfangen kann, installiert einfach einen anderen Launcher.
Ein bisschen KI gehört sogar auch zum Funktionsumfang. Nothing bietet zwei Widgets für die ChatGPT-App an, über die man die Sprachfunktion der Anwendung direkt starten kann. Nett, aber nicht überlebenswichtig. Das trifft genauso auf die Wallpaper-Funktion zu. Anhand von zwei Parametern erstellt euch ein smarter Helfer auf Wunsch ein neues Hintergrundbild. Bei weiteren KI-Anwendungen wie Fotofunktionen oder eine Schreibhilfe für E-Mails seid ihr auf Drittanbieter angewiesen. Eine eigene Lösung ist beim CMF Phone 1 nicht installiert. Das darf man für den Preis aber auch nicht ernsthaft erwarten.
Das müsst ihr noch wissen
Surfen könnt ihr unterwegs mit 5G-Geschwindigkeit und zu Hause mit Wi-Fi 6. Das Testgerät in der Redaktion hat acht Gigabyte Arbeits- und 256 Gigabyte Datenspeicher. Mit 269 Euro ist es deswegen etwas teurer als die Standardvariante mit 128 Gigabyte Speicher. Zu der könnt ihr aber bedenkenlos greifen, denn der Speicher lässt sich jeweils per microSD-Karte um bis zu zwei Terabyte erweitern. Entsperren könnt ihr das Smartphone über einen Fingerabdrucksensor im Bildschirm. Das funktioniert nicht immer beim ersten Versuch, aber oft genug.
Fürs Geld setzt der Hersteller an manchen Stellen aber auch den Rotstift an. Das Gehäuse ist zum Beispiel nicht wasserdicht, sondern nur nach der Schutzklasse IP54 gegen Spritzwasser geschützt. Heißt übersetzt: mal mit nassen Händen anfassen, ist kein Problem, ein Bad im Spülbecken dagegen schon. Außerdem fehlt ein NFC-Chip. Mit Google Pay auf dem Smartphone könnt ihr in Geschäften also nicht bezahlen. Da bleibt nur die Bankkarte oder eben klassisches Bargeld.
Fazit
Es muss nicht immer das teure Luxus-Gerät von den etablierten Herstellern für um die 1.000 Euro sein. Wer nur surfen, chatten, telefonieren und ab und zu mal etwas spielen will, bekommt beim CMF Phone 1 ab 239 Euro mehr als genug. Darüber hinaus bietet das Smartphone eine brauchbare Kamera, einen guten Bildschirm, eine lange Akkulaufzeit und die Möglichkeit, beim Design zumindest ein wenig selbst mitzubestimmen. Wirklich schmerzlich vermisst habe ich eigentlich nur den NFC-Chip. Ist man aber gar nicht daran gewohnt, mit dem Smartphone zu bezahlen, dürfte das kein Problem sein.
Es lohnt sich also, am zweiten Prime-Day ein Auge auf das Smartphone zu haben. Sollte der Preis erneut auf 199 Euro sinken, ist das ein guter Deal.