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Ratgeber

Darum setzt Lob vom Chef die falschen Signale und ist kontraproduktiv

Sieht erstmal gut aus, ist aber gefährlich: Loben hat im Arbeitsalltag nichts zu suchen. (Foto: Fizkes/Shutterstock)

Die gängigen Führungsratgeber sind sich einig: Vorgesetzte sollen viel mehr loben, das erhöhe die Mitarbeitermotivation. Erscheint logisch. Wenn dir jemand auf die Schulter klopft, fühlt sich das ja erst mal gut an. Warum Loben im Arbeitsalltag dennoch nichts zu suchen hat.

„Das hast du gut gemacht“, die Aussage vom Chef geht runter wie Öl. Im ersten Moment. Doch schon Sekunden später fühlt es sich irgendwie unangenehm an. Das Lächeln, das wir eben noch aufsetzen wollten, verkümmert auf halbem Weg. Plötzlich bekommen die Worte einen schalen Beigeschmack: „Wer ist dieser Typ, dass er mir sagen kann, ich hätte etwas gut gemacht? Da fehlt ja nur noch, dass er mir einen Lolly anbietet... “. Die Situation rutscht ab ins Eltern-Kind-Schema. Dabei macht der Chef doch alles richtig, Lob steht schließlich auf seiner Führungsagenda. Auch die Gallup-Studie bestätigt, dass Lob die Motivation und Bindung ans Unternehmen erhöht. Ja, warum fühlt es sich dann nicht gut an? Sind sämtliche Management-Ratgeber auf dem Holzweg? Ja, sagen Jana Meitzner und Katharina Staudinger von intrinsify.me, einem Netzwerk, das sich für eine neue Arbeitswelt und moderne Unternehmensführung engagiert. Sie sprechen in ihrem Blogbeitrag sogar von handfesten Gefahren.

Loben macht klein

Erfolgt die Bewertung deiner Leistung durch den Vorgesetzten, also „von oben“, dann wird sie als Führungsinstrument wahrgenommen. „Es kann Mitarbeitern nicht egal sein, wenn sie gelobt werden, weil es die Führungskraft ist, die das Lob ausspricht“, so Meitzner und Staudinger. Die Mitarbeiter nähmen Lob als positive Verstärkung eines einmal gezeigten Verhaltens wahr. Solche Situationen und die verwendete Sprache erinnern an Eltern-Kind-Beziehungen – an das Lob nach dem Aufräumen des Zimmers. Es hat weniger damit zu tun, dass die Kompetenz beim Aufräumen brillant war, sondern vielmehr damit, dass es dem Ansinnen der Eltern entspricht, dass das Kind aufgeräumt hat. Statt Stolz zu empfinden, fühlt sich der Mitarbeiter klein und kindlich.

Loben blendet den Kunden aus

Ein Lob vom Chef fungiert als Messlatte für Erfolg. Dass der Vorgesetzte zufrieden ist mit der Leistung, kann das Team nicht ignorieren. Damit wird das Lob zur internen Referenz – heißt konkret: Das Team richtet sich nach der Chefmeinung aus. Was dann passiert ist gefährliche Augenwischerei. Die Leistungsbewertung kommt aus dem Unternehmen – und nicht vom Markt. Doch wer weiß schon, ob die Chefmeinung mit den Kundenbedürfnissen draußen übereinstimmt? Lobt hingegen der Kunde und vergibt einen Folgeauftrag, dann kann die Mannschaft davon ausgehen, auf dem richtigen Weg zu sein. Erst eine direkte Rückmeldung vom Markt gibt die richtige Orientierung für das Team. Die Meinung vom Vorgesetzten ist für den Erfolg am Markt vollkommen irrelevant.

Loben macht abhängig

Wenn Führungskräfte loben, steckt dahinter möglicherweise ein tayloristisch geprägtes Menschenbild – nämlich: Menschen seien von Natur aus faul. Es brauche also so etwas wie Belohnung, Bestrafung und Lob, damit das Ergebnis am Ende stimmt. Ist das so? Wenn wir loben, verbessert sich dann das Ergebnis? Eben nicht. „Wir beobachten, dass ein ‚Weiter so‘ die intrinsische Motivation nicht nach oben schnellen lässt“, so Meitzner und Staudinger. Im Gegenteil. Lob wirke wie Manipulation und nicht wie echte Anerkennung. „Lob wird damit funktionalisiert oder gar institutionalisiert“. Gut gemeint und dennoch unwirksam. „Mitarbeiter interessieren sich naturgemäß für ihre Arbeit“, sind Meitzner und Staudinger überzeugt. „Sie wollen Wirkung erzielen“. Karotten stünden nicht auf der Wunschliste. „Trotzdem sind wir Menschen ständig auf der Suche nach Anerkennung und Resonanz“, so die Autorinnen. Wenn Lob in Organisationen dazu genutzt wird, dieses Bedürfnis nach Anerkennung zu befriedigen, dann wird eine Abhängigkeitsspirale in Gang gesetzt. „Wir beobachten häufig, dass sich Mitarbeiter an einer erhofften positiven Bewertung durch die Vorgesetzten ausrichten – und sich damit in eine persönliche Abhängigkeit hinein manövrieren“, so Meitzner und Staudinger. Bliebe das Lob aus, könne das plötzlich als Scheitern empfunden werden. Lob wird zur Droge. Fehlt diese, droht der „kalte Entzug“. Damit verliert die Organisation zunehmend ihre Fähigkeit zu selbst bestimmtem Handeln. Sie trachtet nur noch danach, Lorbeeren und Statussymbole anzuhäufen. Noch ein Bonus, das Einzelbüro, der Firmenwagen – das werden die Zielkoordinaten der Mitarbeiter. Was für eine Zeitverschwendung.

Wertschätzung? Ja bitte!

Eine Absage ans Lob vom Chef bedeutet nicht, dass Zuwendung im Arbeitsalltag keinen Raum haben soll. Im Gegenteil. Wertschätzung und gegenseitiger Respekt sind wichtige Zutaten für eine fruchtbare Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Und das bedingungslos, hierarchiefrei – und unabhängig davon, ob die Leistung gerade gut oder schlecht ist. Läuft etwas schief, dann muss man reden. Kommt ein großer Folgeauftrag ins Haus, dann wird gemeinsam gefeiert. Wie im richtigen Leben. Ein „Danke für euren Einsatz“ kommt hier wesentlich besser als ein gönnerhaftes „Das habt ihr gut gemacht“.

Mehr zum Thema: Warum Führungsratgeber in die Irre führen – und was wirklich zählt

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8 Reaktionen
Schlimm

Was
ein
Käse.

Recherchiert t3n noch oder wird alles veröffentlicht was gefunden wird? Und wer sind Jana und Katharina? Bibi und Tina? Und warum glauben die beiden mehr zu wissen als alle anderen? So ein Quatsch zu schreiben kann einem doch nur peinlich sein. Roulade schreibt es echt gut. Zitat: "Wer ist dieser Typ, dass er mir Aufträge erteilt und Arbeit gibt? Da fehlt nur noch, dass er mein Vorgesetzter ist."

Antworten
Mat

Bitte veröffentlicht nicht mehr solchen HR-Pfurz.

Hier werden psychologische Effekte mit Reizwörtern überlagert und jeder der entweder Hausverstand oder psychologische Basisausbildung oder erste Führungserfahrung hat, wird den Kopf schütteln zu diesem Text.

Positive Rückmeldung vom Chef sind enorm wichtig, weil sie zeigen, du bist am richtigen Weg, ich will mehr von deiner hervorragenden Leistung sehen.

Wenn das Werkzeug Lob in die falschen Hände gerät, kann es auch missbräuchlich genutzt werden und zu im Text beschrieben Auswirkungen führen. Aber dann ist der Vorgesetzt das Problem und nicht der Einsatz von Lob.

Ich empfehle Jedem, der durch diesen Artikel zum Thema Lob verunsichert ist im Internet zum Thema Transaktionsanalyse ein paar gute Texte zu lesen und ihr werdet alles besser verstehen. Lob und Tadel sind per se kein Gradmesser für elterhaftes Verhalten, sondern nur die Art und Weise wie Lob und Tadel eingesetzt werden.

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Nähe

Sorry, aber dieser Artikel ist absolute Grütze. Bitte nehmt ihn raus, dass ist maximaler Fremdschäm-Faktor. Von Tuten und blasen keine Ahnung!

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willi

Ok dann soll mir mein Chef aber bitte auch nicht sagen wenn ich etwas schlecht gemacht habe. Da muss ich dann irgendwie immer daran denken wie meine Mutti früher mit mir geschimpft hat :D

Ich würde es wirklich gern diplomatischer formulieren aber manchmal muss man es einfach sagen wie es ist. Dieser Artikel ist von vorn bis hinten Schwachsinn^^

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Kevin

Ich kann den beiden vorherigen Kommentatoren nur zustimmen.
Lob, Respekt und Anerkennung sind damals so wie heute die Grundpfeiler um ein gutes Verhältnis zwischen (Chef und Angestellten) aufzubauen. Wenn wir alles verschweigen und weiter verlernen auch am Arbeitsplatz die Höflichkeit und den Respekt zu anderen Menschen zu waren, vereinsamen wir nicht nur immer mehr im privaten Leben sondern auch im Berufsleben. Das wird sich langfristig auf die Produktivität auswirken. Wer gerne zur Arbeit geht und ein gutes Klima vorfindet, reduziert den Stressfaktor und steigert die Arbeitqualität.

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Robert W.

natürlich sollte man Lob dosieren, aber zu genannten These fehlen sowohl in diesem Artikel als auch im zugrunde liegenden Blogbeitrag Zahlen oder Studien. Er beruht lediglich auf den Erfahrungen der Erstellerinnen des Blogbeitrages.

Ich hab gute Erfahrungen mit Lob gemacht .. und jetzt? :-)

Antworten
Zirpl

Obwohl man im Netz täglich sehr viel Unsinn serviert bekommt, stechen dieser Artikel, sowie der Blogbeitrag auf den er sich bezieht, hervor. Die beiden Damen führen nicht den Hauch eines Belegs für ihre völlig abstrusen Behauptungen an. Subjektive "Beobachtungen" genügen bestimmt nicht um daraus allgemeingültige Schlüsse zu ziehen. Bei ihren Ansichten handelt es sich mehr um Esoterik, als um wissenschaftliche Erkenntnisse.

Wer von "hierachiefreien" Unternehmen fabuliert, hat womöglich ein Problem damit, sich in Unternehmensstrukturen einzuordnen und nimmt sich selbst wahrscheinlich zu wichtig. Wer sich selbst überhöht, kann mit Lob naturgemäß wenig anfangen.

Selbst flache Hierachien sind Hierachien. In jeder Organisation muss es Entscheidungs- und Verantwortungsebenen geben. Natürlich ist es schön, Erfolge gemeinsam zu feiern. Wenn es aber darum geht Verantwortung zu übernehmen oder Risiken mit zu tragen, ist es mit der "Augehöhe" erfahrungsgemäß sehr schnell vorbei.

Seit ich mich vor 22 Jahren selbständig gemacht habe, sind Respekt und Fairness die Grundlage meines Handelns. Ich möchte mit Leuten zusammenarbeiten, die motiviert sind und sich in ihren Job einbringen. Positives Feedback ist hierfür unabdingbar.

Dieser Blogbeitrag zeigt nur, wes Geistes Kinder die Autorinnen sind.

Antworten
Roulade

„Wer ist dieser Typ, dass er mir sagen kann, ich hätte etwas gut gemacht? Da fehlt ja nur noch, dass er mir einen Lolly anbietet...“
Wer ist dieser Typ, dass er mir Aufträge erteilt und Arbeit gibt? Da fehlt nur noch, dass er mein Vorgesetzter ist.
Am besten vergibt der Vorgesetzte auch gar keine Arbeitsaufträge mehr an sein Team, weil dann könnten das Team ja meinen er spielt sich als Vater/Mutter auf. Wie im Kindesalter. "

Vollkommener Blödsinn (eigene Meinung). Lob bekommt man ja auch von Gleichgestellten. Ich hatte bei einem Lob niemals das Gefühl von einem Eltern-Kind-Schema. Der Chef sieht, dass man die Anforderungen gut erfüllt hat und spricht ein Lob aus und der Arbeitnehmer weiß, dass er es gut gemacht hat und freut sich darüber. Nicht in erster LInie weil der Chef es gut findet, sondern weil er weiß, dass er etwas geleistet hat. Das motiviert. Punkt. Man muss nicht jedes einfache Prinzip mit weit hergeholten Argumentationen umwerfen.

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