Analyse

Deloitte: Deutsche Führungskräfte sind „in mancherlei Hinsicht erstaunlich ahnungslos”

Cyberabwehr? „Ausdrücklich Zweifel“ haben die meisten Befragten hinsichtlich der Ausstattung staatlicher Stellen. (Bild: Shutterstock)

Die Digitalisierung bringt nicht nur Segen, sondern auch Cyber-Risiken. Wie Wirtschaftslenker und Politiker die aktuelle Lage im Land einschätzen, haben Deloitte und IfD-Allensbach untersucht.

Klar ist längst, dass Industrie 4.0, Big Data und künstliche Intelligenz zu den entscheidenden Wirtschaftsfaktoren der Zukunft gehören. Doch inwieweit sind diese Auswüchse der Digitalisierung eigentlich in der konkreten deutschen Unternehmensrealität angekommen?

Mit dieser Frage hat sich der Cyber-Security-Report von Deloitte und dem Institut für Demoskopie Allensbach beschäftigt, für den man Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft befragt hat, und in dem es neben den positiven Seiten der Digitalisierung auch um Cyber-Risiken ging.

So weit ist Deutschland mit Big Data

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten greift heute schon auf Big Data beziehungsweise die Analyse großer Datenmengen zu, weitere 13 Prozent arbeiten daran und 15 Prozent planen es für die Zukunft.

Künstliche Intelligenz dagegen ist nur für neun Prozent ein Thema. Acht Prozent arbeiten daran und 21 Prozent planen den Einsatz für die Zukunft. Für knapp zwei Drittel (62 Prozent) ist KI hingegen „weitgehend irrelevant“, wie Deloitte meldet.

Bedrohungen und Schutz: Wahrgenommene Cyber-Risiken für die Bevölkerung (in Prozent der Nennungen). (Grafik: Deloitte)

Bedrohungen und Schutz: Wahrgenommene Cyber-Risiken für die Bevölkerung (in Prozent der Nennungen). (Grafik: Deloitte)

Gleichzeitig sei die Vernetzung von Produktionsanlagen bereits „weit fortgeschritten“, heißt es in der Studie. In insgesamt 45 Prozent der Unternehmen sind die Produktionsanlagen nach Angaben der Befragten offenbar schon untereinander oder mit Büroanwendungen vernetzt, weitere acht Prozent arbeiten konkret an einer solchen Vernetzung, und neun Prozent planen das für die Zukunft, wie aus dem Report hervorgeht.

Industrie 4.0 „entscheidend für die Zukunft“

Gleichzeitig ist die breite Mehrheit der Befragten überzeugt, dass Industrie 4.0 entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands ist. So sind sich von den Entscheidungsträgern in Unternehmen 61 Prozent offensichtlich sicher, dass Industrie 4.0 für den Wirtschaftsstandort Deutschland „sehr wichtig“ ist, von den befragten Abgeordneten sind es sogar 82 Prozent.

Die Bedeutung von Industrie 4.0 für das eigene Unternehmen schätzen Wirtschaftslenker offenbar ebenfalls als hoch ein, allerdings nicht so hoch wie für den Wirtschaftsstandort insgesamt. Aktuell halten 56 Prozent Industrie 4.0 für die Zukunft des eigenen Unternehmens für „wichtig“ beziehungsweise „sehr wichtig“. Mit dem Thema hätten sich jedoch bisher nur 38 Prozent der Führungskräfte intensiv beschäftigt, schreiben die Studienautoren.

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Ein Kommentar
Titus von Unhold
Titus von Unhold

„60 Prozent der Abgeordneten denken, dass Computernetzwerke sich wirksam gegen Hackerangriffe schützen lassen“

Am besten per Gesetz. Gesetze helfen nämlich immer.

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