
Passwörter mit Sonderzeichen, Gesichtserkennung und Zwei-Faktor-Authentifizierung: Login-Maßnahmen können manchmal sehr kompliziert sein. Die Banking-App der National Australia Bank geht nun sogar einen Schritt weiter: Hier untersucht die App sogar, wie du dein Smartphone hältst.
„Wir haben Tools hinzugefügt, die biometrische Daten und die Art und Weise, wie Sie mit Ihren Geräten interagieren und wie Sie über Tastenanschläge nachdenken, untersuchen“, sagte der CEO der National Australia Bank, Andrew Irvine, laut Bloomberg auf einer Konferenz in Melbourne. „Wenn sich diese Dinge von der Art und Weise unterscheiden, wie Sie Ihr Telefon in der Vergangenheit benutzt haben, schaltet sich unsere Intelligenz ein.“
Alles für den Schutz vor Scams
Dadurch soll es für Scammer:innen noch schwieriger werden, unerlaubt Zugriff zum Konto zu bekommen. Immer wieder gibt es Sicherheitslücken, die von Dieb:innen ausgenutzt werden können. Auch neue Technologien wie KI helfen Betrüger:innen immer wieder, Sicherheitsvorkehrungen auszunutzen.
Wie das passieren kann, zeigt beispielsweise Motherboard-Journalist Joseph Cox. Mit einer KI-Stimme schaffte er es, die Stimmverifizierung der Bank zu überlisten. Mit einfachen Voice-Clips konnte er so Zugriff auf sein Bankkonto bekommen. Eine Taktik, die auch von Scammer:innen benutzt werden könnte.
Deshalb versuchen nun immer mehr Banken, ihren Schwerpunkt nicht mehr darauf zu legen, Zahlungen so schnell und einfach wie möglich zu machen, sondern bewusst mehr Schritte einzubauen, um neue Überweisungen zu testen, so der CEO. Irvine geht sogar so weit, dass der die Kriminellen, die Nutzer:innen ausnehmen, als „Plage unserer Zeit“ bezeichnete.
Australien ist eines der wenigen Länder, in denen die Verluste durch Bankbetrug rückläufig sind, so Irvine, der im April Ross McEwan als CEO der zweitgrößten Bank des Landes ablöste. Der in Melbourne ansässige Kreditgeber hat bewusst mehr Zwischenschritte in die Zahlungsabwicklung gebracht und eine Reihe von vorausschauenden Schutzmaßnahmen eingeführt.